---home Tell Schwandt, Verlagsvertretungen, 14089 Berlin, Lerchenstr. 14a,  Tel. 030 - 832 40 51         BesTellBuch@Tell-Online.de
Herbstreise 2018


http://www.schueren-verlag.de
Schüren Verlag GmbH
Universitätsstr. 55
35037 Marburg

Gesamtverzeichnis

Reiseauftragsformular
Telefon 06421-63084
Telefax 06421-681190
info@schueren-verlag.de
Verlagsauslieferung:
PROLIT
Siemensstr.16
35463 Fernwald
 www.prolit.de

Tel 0641-94393-0
Fax 0641-94393-199
service@prolit.de

Verlagsvorschau
Topp-Titel:
Dauerseller
Taschenkalender

Filmkalender 2019
208 S., br., Abb., 9,90 €

Aus dem Programm:......................................................................LINKs:...BERLINALE..................................filmgeblaetter.

Pekler, Michael / Ungerböck, Andreas
Wien - Eine Stadt als Filmkulisse
128 S., zahlr. Abb., br., € 14,90
978-3-7410-0320-2
Das Buch „Wien: Eine Stadt als Filmkulisse“ unternimmt eine unterhaltsame Spurensuche durch die besten und gefeiertsten Filme mit der Donau-Metropole als Kulisse, vergleicht Einst und Jetzt und liefert alle dazugehörigen Stories und Anekdoten, ohne die es nun einmal in der Filmgeschichte nicht geht - etwa, warum Harvey Keitel in Nicolas Roegs Bad Timing den schönen wienerischen Namen Netuschil trägt. - Before Sunrise (Richard Linklater, 1994) - The Third Man (Carol Reed, 1948) - Amadeus (Milos Forman, 1985) - Mission Impossible: Rogue Nation (Christopher McQuarrie, 2015): Das sind nur einige der mehr als zweitausend Filmen, die zur Gänze oder teilweise in Wien gedreht wurden. Ob nun Wien als Wien zu sehen war oder für andere Städte einstand (wie für Bratislava im Bond-Abenteuer The Living Daylights) - eine Vielzahl an großen Regisseuren und illustren Stars war und ist bis heute in der ehemaligen Kaiserstadt zu Gast. „Kaiserstadt“ ist ein gutes Stichwort, denn das imperiale Wien und die angeblich Goldenen Zeiten der Habsburg-Monarchie waren immer ein ergiebiges Filmthema, ebenso wie die unendlich reichhaltige kulturelle Tradition Wiens (Musik, Literatur, Theater, Malerei), aber auch die Wissenschaft (Sigmund Freud und die Psychoanalyse) und die Politik, schon allein wegen der geopolitischen Lage der Stadt nahe am Eisernen Vorhang. Aber auch als Action-Kulisse eignet sich die österreichische Hauptstadt vortrefflich, wie zuletzt Tom Cruise mit Mission Impossible: Rogue Nation bewies - die Dreharbeiten hielten wochenlang die Stadt in Atem. Schon 40 Jahre zuvor turnten Alain Delon und Burt Lancaster über die damalige U-Bahn-Baustelle am Karlsplatz (Scorpio, the Killer). Und als der internationale Wien-Film schlechthin gilt bis heute Carol Reeds Spionage-Klassiker The Third Man, obwohl sehr viel davon im Studio in England gedreht wurde. Die Jagd durch das Wiener Kanalsystem ist dennoch legendär.


