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Frühjahrsreise 2018

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Bestseller:

Die Macht um acht
Der Faktor Tagesschau
Besondere Empfehlung:

 
Aus dem Programm:

Kemal Bozay /Hasan KaygIsIs
Der neue Sultan
Die Türkei zwischen Repression und Widerstand
189 S., br., € 14,90
978-3-89438-636-8
Verhaftungen von Oppositionellen, Massenentlassungen aus dem Staatsdienst, Verfolgung kritischer Medien, eine heilige Jagd auf politische Gegner: Solche Nachrichten aus der Türkei sind allgegenwärtig. Weniger präsent ist der Krieg des NATO-Partners gegen die eigene Bevölkerung: In den kurdischen Gebieten gleichen manche Bilder solchen von internationalen Kriegsschauplätzen. Ein neo-osmanischer Machtanspruch geht einher mit Einmischung in Nachbarländer direkt durch militärische Interventionen wie auch indirekt durch Unterstützung islamistischer Gruppen. Die Autoren gehen der Frage nach, wie die gezielte Eskalation nach dem Putsch und Gegenputsch 2016 zu erklären ist. Mehr noch: Wie es unter Erdogan zum Bruch mit dem Kemalismus bei gleichzeitiger osmanischer Rückorientierung kommen konnte. Der dazu nötige Blick in die Geschichte zeigt auch: Ungeachtet der jeweiligen Herrschaftsformen hatte man in Bonn und Berlin meist ein unbeirrtes Interesse an festen Beziehungen zur Türkei. Politische Perspektiven sehen die Autoren in Formen demokratischer Gegenwehr.

Wir Frauen 2018
Taschenkalender
240 S., br., € 11,90
978-3-89438-629-0
»Happy Birthday« - mit 40 ist der Frauenkalender im besten Alter. Geschrieben und komponiert haben dieses Lied die vor 150 Jahren geborene US-amerikanische Komponistin und Lehrerin Patti Smith Hill und ihre Schwester Mildred. Ihre Porträts sind mit dabei, ebenso wie die zahlreicher anderer Frauenrechtlerinnen, Friedenskämpferinnen, Antifaschistinnen, Journalistinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und Autorinnen aus aller Welt - allesamt geboren vor 50, 100, 200 Jahren oder mehr. Den Karikaturistinnen ist das »Kleine Lexikon« gewidmet - Zeichnerinnen, die mit Zorn und Witz den Blick für Widersprüche schärfen und Machtverhältnisse in Frage stellen. »Gelächter ist zweideutig - scheinbar, deshalb kann es auch subversiv sein«, schrieb die DDR-Schriftstellerin Irmtraud Morgner, und auch sie wird vorgestellt. Und wieder begleiten die feministischen »Darlinks« durchs WorldWideWeb, finden sich im Anhang Informationen, Adressen und praktische Übersichten. Und nicht zuletzt ist der Kalender gefüllt mit beeindruckenden Fotografien und Bildern, witzigen Sprüchen und Gedichten.

Mythos »Sexarbeit«
Argumente gegen Prostitution und Sexkauf
476 S., br., € 12,90
978-3-89438-648-1
Seit einigen Jahren wird in Deutschland wieder verstärkt über Prostitution diskutiert. Die weitreichende Liberalisierung des Prostitutionsmarkts, die 2002 erfolgte, ist gescheitert. Die neuen Gesetze von 2016 stellen ein Wunderwerk an Regulierung dar, lösen jedoch nicht die Probleme. Denn zu den grundsätzlichen Fragen nehmen sie keine klare Haltung ein. Ist Prostitution »Arbeit« und sollte normalisiert und »professionalisiert« werden? Oder ist sie ein patriarchales Unterdrückungsverhältnis, dessen langfristige Überwindung es anzustreben und dessen Opfer es konsequent zu schützen gilt? Ist Sexkauf die Inanspruchnahme einer »Dienstleistung«? Oder ist er eine Form sexueller Gewalt, die gravierende Traumata verursacht? Die Autorinnen argumentieren für letztere Sichtweise und untermauern dies mit Erkenntnissen aus /Trauma- und Prostitutionsforschung. Die Erfahrungen mit den nordischen Sexkaufverboten und die innerlinke Debatte dazu werden ebenso dokumentiert wie die internationale Bewegung gegen Prostitution.

Kees van der Pijl
Der Abschuss
Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg
330 S., br., € 19,90
 978-3-89438-649-8
Den Abschuss von Flug MH17 der Malaysia Airlines und den Bürgerkrieg in der Ukraine bettet Kees van der Pijl ein in den geopolitischen und ökonomischen Kontext eines neuen Kalten Kriegs, ausgelöst durch den zunehmenden Druck von NATO und EU gegen ein unter Wladimir Putin wieder konsolidiertes Russland. Ursächlich dafür seien die globalen Bestrebungen des Westens, unliebsame Regime gefügig zu machen oder zu stürzen. Darin sieht er ein hochriskantes strategisches Muster des spekulativen Finanzkapitals, das im Zuge der ökonomischen Umschichtungen seit den 1990er Jahren zur dominierenden Kapitalfraktion geworden ist. Auf der Basis bisher unveröffentlichter Dokumente der niederländischen Regierung und gehackter E-Mails des damaligen NATO-Kommandeurs General Philip Breedlove trägt das Buch aussagekräftige Indizien zusammen. Es behauptet nicht, die wirklich Verantwortlichen zu identifizieren, belegt aber, dass die neuen Herren der Ukraine das größte Interesse, das ausgeprägteste Motiv und die beste Gelegenheit hatten, den Absturz herbeizuführen.

Jörg Kronauer
Meinst Du, die Russen wollen Krieg?
Die USA, Deutschland und der zweite Kalte Krieg
180 S., br., € 13,90
978-3-89438-650-4
Die russische Aggression - in den vergangenen Jahren eines der meistgebrauchten Schlagworte der internationalen Politik. Stimmt es etwa nicht, dass Russland die Krim übernommen hat, die Aufständischen in der Ostukraine unterstützt und in Syrien Krieg führt? Doch, das stimmt. Nur: Als russische Aggression kann all dies nur bezeichnen, wer die westliche Umsturzpolitik in der Ukraine und in Syrien geflissentlich übersieht. Dabei gibt es mehrere Stränge. Die Vereinigten Staaten haben mit Ausnahme von 1941 bis 1945 stets versucht, Russland zu schwächen. Deutschland hat, solange es schwach war, mit Moskau kooperiert; wenn es dann stark genug war, hat es seine Macht stets weiter in Richtung Osten ausgedehnt, bis das schließlich zum Krieg führte. Russland hat nach 1990 zunächst versucht, an die westlichen Strukturen anzudocken - erst an die NATO, dann an die EU; als ihm beides verweigert wurde, hat es begonnen, eigene Weltpolitik zu betreiben. Das Buch zeichnet die Stränge der US-amerikanischen, deutschen und russischen Außenpolitik nach, die schließlich in den zweiten Kalten Krieg mündeten.

Domenico Losurdo
Wenn die Linke fehlt...
Gesellschaft des Spektakels, Krise, Krieg
360 S., br., € 19,90
978-3-89438-651-1
Die Versprechen des Jahres 1989 auf eine Welt im Zeichen von Wohlstand und Frieden sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Finanzkrise vergrößert auch in entwickelten Ländern das Massenelend und verschärft die soziale Ungleichheit derart, dass es dem großen Geld ermöglicht wird, die politischen Institutionen zu kapern. Auf internationaler Ebene folgt ein »kleiner Krieg« auf den anderen, der allerdings im jeweils betroffenen Land zehntausende Tote mit sich bringt. Darüber hinaus zeichnet sich am Horizont die Gefahr größerer Konflikte ab, die sogar die Schwelle zum Atomkrieg überschreiten könnten. Mehr denn je wird deutlich, dass eine Oppositionskraft notwendig ist: Unglücklicherweise glänzt die Linke im Westen durch Abwesenheit. Wie lässt sich das erklären? Wie die Welt verstehen, die sich da seit 1989 abzeichnet? Mit welchen Mechanismen gelingt es der »Spektakelgesellschaft«, Kriege und Kriegspolitik zu legitimieren? Wie lässt sich eine Alternative konstruieren? Auf diese Fragen antwortet der Autor mit einer originellen, unvoreingenommenen Analyse, die zur Diskussion auffordert.

Thomas E. Goes / Violetta Bock
Ein unanständiges Angebot?
Mit linkem Populismus gegen Eliten und Rechte
133 S., br., € 12,90
978-3-89438-652-8
Sahra Wagenknecht versucht es, Bernie Sanders und die Partei Podemos in Spanien machten es vor: Linker Populismus, der die unteren Volksklassen in eine Bewegung gegen die Eliten einzubinden versucht, hat Konjunktur. Dagegen wenden sich linke KritikerInnen. Zuspitzende Elitenkritik und positive Bezüge auf »die einfachen Leute« bereiten demnach den Weg nach rechts. Das muss nicht so sein, ein fortschrittlicher Linkspopulismus ist möglich und nötig: als Teil eines popularen Sozialismus, der von unten ermächtigt, der internationalistisch und feministisch ist und für die radikale Demokratisierung dieser Gesellschaft kämpft. Ein »Sozialismus der einfachen Leute«, der unterschiedlichen Bewegungen der Befreiung eine gemeinsame Richtung zu geben sucht. Er konzentriert sich darauf, vor Ort Gegenmacht zu organisieren, um Laboratorien der Hoffnung und ein Hinterland der Solidarität zu schaffen. Populistische Verdichtungen spielen eine zentrale Rolle, um eine breite populare Bewegung aufzubauen, die dazu in der Lage ist, die neoliberalen Eliten und die radikale Rechte zu schlagen.

Andreas Wehr
Europa, was nun?
Trump, Brexit, Migration und Eurokrise
160 S., br., € 13,90
978-3-89438-653-5
Sechzig Jahre nach Gründung befindet sich die Europäische Union in ihrer schwersten Krise. Die europäische Politik reagiert mit hektischen Aktivitäten. Da man der EU als ganzer einen Neustart nicht mehr zutraut, wird das Modell einer Union der unterschiedlichen Geschwindigkeiten wiederbelebt. Die vielfältigen Krisen zeigen aber, dass das Wirtschaftsmodell des unbeschränkten Freihandels in Europa an sein Ende kommt. In Großbritannien war es die Kritik an der Personenfreizügigkeit, eine der vier liberalen Binnenmarktfreiheiten, die den Ausschlag zugunsten des Brexits gab. Und was das Ziel einer »immer engeren Union« angeht, so zeigt die wirtschaftliche Entwicklung seit Jahren, dass sich in einem unbeschränkten Binnenmarkt die Volkswirtschaften nicht annähern, sondern immer weiter voneinander entfernen. Von der Krise der Union profitieren unterschiedliche Kräfte. Gewinnt im Süden die Linke, so sind es in Kerneuropa und im Norden rechtspopulistische Kräfte. Es ist an der Zeit, über neue Wege einer Zusammenarbeit der Völker jenseits der Europäischen Union nachzudenken.