Checkpoint: Demokratie e.V.
Wenn ich mir was wünschen dürfte
Impulse für eine Demokratie der Moderne
256 S., 40 Abb., br., € 14,90
978-3-7410-0262-5
Wie wollen wir leben? Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind rechtsextreme Parteien in der Mitte der europäischen Gesellschaft angekommen. In Österreich attackiert die Regierungspartei FPÖ den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, im deutschen Bundestag bringt die AfD Anträge gegen Migrantinnen und Migranten ein – die Liste rechter Angriffe auf die Zivilgesellschaft ist lang. Eine Vielzahl prominenter Persönlichkeiten beschreibt wie es ihrer Meinung nach gelingen kann, die offene Demokratie zu schützen und zu vertiefen, sie auszubauen und solidarischer zu gestalten. Demokratie ist das, was wir daraus machen – fangen wir an. https://www.checkpoint-demokratie.de/unterstützer/   «Lasst uns reden! So offen - so schonungslos und so radikal wie es uns drängt. In Büros und Clubs, auf Strassen und Podien – überall dort – wo Gespräche möglich sind. Aber lasst dabei das Verbindende unser Ziel sein - und die Stärkung der Demokratie! Lasst uns reden darüber, was wir gemeinsam ändern müssen und wie wir die Demokratie stärken können!»
Renan Demirkan
Beiträge von
Erkan Arikan, Redakteur, Thema: Integration/Respekt | Franziska Augstein, Journalistin, Thema: Russland | Christoph Bornschein, Unternehmer, Thema: Zukunftsgestaltung | Silke Burmester, Journalistin, Thema: Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk | Harald Christ, Unternehmer, Thema: Aufruf an das Establishment | Renan Demirkan, Schauspielern/Autorin, Thema: Zusammenleben | Judith Döker, Schauspielerin, Thema: Utopien wagen mit guten Nachrichten | Hannah Dübgen, Schriftstellerin, Thema: Gemeinschaftssinn | Tanja Dückers, Schriftstellerin, Thema: 12 verschiedene Punkte | Michael Ebling, Oberbürgermeister, Thema: Kommunale Versorgung | Sineb El Masrar, Autorin, Thema: Islamfeindlichkeit | Michel Friedman, Moderator/Autor, Thema: Menschenwürde | Mirna Funk, Schriftstellerin, Thema: Respekt vor Glauben | Ayshe Gallé, Künstlerin, Thema: Neue Lösungen | Lena Gorelik, Journalistin, Thema: Vorzüge der Demokratie | Gert Heidenreich, Schriftsteller, Thema: Bildung/Europa  | Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE, Thema: Mobilität | Frank Henschke, Produzent, Thema: Geschichten erzählen | Uwe-Karsten Heye, ehem. Regierungssprecher, Thema: Nachkriegs- Erinnerungskultur | Nico Hofmann, Produzent/Regisseur, Thema: Friedensprojekt Europa | Kerstin Jürgens, Sozialwissenschaftlerin, Thema: Soziale Gerechtigkeit | Diana Kinnert, Autorin/Unternehmerin, Thema: Zukunftsideen | Christian Kipper, Geschäftsführer Stiftung Deutsches Hilfswerk, Thema: Chancen, Positivismus, Veränderung | Guido Maria Kretschmer, Modedesigner/Moderator, Thema: Heimat | Philipp Lahm, Sportler, Thema: Demokratie und Verantwortung | Claus Leggewie, Politikwissenschaftler, Thema: Zukunftsräte | Van Bo Le-Mentzel, Architekt, Thema: Das Grundgesetz für junge Menschen | Ralf Liebe, Verleger, Thema: Wünsche an die Demokratie | Thomas Mühlnickel, Geschäftsführer, Thema: Gesellschaft vor Kapital | Ingolf Op den Berg, Unternehmensberater, Thema: Respekt | Axel Pape, Schauspieler, Thema: Kapitalismus | Antonia Rados, Journalistin, Thema: Krieg | Shary Reeves, Moderatorin, Thema: Handeln! | Alexandra Rojkov, Journalistin, Thema: Toleranz | Clelia Sarto, Schauspielerin, Thema: Nachhaltigkeit | Birgitt Schippers, Journalistin, Thema: Selbstreflexion | Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin, Thema: Europäische Flüchtlingspolitik | Christoph Sieber, Kabarettist, Thema: Bestandsaufnahme | Markus Siebert, Musiker, Thema: soziale Ungleichheit | Frank Stauss, Politikberater, Thema: Wider die Lethargie | Ahmet Toprak, Autor/Wissenschaftler, Thema: Integrationspolitik | Götz Werner, Unternehmer, Thema: Arbeit und Einkommen trennen | André Wilkens, Autor, Thema: Optimismus und Aktivitäten entfalten.