Karin Leukefeld
Flächenbrand
Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat
308 S., br., € 16,90
978-3-89438-577-4
Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes, heute ist es ein verbranntes Land. Millionen Menschen haben alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Der von außen angeheizte Krieg, die politische Isolierung und die Sanktionen von USA und EU haben ebenso die aufblühende Ökonomie zerstört wie die syrische Reformbewegung. Nicht besser sieht es im Irak aus. Gesellschaftlich zerrüttet, konfessionell zerrissen, wirtschaftlich am Boden, von Terrorismus überzogen, so lautet das Ergebnis der US-geführten Militärintervention und Besatzungspolitik. Nichtstaatliche Akteure wie der 'Islamische Staat' und andere Kampfverbände bestimmen hier wie in Syrien das Geschehen. Der Krieg mit seiner Flüchtlingskatastrophe destabilisiert aber auch zunehmend die Nachbarländer. Das Buch erläutert, wie und warum die Region des 'Fruchtbaren Halbmondes' - die Wiege der Zivilisation - in Flammen aufgeht, welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Staaten und ihre Gesellschaften hat und welche Perspektiven sich abzeichnen.

Palästina - Vertreibung, Krieg und Besatzung
Wie der Konflikt die Demokratie untergräbt
230 S., br., € 16,90
978-3-89438-654-2
Seit Israel die palästinensischen Gebiete und Ost-Jerusalem besetzt hält, werden Palästinenser/innen aus ihren Heimatorten vertrieben, ihrer Rechte und ihres Besitzes beraubt. In diesem Buch werden der Siedlungsbau, die Situation von Kindern in israelischen Gefängnissen, die massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch Checkpoints und Mauer, die Lage in Gaza, die Rolle der UNO und der Abbau demokratischer Rechte in Israel und Palästina erörtert. Um die öffentliche Debatte der israelischen Menschen- und Völkerrechtsverstöße zu verhindern, werden in Europa mit haltlosen Antisemitismusvorwürfen Kampagnen gegen Veranstaltungen, Publikationen und Personen geführt. Insofern geht es auch um Meinungsfreiheit und Demokratie bei uns selbst. Die Autorinnen und Autoren aus Israel, Palästina, den USA und Deutschland zeigen die Legitimität des zivilen Widerstands gegen die Verletzung von Völkerrecht und Menschenrechten auf. Sie wollen zu einer Versachlichung der emotional aufgeladenen Debatte beitragen, die gerade in Deutschland oft ohne Faktenkenntnis geführt wird.

Kai Eicker-Wolf / Patrick Schreiner
Mit Tempo in die Privatisierung
Autobahnen, Schulen, Rente - und was noch?
200 S., br., € 14,90
978-3-89438-655-9
Der Bund setzt zu Lasten der Länder eine zentrale Bundesfernstraßengesellschaft durch, zudem sollen kommunale Schulgebäude künftig vom Bund direkt gefördert werden können. Beides öffnet den Weg zu noch mehr Privatisierungen und zu noch mehr Öffentlich-Privaten Partnerschaften. Darüber freuen kann sich die Finanzwirtschaft - für Versicherungen, Banken und Investmentfonds gibt es neue Anlagemöglichkeiten. Und freuen wird sich die Politik - elegant kann sie nun selbstverordnete Verschuldungsregeln umgehen. Die Bürgerinnen und Bürger aber haben aufgrund intransparenter und undemokratischer Entscheidungsprozesse das Nachsehen. Und die Steuerzahlenden müssen für Extrarenditen der Investoren aufkommen. Dieses Buch zeigt: Die aktuellen politischen Entwicklungen ordnen sich ein in eine lange Reihe wirtschafts- und sozialpolitischer Fehlentscheidungen. Dazu gehören insbesondere die anhaltende Förderung von Öffentlich-Privaten Partnerschaften, die »Schuldenbremse« und die Teilprivatisierung der Altersvorsorge in Deutschland.

Fäuste, Fahnen, Fankulturen
Die Rückkehr der Hooligans
auf der Straße und im Stadion
164 S., br., € 13,90
978-3-89438-634-4
Die militante Fußballsubkultur der Hooligans rückt zunehmend wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Mobilisiert von Hogesa, den »Hooligans gegen Salafisten«, randalierten im Herbst 2014 Hooligans, Rocker und Neonazis auf Kölner Straßen. Im Stadion kämpfen Hooligans gegen antirassistische Ultras - und in der »dritten Halbzeit« liefern sie sich organisierte Prügeleien. Bei Aufmärschen von Pegida zählen sie wie selbstverständlich zum Ordnungsdienst. Europa/weit propagieren sie antiislamische und fremdenfeindliche Positionen. Fanforscher und Fußballexperten unterziehen in diesem Buch das Kitschbild vom unpolitischen, saufenden und prügelnden Hool, der fast aus dem Stadion verschwunden schien, einer kritischen Prüfung. Sie schreiben über den Fankulturkampf zwischen Kutten, Ultras und Hools, über Hooligans als islamfeindliche Kreuzritter des Abendlandes, über ihre Subkultur im Osten der Republik, über die Geschlechterrollen im Hooliganismus. Analysiert wird eine weit nach rechts hin offene Szene, die innerhalb und außerhalb des Stadions ihre Kampfzone ausweitet. Mit Beiträgen von Philipp Beitzel, Pavel Brunßen und Peter Römer, Robert Claus, Mark Haarfeldt, Richard Gebhardt, Daniel Ryser sowie einem Interview mit Fred Kowasch.

Gerd Wiegel
Ein aufhaltsamer Aufstieg
Alternativen zu AfD & Co.
125 S., br., € 12,90
978-3-89438-616-0
Trotz ihres einflussreichen rechtsextremen Flügels in ihrer Gesamtheit zwar nicht faschistisch oder neofaschistisch, aber radikal rechts, nationalistisch-konservativ bis völkisch wie zugleich marktradikal, also allemal gefährlich, so kennzeichnet Gerd Wiegel die »Alternative für Deutschland«. Er stellt ihre unterschiedlichen innerparteilichen Tendenzen dar, zeigt, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, wie sie gegeneinander konkurrieren und sich bei allen Reibereien und Flügelkämpfen gegenseitig ergänzen. Er analysiert Geschichte und Programm der AfD und ihre im neoliberalen Kapitalismus wurzelnden Erfolgs- und Aufstiegsbedingungen. Dies verknüpft er mit Überlegungen für Erfolg versprechende Antworten. Diese reichen weiter als nur bis zu Wahlarithmetik und Regierungsbündnissen. Sie stellen die strategische Frage in den Vordergrund, wie eine konsequente linke Politik der völkischen Instrumentalisierung der »sozialen Frage« begegnen und wie sie es langfristig bewirken kann, die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse so zu verändern, dass der AfD der Boden entzogen wird.


Stefan Bollinger
Lenin
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-656-6
Angefeindet, bekämpft, verteufelt und schließlich angeschossen wurde der Revolutionär, Theoretiker und Realpolitiker Lenin, der es 1917 unternahm, einen völkermörderischen Krieg zu beenden und eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Er hasste den Krieg, Kriegstreiber und »linke« Helfershelfer des Krieges. Er wollte den Bruch mit Zarismus, Kapitalismus und der Herrschaft von Adel wie Bourgeoise. Das erreichte er in Russland, von der Linken im Westen im Stich gelassen. Unter seiner Führung waren ein unverschuldeter Bürgerkrieg und die Intervention ausländischer Mächte, der Wiederaufbau eines zutiefst rückständigen, armen, zerstörten Landes zu meistern. Unter schier aussichtslosen Umständen suchte und fand er Lösungen und öffnete den Weg in eine neue Zivilisation. Unter seinen Nachfolgern ging diese Chance verloren. Umso mehr sind seine Denkweise und sein politisches Handeln zu rekonstruieren, um zu überprüfen, was davon auch heute noch für eine grundlegende gesellschaftliche Umgestaltung, für den Kampf gegen Krieg und die Sicherung des Friedens nützlich sein könnte.

Christoph Butterwegge
Armut
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-625-2
»Armut« ist ein brisanter, weil politisch-normativer, emotional besetzter und moralisch aufgeladener Begriff. Christoph Butterwegge diskutiert den Armutsbegriff, wirft einen Blick auf die Geschichte der Armut und vermittelt die theoretischen Grundlagen. Er stellt die Hauptrichtungen der Armutsforschung vor, erläutert die gängigen Methoden der Armutsmessung und hinterfragt die statistische Datenlage, wie sie die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung dokumentieren. Neben den unterschiedlichen Erscheinungsformen und den Folgen der Armut für die Betroffenen wie die Gesellschaft beschäftigen ihn die Entstehungsursachen und die wenig überzeugenden Erklärungsansätze der (/Medien-)Öffentlichkeit. Abschließend geht es um den Kampf gegen die Armut sowie die Frage, welche Maßnahmen hierbei Erfolg versprechen und ob das bedingungslose Grundeinkommen ein Patentrezept darstellt.

Georg Fülberth
'Das Kapital' kompakt
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-452-4
Die vorliegende Einführung in 'Das Kapital' unterscheidet sich von anderen auch dadurch, dass sie nicht polemisch zu belegen versucht, dieses Werk besser verstanden zu haben als jene. Sie zeichnet zwar ebenfalls dessen Gesamtargumentation nach, zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie 1) besonderes Gewicht auf den dritten Band legt; 2) die Rehabilitation der reinen Arbeitswertlehre, wie sie im ersten Band entwickelt ist, übernimmt; 3) danach fragt, in welchem Verhältnis die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise und die Untersuchung der Möglichkeiten ihrer Aufhebung in der Marxschen 'Kritik der Politischen Ökonomie' zueinander stehen. Die Erkenntnisse der 'Neuen Marx-Lektüre' und der 'Monetären Werttheorie' werden dabei aufgenommen, aber vom Kopf auf die Füße gestellt. Das Ziel dieser Einführung ist erreicht, wenn die Leserinnen und Leser neugierig auf das Original werden und dessen Lektüre folgen lassen. Dieser Basistext kann ihnen dabei helfen, einen roten Faden durch die drei Bände zu finden.

Georg Fülberth
Kapitalismus
126 S., br., € 9,90
978-3-89438-429-6
'Basiswissen' bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie. Den ersten Leitfaden aus dieser neu etablierten Reihe legt Georg Fülberth zum Stichwort 'Kapitalismus' vor. Im theoretischen Teil werden dessen Charakteristika herausgearbeitet. Zentral stehen dabei Akkumulation und Überakkumulation. Sie bestimmen auch den Rhythmus der Geschichte dieser Produktions- und Reproduktionsweise. Ihr gilt der zweite Teil des Buchs, der vom Handelskapitalismus des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zum Neoliberalismus von heute reicht. In seiner aktuellen Phase wird der Kapitalismus als 'Problematische Überschussgesellschaft' definiert. Dieser Begriff dient zur Erklärung der Krise von 2007 ff., die sich als die Konsequenz der merkwürdigerweise lange verdrängten, womöglich wichtigeren Vorgängerkrise von 1974/75 und des darauf folgenden Spekulations- und erneuten Überakkumulations-Zyklus erweist. 