Maoismus
124 S., zahlr. farb. Abb., br., € 12,90
978-3-7410-0202-1
Vor 50 Jahren kam Godards La Chinoise in die Kinos. Uwe Nettelbeck hat dem Film eine großartige Rezension in Die Zeit gewidmet, die ebenso behutsam wie konsequent die Verschränkung von Politik und Ästhetik auseinanderlegt und ihre Strategien deutlich macht. So beschreibt er eingehend die «westeuropäische Drôlerie», wenn die französische Kommune die «kleine rote Bibel der Kulturrevolution» auf Herz und Nieren untersucht, um herauszufinden, ob sie als Dekorationsobjekt der Wände taugt, ob dreihundert roter sind als eine oder ob sie auch als Geschoss geeignet ist. Die kleine rote Mao-Bibel ist omnipräsent, wird mit ins Bad, auf den Balkon und ins Bett genommen, liefert Stichworte bei Diskussionen und Leitlinien bei politischen und auch schlicht alltäglichen (denn der Alltag ist ja bereits Politik) Handlungen. Godards Film ist daher so etwas, stellt Nettelbeck fest, wie eine konsequente Literaturverfilmung, die die ironische Einverleibung des Buchs ebenso einfängt wie seine Farbe, die zur bestimmenden des Films wird. Aber zugleich gehe er von einer theoretischen und politischen Überzeugung Godards aus: «Sie sagt, daß die Realität des Krieges in Vietnam nur als die Realität der Nachrichten vom Krieg in Vietnam nach Europa dringt. Sie sagt auch, daß Maos Anleitung zur Kulturrevolution auf ihrem Wege nach Europa einer unvermeidlichen Verwandlung unterworfen ist. Und so simpel diese Einsicht scheint, so verwickelt sind die Komplikationen, die der in ihr fixierte Sachverhalt nach sich zieht. Eine Nachricht aus Vietnam oder eine Direktive Maos nehmen auf ihrem Weg zu uns fiktive Züge an, und es ist die so entstehende Fiktion und nicht die in ihr verschleierte Realität, auf die wir reagieren und die darum in neue Realität umschlägt. Und dieser Prozeß wird virulenter analog zum Gewicht der primären Realität, die ihn in Gang setzt. In dem Maße, in dem sich diese verzerrt und mit Fiktionen infiziert, fächern sich die Folgen auf und steigt die Zahl der Empfänger voneinander abweichender Informationen.» Die verschiedenen Beiträge dieser Ausgabe versuchen – nun mit dem historischen Abstand eines halben Jahrhunderts – verschiedene dieser Ausfächerungen Revue passieren zu lassen und zugleich zu kontextualisieren. Dabei spielen auch die Vor- und die Nachgeschichte des maoistischen Kinos eine wichtige Rolle, wenn etwa Raimar Zons Bertolt Brechts besondere Rezeption Chinas in den Blick nimmt, um von dieser aus Godards La Chinoise einer filigranen Lektüre zu unterziehen, oder Slavoj Žižek mit Jia Zhang Kes Still Life einen zeitgenössischen chinesischen Film diskutiert, in dem das maoistische Erbe im Wortsinn abgetragen wird. Der französische Filmwissenschaftler François Albera rekonstruiert in seinem Beitrag die komplexe historische, politische wie ästhetische Geschichte der Rezeption Maos im französischen Film und macht dabei auch deutlich, dass diese im Plural, im Widerstreit unterschiedlicher Strömungen und Gruppierungen zu verstehen ist. Mein Beitrag geht von einem der «klassischen» Filme der Kulturrevolution, der Verfilmung der Modell-Peking-Oper Taking Tiger Mountain By Strategy aus, um dann – man beachte die feinen Unterschiede im Titel – mit Brian Enos Taking Tiger Mountain (By Strategy) und Tsui Harks Taking Tiger Mountain zwei ihrer Neuinterpretationen in den Blick zu nehmen. Die ikonische und zugleich kulturindustrielle Bedeutung der kleinen roten Bibel steht im Mittelpunkt der Fotoarbeit von Angela Elbing und Morten Paul, die ihren besonderen Metamorphosen nachspüren. Den Abschluss bildet ein Interview mit Harun Farocki über seinen Film Die Worte des Grossen Vorsitzenden, der in anderer Weise als Godard die MaoBibel als Geschoss auf die Probe stellt.
Aus dem Inhalt:
François Albera: «Maoismus» und /im Kino