Jörg Roesler
Geschichte der DDR
130 S., br., € 9,90
978-3-89438-499-9
Jenseits der üblichen Horrorszenarien klärt Jörg Roesler auf über die Geschichte des kleineren deutschen Staates. Sie wird erstens erzählt als Geschichte der Herrschaft der SED. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Gruppierungen, vom Autor als Konservative bzw. Reformer charakterisiert. Dies ist gleichzeitig die Geschichte der Sicherung der Stabilität eines in seiner Existenz ökonomisch und politisch wiederholt gefährdeten Staates. Zweitens wird die Geschichte der DDR als Geschichte der sowjetisch-ostdeutschen Beziehungen erzählt. Es ist die Geschichte von Moskaus 'ungeliebtem Kind', einer durch das Scheitern der sowjetischen Deutschlandpolitik zustande gekommenen Minimallösung, eines schließlich lästig werdenden Vorpostens. Drittens wird die Geschichte der DDR erzählt als Geschichte der Beziehungen zur Bundesrepublik. Sie endet mit der Vereinnahmung des kleineren durch den größeren, sich als stabiler und potenter erweisenden deutschen Staates.

Volker Hermsdorf
Die Kubanische Revolution
131 S., br., € 9,90
978-3-89438-596-5
Wie kein anderes Land der Region beeinflusst Kuba die Entwicklung ganz Lateinamerikas. Sein alternatives Gesellschaftsmodell ist auch darüber hinaus Vorbild für viele Länder des Südens und allgemein Beleg dafür, dass eine andere Welt möglich ist. Voraussetzung dafür war der Sieg der Revolution über die Diktatur Fulgencio Batistas am 1. Januar 1959. Dessen nach Miami geflüchtete Anhänger versuchen seitdem mit Unterstützung Washingtons vergeblich, einen Systemwechsel auf der sozialistischen Karibikinsel zu erzwingen. Da auch terroristische und andere subversive Methoden nicht zum Ziel geführt haben, sah sich US-Präsident Obama zu einer Kurskorrektur genötigt. Beginnend mit der Revolution und ihren Wurzeln, vermittelt Volker Hermsdorf einen Überblick über die Geschichte des Landes, bishin zu seinen aktuellen Problemen und seiner Bedeutung für das Modell einer multipolaren Welt. Abschließend behandelt er das 'Tauwetter' in den Beziehungen zu den USA und zur EU.

Gerd Fesser
Deutschland und der Erste Weltkrieg
124 S., br., € 9,90
978-3-89438-540-8
Gerd Fesser analysiert die internationale Konstellation und die Faktoren, deren Zusammenwirken im August 1914 in den Großen Krieg einmündete: die Rivalität der imperialistischen Großmächte, den Wettlauf um Kolonien und Einflussgebiete, die Konkurrenz um Weltmarktpositionen und Anlagesphären. Den Schwerpunkt legt er auf das Deutsche Reich und seine Weltpolitik. Er kennzeichnet die kriegstreiberische Politik der Reichsregierung in der Julikrise 1914, behandelt die militärischen und innenpolitischen Entwicklungen der Jahre 1914 bis 1918, untersucht die Kriegszieldebatte, die Entfaltung der Antikriegsopposition, die Kriegswirtschaft sowie Alltag und Kultur im Krieg. Nach einem Überblick über die Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 in Russland und ihren Auswirkungen schließt er seine Darstellung ab mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und der Novemberrevolution 1918. Eine kurze Auseinandersetzung mit der neueren Geschichtsschreibung rundet den Band ab.

Gerd Schumann
Kolonialismus, Neokolonialismus,
Rekolonisierung
126 S., br., € 9,90
978-3-89438-580-4
Die lange Geschichte des Kolonialismus durchlief verschiedenartige, jeweils entsprechend der Produktivkraftentwicklung ineinander übergehende Phasen: Von den Sklavenhaltergesellschaften der Antike über die Hochzeiten der europäischen Entdecker und Plünderer und deren Erben im Kapitalismus. Sie reicht bis zu den imperialen und neokolonialen Konquistadoren der Moderne, die sich im Zeichen der ›Globalisierung‹ überkommener kolonialistischer Methoden bedienen. Und der neuzeitliche Kolonialismus ist, so der bolivianische Präsident Evo Morales, der ›politische und ideologische Zwilling‹ des Imperialismus. Beide erleben mit der aktuellen Rekolonisierung eine neue Blüte und zeigen zugleich offen ihr gewalttätiges Wesen. Andererseits war die koloniale Repression allzeit begleitet von Widerstand, der im 20. Jahrhundert streckenweise eine Entkolonisierung erreicht hat. Allerdings haben die Befreiungsbewegungen, die diese Phase prägten, ihre aktuellen Pendants noch nicht gefunden. Gesucht werden: Neue Formen des Internationalismus und der Solidarität.