Raimar Zons: Chinesen /Brecht und Godard

Bernd Stiegler: Strategien am Tigerberg /Drei Mal Taking Tiger Mountain by Strategy

Zwei Arien aus Mit taktischem Geschick den Tigerberg erobert

Harun Farocki im Gespräch mit Philipp Goll:
«Ich dachte immer an so etwas Besonderes wie die Goethe-Feld-Ausgabe»
Der Regisseur Harun Farocki im Gespräch über seinen Film Die Worte des Vorsitzenden (1967)

Angela Elbing und Morten Paul: Books on pedestal

Slavoj Žižek: Geschichte und die sexuelle Nicht-Beziehung
Einige Überlegungen zu Jia Zhang-Kes Still Life



Studium, Stupa, Streik!
Die Juso-Hochschulgruppen und ihre Geschichte
104 S., br., € 9,90
978-3-7410-0261-8
Im März 1973 trafen sich jungsozialistische Gruppen von vier Universitäten zu einem Seminar in Saarbrücken - die Geburtsstunde der Juso-Hochschulgruppen, dem Studierendenverband der Jusos und der SPD; der mehr als vier Jahrzehnte später aus bundesweit über 80 aktiven Gruppen besteht. Die Juso-Hochschulgruppen kämpfen für eine progressive und emanzipatorische Bildungs- und Gesellschaftspolitik und verstehen sich als feministischer, sozialistischer, internationalistischer und antifaschistischer Richtungsverband. Für diese politischen Ziele stehen sie auf - in den Gremien der Verfassten Studierendenschaft, an den Hochschulen sowie auf Landes- und auf Bundesebene.
Wie wurde der Verband, was er heute ist? Viereinhalb Jahrzehnte Juso-Hochschulgruppen sollen mit diesem Band von einigen Aktiven ihrer Zeit wiedergegeben werden. Leidenschaftliche Diskussionen, prägende Ereignisse, richtungsweisende Beschlüsse; aber auch Anekdoten und persönliche Erinnerungen finden hier Platz. So werden die Entwicklung der Studierendenvertretung seit 1973 und die Demokratisierung der Hochschulen nachempfunden. Aber auch innerverbandliche Debatten sowie das Verhältnis zur SPD und den Jusos haben die Juso-Hochschulgruppen immer beschäftigt und mal mehr oder weniger zu Kontroversen geführt. Durch die lebendigen Geschichten zahlreicher Ehemaliger wird die Geschichte der Juso-Hochschulgruppen entlang persönlicher Erlebnisse und Erinnerungen nacherzählt. Wir gewinnen so ganz unterschiedliche Betrachtungsweisen auf viereinhalb Jahrzehnte jungsozialistische Studierendenpolitik. 

Edgar Reitz
Die große Werkschau
440 S., farb. Abb., € 38,00
978-3-7410-0323-3
Die Frage Was ist Film? Was ist Kino? kann kaum ein anderer so gut beantworten wie Edgar Reitz. Reitz hat seinen ersten Kurzfilm 1954 gedreht, seinen vorläufig letzten Film 2013. Er ist einer der bekanntesten und geachtesten deutschen Filmemacher. In der langen Zeit seines Schaffens haben sich die technischen, ästhetischen und sozialen Bedingungen des Filme-Machens und Filme-Sehens grundlegend geändert. Maßgeblich am Aufbruch in den 60er Jahren beteiligt, erlebte er, wie in den 70er Jahren die Möglichkeiten für kreative Filmemacher im Kino verloren gingen. Aus dieser Krise befreite er sich, in dem er mit seinem Heimat-Epos, fürs Fernsehen produziert, neue Formen seriellen Erzählens entwickelte.
Dieses Buch ist aus zwei großen Werkschauen in Nürnberg und Wien hervorgegangen. Es vereinigt zum einen kompletten Überblick über das filmische Werk von Edgar Reitz, mit Produktionsangaben und bebilderten Kurzbeschreibungen, ergänzt durch Einführungen, die die Zeitumstände des Werks, aber auch das Gültige, das den Jahren standgehalten hat, hervorheben. Auf diese Weise ist eine Filmgeschichte der ganz besonderen Art entstanden: Das konkrete Werk wird im rückblickenden Dialog mit Publikum und Akteuren ein Dokument des Wandels des künstlerischen Schaffens und Verstehens. Edgar Reitz, Filmemacher, Autor und Hochschullehrer. 1932 geboren und im Hunsrück aufgewachsen, Studium der Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft in München. Zahlreiche Veröffentlichungen über Filmtheorie, Filmästhetik und Fragen der Zukunft der Filmkunst in Zeitschriften und Büchern.
Marburger Schriften zur Medienforschung [#61]


Cosmopolitan Cinema
Kunst und Politik in der zweiten Moderne
352 S., zahlr. Abb., br., € 34,00
978-3-89472-995-0
Der Kosmopolit, der sich in einer globalisierten Welt zwischen Nationen, Märkten und Identitäten wie selbstverständlich bewegt, avancierte in den letzten Jahren zu einer Schlüsseltrope zeitgenössischer Identitätsbildung und Selbstverständigung, wovon in jüngster Zeit unter anderem die Publikation zweier umfangreicher Sammelbände zeugen. Der Kosmopolitismus dient in diesem Zusammenhang als Inbegriff einer neuen Haltung zu internationalen Verflechtungen sowie Geld- und Menschenströmen zwischen Kontinenten und Nationen. Die Idee einer Weltgesellschaft wird - dies die zentrale These dieses Bandes - in den audiovisuellen Medien aufgegriffen und ausgeformt, indem Welt- und Gesellschaftsmodelle entworfen werden. Das Medium Film wird auf diese Weise im globalen Netz von Bewegungs- und Entwicklungsströmen einer Zweiten Moderne zu einem kosmopolitischen Akteur.
INHALT:
Matthias Christen/Kathrin Rothemund: Einleitung: Kosmopolitismus und Kino - eine Einführung
Susanne Lachenicht: Kosmopolitismus in historischer Perspektive
Magdalena Nowicka: Kosmopolitische Übergänge
Matthias Christen: Räume, Imaginationen, Modellgesellschaften
Oliver Fahle: Kosmopolitische Filmästhetik. Mediale und epistemische Moderne
Kathrin Rothemund: Flüssige Moderne. Audiovisuelle Bewegungsfiguren des Kosmopolitismus
Natalie Boehler: Das Kosmopolitische als Paradox: Filmische Grenzauflösungen
Ute Fendler: Afrikanisches Kino. Grenzen(loses) Kino einer Trans-Mediascape
Ivo Ritzer: Cosmopolitan Zulu: Zur medienkulturellen Logik von transnationaler Ad­aption und generischer Migration
Henriette Gunkel: Fiktionalisierung der Geschichte in der Zukunft. Eine afrikanistische chronopolitische Intervention
Alena Strohmaier: Cloud and crowd: Animation in Filmen der iranischen Diaspora
Christoph Büttner: „Das gute Leben“ - Zu Räumen und Imaginationen prämoderner Zukunftsentwürfe im deutschen Gegenwartskino
Daniela Berghahn: Das Mainstreaming diasporischen europäischen Kinos. Aus der ethnischen Nische zum populären Genre
Jacques de Villier: Image Making in (un)heimlichen Zeiten: Zeitlichkeit, Ort und transnationale Multiplizität in Pedro Costas Colossal Youth
Janine Wahrendorf: Kosmopolitische Terrotopien
Skadi Loist: Filmfestivals als Institutionen einen kosmopolitischen Filmkultur
Jochen Koubek & Stefan Werning: Computerspiele als kosmopolitisches Medium
Susanne Eichner: Transnationale Publika: Zur Rezeption dänischer Fernsehserien
Rania Gaafar: Material Specters - Kosmopolitiken medialer Erfahrung im postkinematographischen Filmbild