Gerhard Feldbauer
Geschichte Italiens
Vom Risorgimento zur Gegenwart
138 S., br., € 9,90
978-3-89438-626-9
Gerhard Feldbauer behandelt, was in anderen Überblicken zur neueren italienischen Geschichte meist vernachlässigt wird. Er beginnt mit dem »Risorgimento«, in dem die bürgerliche Revolution 1870 mit einem Dreiviertelsieg der Bourgeoisie endete. Entscheidend prägte den Prozess der Herstellung des National/staats an der Spitze des radikaldemokratischen Flügels der nationalen Bewegung Giuseppe Garibaldi. Das beeinflusste die gesamte neuere Geschichte Italiens, in der - seit Mussolinis »Marsch auf Rom« bis heute - der Antifaschismus zu einem Grundzug wurde. Feldbauer behandelt außerdem den Historischen Kompromiss der italienischen Kommunisten mit den Christdemokraten, der zum Untergang der Kommunistischen Partei und zu den schweren Niederlagen der Linken führte, er deckt die Hintergründe des Mordes an Aldo Moro auf, schildert den Aufstieg des »Mediendiktators« Silvio Berlusconi und die nach seinem Sturz einsetzende Neuformierung der »politisch herrschenden Klasse«.

Beate Landefeld
Revolution
146 S., br., € 9,90
978-3-89438-528-6
Was macht Revolutionen aus? Ob »friedliche Revolution von 1989« oder diverse »Farbenrevolutionen« - in der Mediensprache hat sich der Revolutionsbegriff als Euphemismus für Intervention und Regime Change etabliert. Sind Revolutionen richtungslose Umbrüche? Oder sind sie, wie Karl Marx sagt, »Lokomotiven der Geschichte«? Beate Landefeld versteht darunter eine politisch-soziale Umwälzung, die einer neuen Gesellschaftsordnung zum Durchbruch verhilft. Revolutionen brachten den fragilen und keineswegs geradlinigen Fortschritt zum Abbau von Ungleichheit in Schüben voran. Anhand der Vorgeschichte und des Verlaufs der großen Revolutionen der Neuzeit beschreibt Beate Landefeld, was deren soziale Triebkräfte und Resultate waren. Heute geht es bei einer Revolution um die Überwindung von Ausbeutung und Unterdrückung, um bessere Lebensbedingungen für alle, um die Befähigung der Menschen, Krisen, Kriege und Katastrophen zu vermeiden und ihre Geschichte bewusst zu gestalten.

Kurt Pätzold
Deutschland 1939-45 - Krieg
131 S., br., € 9,90
978-3-89438-609-2
Dieser Band setzt den zeitlich vorausgehenden (Deutschland 1933-39) fort. Wie dieser will auch er dem Bedürfnis nach kompakter, womöglich erster Information über das Geschehen gerecht werden. Anhand der hier dargestellten fünfeinhalb Jahre lässt sich exemplarisch studieren, wie Kriege gemacht und wie Völker in sie hineingetrieben werden. Auch lässt sich ihnen Auskunft darüber abgewinnen, wie Menschen dazu gebracht werden konnten, sich als »Volksgenossen« wider ihre eigenen - unbegriffenen - Grundinteressen zu verhalten, an der Front und in der Heimat, die kein Hinterland mehr, sondern zunehmend Schauplatz eines selbst verschuldeten Bombenkrieges war. Warum haben sie für die Rüstung geschuftet? Warum über Jahre Nächte in Luftschutzkellern erduldet? Warum bis zum bitteren Ende Befehle befolgt, die sie in den Tod jagten? Was haben sie sich bei alledem gedacht, was erwartet, was erhofft? Solche Fragen stehen im Zentrum des Bandes. Die Geschichte von nicht ohne eigene Schuld missbrauchten Millionen

PapyRossa Basiswissen:

Butterwegge, Christoph: Armut /  Müller, Klaus: Boom und Krise / Küpper, Martin: Materialismus /   Landefeld, Beate: Revolution / Landefeld, Beate: Revolution /  Becher, Phillip: Rechtspopulismus / Begass, Christian; Sevim, Alican: Die Résistance /  Binus, Gretchen / Landefeld, Beate / Wehr, Andreas: Staatsmonopolistischer Kapitalismus /  Deppe, Frank  Der Staat / Salomon, David  / Solty, Ingar: Imperialismus /  Deppe, Frank: Der Staat / Feldbauer, Gerhard: Die Resistenza – Italien im Zweiten Weltkrieg /  Feldbauer, Gerhard: Geschichte Italiens. Vom Risorgimento zur Gegenwart / Feldbauer, Gerhard: Vietnamkrieg /  Fesser, Gerd: Das Deutsche Kaiserreich / Fesser, Gerd: Deutschland und der Erste Weltkrieg /  Fülberth, Georg: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland / Fülberth, Georg: Kapitalismus / Fülberth, Georg: Marxismus / Fülberth, Georg: Sozialismus /  Fülberth, Georg: »Das Kapital« kompakt / Grams, Florian: Die Pariser Kommune / Heither, Dietrich: Burschenschaften / Hermsdorf, Volker: Die Kubanische Revolution / Leibiger, Jürgen: Wirtschaftswachstum /  Müller, Klaus: Profit / Notz, Gisela: Feminismus / Pätzold, Kurt: Zweiter Weltkrieg /   Pätzold, Kurt: Deutschland 1933-39 /  Pätzold, Kurt: Deutschland 1939-45 /Rau, Peter: Der Spanienkrieg 1936 – 39 / Roesler, Jörg: Geschichte der DDR /  Salomon, David: Demokratie / Schneider, Ulrich: Antifaschismus / Schumann, Gerd: Kolonialismus, Neokolonialismus, Rekolonisierung / Speckmann, Guido / Wiegel, Gerd: Faschismus /  Sperling, Urte: Die Nelkenrevolution in Portugal / Wehr, Andreas: Die Europäische Union / Weißbecker, Manfred: Weimarer Republik