PostProduktion.
Herausgegeben von Fabienne Liptay
320 S., br.,  zahlr. farb. Abb., € 29,90
978-3-89472-841-0
Das Verhältnis von Film und Fotografie ist, gerade seit der Digitalisierung, neu zu definieren: Bewegung und Stillstand, Film und Fotografie, gehen ineinander über (z.B. durch filmisches Fotografieren), die mediale Grenzziehung verschwimmt. Die historische und aktuelle Beziehung beider Medien wird durch die PostProduktion zu erfassen versucht: Wie lassen sich Film und Fotografie über diese begreifen? Wo finden sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Ein Zusammenspiel? Es wird nach dem Austauschprozess und der ästhetischen Versuchsanordnung von Film und Fotografie gefragt. Der vorliegende Band dokumentiert die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich, die sich mit dieser Fragestellung/den Medien Film und Fotografie im Kontext ihrer PostProduktion auseinandersetzte.

Laura Niebling
Rockumentary
Theorie, Geschichte und Industrie
372 S., einige Abb., br., € 38,00
978-3-89472-842-7
Rockumentaries wie Woodstock (Oscar-Preisträger 1971), From Mao To Mozart: Isaac Stern In China (Oscar-Preisträger 1981) oder Amy (Oscar-Preisträger 2016) stellen seit den 1960er-Jahren einen wachsenden Anteil am dokumentarischen Markt in Kino, Fernsehen und Heimvideobereich dar. Ihre Darstellung populärer Musik - ein Begriff, der bereits beim Aufkommen des Begriffs mehr bedeutet als das limitierende Genre „Rock“ und heute eine Bandbreite von Pop- über klassische Musik bis zu Weltmusik umfasst - ist dabei nicht nur stilprägend, sondern auch maßgeblich bestimmt von der nordamerikanischen Musikindustrie und ihren Anforderungen an die Darstellung ihrer Produkte. Auf der Grundlage der Frage „Was ist die Rockumentary und wie funktioniert sie ökonomisch?“ hat sich die vorliegende Arbeit deshalb zum ersten Mal zum Ziel gesetzt jene losen Fäden in der Diskussion aufzugreifen und zu einer umfassenden Geschichte zu verbinden. Die Arbeit zeigt nicht nur die mediale Kontinuitäten bis zum Aufkommen der ersten großen Kino-Rockumentary-Welle in den 1960er-Jahren sowie deren Entwicklung bis zum jetzigen Zeitpunkt, sondern entwickelt darüber hinaus die audiovisuelle Darstellung von Musik in einem umfassenden theoretischen und historischen Vergleichsmodell. Die Entwicklung bis zum heutigen Zeitpunkt wird ergänzt um eine aktuelle Industriestudie, die nicht nur in der Tiefe die Verbindungen der einzelnen Industrieakteure beleuchtet, sondern auch erstmals den Prozess der Rockumentary-Produktion in seiner Gesamtheit abbildet. Filme, wie Monterey Pop (1968) und Justin Bieber - Never Say Never (2011), sowie das TV-Format Classic Albums (1992 - heute) werden als Beispiele aufgeführt und besprochen. Die Dissertation ist damit nicht nur eine Modell für die Analyse von Musikfilmmärkten, sondern auch ein Nachschlagewerk.