Christian Begass / Alican Sevim
Die Résistance
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-627-6
Wie in anderen Ländern Europas entwickelte sich auch in Frankreich Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht und gegen die Kollaboration. Der Triumph der deutschen Wehrmacht und die Besetzung führten zu einer der schwersten Identitätskrisen des Landes in seiner Geschichte. Es ging somit um mehr als nur um eine militärische Niederlage, es handelte sich um die umfassende politische und moralische Katastrophe einer Nation und um einen kompletten Zusammenbruch jedweder progressiven Perspektive. Doch zugleich markiert dies den Beginn der Résistance, des französischen Widerstands gegen die deutsche Okkupation und den Faschismus. Sie eröffnete den Weg zur Wiederbelebung eines demokratisch-republikanischen Frankreich nach der Befreiung. Christian Begass und Alican Sevim behandeln nicht nur die Résistance, sie stellen auch ausführlich deren Vorgeschichte in den 1930er Jahren dar und gehen der Frage nach, wie es überhaupt zur Katastrophe Frankreichs kommen konnte.

Walter Wangler
Deckname »Schwabe«
Der Spion, der aus dem Schwarzwald kam
319 S., br., € 20,00
978-3-89438-658-0
Eine Kindheit unterm Hakenkreuz. Die Eltern als Kommunisten im KZ und im Gefängnis. Nach dem Krieg Prägung durch Genossen und Freunde der Eltern, die aus Zuchthäusern und Strafbataillonen und aus der Emigration heimgekehrt sind. Die Stadt Schwenningen am Rande des Schwarzwalds als Mikrokosmos der Adenauer-Ära. November 1956: Walter Wangler will in der DDR ein Journalistik-Studium beginnen. Er wird ins Prorektorat der Universität Leipzig beordert. »Natürlich kannst du hier studieren, Genosse.« Der Mann, der aussieht wie Gert Fröbe, mustert den jungen Mann: »Aber wieso studierst du nicht im Westen? Die Partei könnte dich unterstützen.« Die Saat ist gelegt, die Früchte sollen später geerntet werden. Der Weg des Autors mit dem Decknamen »Schwabe« führt über ein Studium in Freiburg und Wilhelms/haven zur Promotion in Göttingen. Später wird er Professor für Sozialpolitik in Düsseldorf. Die Beziehung zu Ostberlin bricht Ende der sechziger Jahre ab, die Furcht vor Entdeckung schwindet. Bis 1979 der Oberleutnant im Ministerium für Staatssicherheit, Werner Stiller, zwei Koffer packt, alles hineinstopft, was ihm an Geheimmaterial zugänglich ist und die S-Bahn zum Bahnhof Zoo besteigt…

Conrad  Taler
Gegen den Wind
Geschichten und Texte zum Zeitgeschehen 1927-2017
303 S., br., € 20,00
978-3-89438-646-7
Das vorliegende Buch vereint neben bisher unveröffentlichten Geschichten aus dem Leben von Conrad Taler (Kurt Nelhiebel) einige seiner wichtigsten Texte zur deutschen Nachkriegsgeschichte. Ausgehend von seinen Kindheitserinnerungen an das friedliche Zusammenleben von Tschechen und Deutschen in seiner böhmischen Heimat und an die darauf folgende Zeit der Verfolgung während des NS-Regimes wendet er sich gegen den Missbrauch von Heimatliebe durch die Vertriebenenverbände. Seine Kritik an der bundesdeutschen Wiederbewaffnung führt ihn an die Seite der Antifaschisten. Er unterstützt deren Engagement gegen das Wiederaufleben der Nazi-Ideologie und die Etablierung des Antikommunismus als Staatsdoktrin. Die Begegnung mit dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und seine Eindrücke als Beobachter des Auschwitz-Prozesses bestärken ihn in seinem Kampf gegen das Vergessen und die Einebnung der deutschen Geschichte. Leiten lässt er sich von Albert Einsteins Forderung nach einer neuen Qualität des Denkens und der Mahnung Fritz Bauers: »Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.«

Halis Yildirim
Das Neue und das Bestehende
Eine materialistische Untersuchung zu Heidegger, Adorno, Foucault und Derrida
220 S., br., € 24,00
978-3-89438-657-3
Halis Yildirim fragt nach dem Übergang aus dem Bestehenden in das Neue. Der Schlüssel dafür: die materiellen Möglichkeiten auszuschöpfen, die einen Umschlag von privatem in gesellschaftliches Eigentum erlauben. Die Philo/sophie hält dafür einen großen Begriff bereit: den der Aufhebung. Doch Yildirim geht noch weiter: Er verlangt nach der Aufhebung der bestehenden Philosophie selbst. Ihr hält er den Spiegel vor, indem er der Denkrichtung von vier Philosophen des 20. Jahrhunderts nachgeht: Martin Heidegger, Theodor W. Adorno, Michel Foucault und Jacques Derrida, die nach seiner Auffassung auf unterschiedliche Art das Bestehende bemänteln. Sei es durch eine Fundamentalontologie mit faschistischen Versatzstücken, durch eine Utopie als Korrektur des Bestehenden, durch einen Poststrukturalismus, der keinen Träger von Fortschritt erkennt, oder durch die Reduktion von Geschichte auf eine Konstruktion. Auf diesem Terrain macht Yildirim deutlich: Erst indem das Bestehende und mit ihm die bestehende Philosophie als erschöpft verstanden werden, kann sich das Neue Bahn breche

Das Kapital
Ein Buch der Bücher nicht nur für Linke
75 S., br., zahlr. farb. Abb., € 10,00
978-3-89438-647-4
Im November 2017 jährt sich die Herausgabe von Band 1 des Hauptwerks von Karl Marx »Das Kapital« zum 150. Male. Wir würdigen es in einer besonderen Form: Mit kurzen Textauszügen und amüsanten Cartoons liefert Burghardt Hollstein dafür die Grundlage. Für alle, die schon immer wissen wollten, wie der Kapitalismus funktioniert, bietet diese illustrierte Kritik der politischen Ökonomie einen anschaulichen Anreiz zur Vertiefung durch die Lektüre des Originals. Sahra Wagenknecht steuert das Vorwort bei. Urte Sperling und Georg Fülberth gehen zwei Geheimnissen des Mehrwerts und dem blinden Fleck in der Marxschen Arbeitswerttheorie nach. Harald Werner setzt sich mit der digitalen Mutation des Kapitalismus auseinander, /Christiane Reymann mit der Notwendigkeit, die Befreiungstheorie fortzuschreiben, indem die Ausbeutung und Kolonisierung von Frauen einbezogen wird, Wolfgang Gehrcke steuert eine Auseinandersetzung »Wider die Marx-Töter« und mit deren wechselnden Methoden und gleich bleibenden Absichten bei.

Uli Gellermann / Friedhelm Klinkhammer / Volker Bräutigam
Die Macht um acht
Der Faktor Tagesschau
173 S., br., € 13,90
978-3-89438-633-7
15 Minuten lang informiert die Tagesschau über die vorgeblich wichtigsten Ereignisse des Tages. Als »Flaggschiff der ARD« gibt sie sich als verlässlich, neutral und seriös. Diesen Anspruch hinterfragen Uli Gellermann, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer detailliert und gründlich. Sie gehen der Geschichte der Tagesschau nach, beleuchten ihre Vermittlung und Auswahl von Nachrichten, kommentieren ihre Berichterstattung zu zentralen aktuellen Themenschwerpunkten wie dem Krieg gegen Syrien und dem Konflikt um die Ukraine, stellen die viel zu unbekannten »Programmbeschwerden « als Möglichkeit des Zuschauerprotests und der demokratischen Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dar. Ihr Fazit ist ernüchternd. Sie halten die Tagesschau weder für verlässlich noch für neutral, nur für bedingt seriös und bestenfalls für schlau. Nach diesen 15 Minuten weiß man, was die Regierung denkt; was die Republik denken soll und was zu denken unter den Tisch fallen kann.

Patrick Schreiner
Warum Menschen sowas mitmachen
Achtzehn Sichtweisen auf das Leben im Neoliberalismus
164 S., br., € 13,90
978-3-89438-632-0
Der Neoliberalismus beeinflusst unser Leben stärker, als es auf den ersten Blick scheint: Marktgläubigkeit, Konkurrenzdenken und Selbst-Bezogenheit prägen längst auch so Alltägliches wie Fernsehen und Sport, Konsum und Lifestyle, Beziehungen und Soziale Netzwerke, Coachings und Bildung. Patrick Schreiner nimmt diesen Zeitgeist kritisch unter die Lupe. Dazu zieht er klassische und aktuelle Denkerinnen und Denker heran: Was können wir etwa von Karl Marx, Michel Foucault, Max Weber, Naomi Klein und selbst von Friedrich August von Hayek über den Neoliberalismus in unserem Leben und Alltag lernen? Was sagen sie uns darüber? Welche ihrer Überlegungen lassen sich auf die heutige Gesellschaft übertragen? Anhand zahlreicher Beispiele macht Patrick Schreiner diese Denkansätze verständlich. Er zeigt: Der Neoliberalismus ist mehr als eine bloße politische Überzeugung - und es braucht mehr als eine einzige Perspektive, um ihn zu verstehen und seiner Ideologie nicht aufzusitzen. Ein anschauliches Buch über das Denken unserer Zeit und seine Hintergründe.

Thomas Wagner
Das Netz in unsere Hand!
Vom digitalen Kapitalismus zur Datendemokratie
166 S., br., € 13,90
978-3-89438-635-1
Google, Facebook, Twitter und Co. sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Internetkonzerne sind so mächtig geworden, dass ihre Chefs von demokratisch gewählten Regierungen wie Häupter souveräner Staaten behandelt werden. In seiner Streitschrift erläutert Thomas Wagner, wie es dazu kommen konnte. Die Dynamik der Digitalwirtschaft begünstigt die Herausbildung von Supermonopolen. Wie kann deren ständig wachsende Macht gebändigt werden? Eine demokratische Neuausrichtung der technologischen Entwicklung ist notwendig, damit die gerade erst begonnene Digitalisierung ihr Befreiungspotenzial entfalten kann, statt in der Sackgasse einer ökonomischen wie politischen Datenknechtschaft zu enden. Die Entwicklung einer Reformstrategie ist gefordert. Es geht um die Rückeroberung des von privaten Interessen bedrängten öffentlichen Raums. Der Aufbau eines öffentlich kontrollierten Internets wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg vom digitalen Monopolkapitalismus zur Datendemokratie. Aus dem Internet der Konzerne muss ein demokratisches Bürgernetz werden.

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