Fantastisches in dunklen Sälen
Science-Fiction, Horror und Fantasy im jungen deutschen Film
156 S., farb. Abb., € 16,90
978-3-7410-0321-9
Genrekino hat es schwer in Deutschland. Abseits der Komödie und dem Kriminalfilm im Fernsehen scheint sich hier eine klaffende Lücke aufzutun, die umso größer wird, je fantastischer die Stoffe werden. Science-Fiction, Horror und Fantasy finden nur selten ihren Weg auf die große Leinwand, scheitern oft schon früh an der Finanzierung und werden argwöhnisch von den Zuschauerinnen und Zuschauern beäugt. Der Genrefilm fristet heute ein Nischendasein, ist Außenseiter in dem Land, das Klassiker des fantastischen Films wie Der Golem, wie er in die Welt kam, Nosferatu, eine Symphonie des Grauens oder Metropolis hervorgebracht hat. Um diese vermeintliche Leerstelle mit Leben zu füllen, hat das letztjährige FILMZ-Symposium sich auf eine Spurensuche in der jüngeren Kino- und Fernsehgeschichte begeben. Der vorliegende Begleitband spiegelt die Ergebnisse dieses Unterfangens wider und wirft Schlaglichter auf Titel wie German Angst, Der Nachtmahr, Rammbock oder Wir sind die Flut. Seine Beiträge fragen nach Ursachen der weitverbreiteten Ablehnung, spüren aktuellen Tendenzen innerhalb der Filme nach und bringen ihr sozialkritisches Potenzial ans Licht. Sie lassen den Genrefilm aus dem Schatten hervortreten und machen «Fantastisches in dunklen Sälen» zur ersten Anlaufstelle für deutschsprachiges Fantastikkino. Herausgegeben von: Christian Alexius & Sarah Beicht | Marcus Stiglegger |Huan Vu | Lars R. Krautschick | Vera Cuntz-Leng | Rasmus Greiner |Tobias Haupts | Christian Pischel

Klassiker des tschechischen und slowakischen Films
224 S., farb. Abb., € 9,90
978-3-89472-845-8
In die Geschichte des europäischen Films schrieb sich der tschechoslowakische Film zweifellos mit der Nová Vlna ein, mit jener Neuen Welle der 1960er Jahre, die bis heute eng mit Namen wie Miloš Forman, Jiri Menzel oder Vera Chytilová verbunden ist. Über diesen Kanon hinaus werden im Band die wichtigsten tschechischen und slowakischen Filme seit 1930 vorgestellt: 25 Filme, die in ihrer Ästhetik und ihrem Sujet einen Eindruck davon geben, wie vielfältig sich eine tschechische, slowakische und tschechoslowakische Nation in ihren Filmproduktionen bis heute immer wieder neu beschreibt.


Carlo Thielmann
Tier und Film.
Zur Modellierung anthropologischer Differenz
272 S., einige Abb., br., € 34,00
978-3-89472-844-1
Filmtiere schreiben sich seit Beginn der Filmgeschichte in unsere Vorstellungen von Tieren und auch in die Selbstentwürfe der Spezies Mensch ein. Dieser Befund wirft eine Vielzahl von Fragen auf, unter denen jene nach Orientierung in dieser Allgegenwart der Tiere am wichtigsten erscheint. Die Studie „Tier und Film“ begreift deshalb Film als ordnende Größe und analytisch kompetentes Medium im Zentrum interdisziplinärer Methoden- und Theorieangebote, die sich in jüngeren Fachdisziplinen wie Cultural Animal Studies und Human Animal Studies verdichten. Als Technologie und kulturelle Praxis steht Film stets für die überlegene Sonderstellung des Menschen ein: Mit dem Medium Film erzählt sich der Mensch die Welt; macht sie sich verstehbar und meistert auch die Tiere. Im Kino ist die Spezies Mensch im Plenum ihrer kulturellen Möglichkeiten. Die konkrete Sinnlichkeit dieser Filmwelten bürgt allerdings nicht zuverlässig für diesen Sonderstatus. Das Filmtier ist der Realität des Films - nicht jedoch der Realität des Kinosaals - verpflichtet und damit radikal gebändigt und flüchtig zugleich. Aus dieser produktiven Paradoxie entstehen die Vorstellungen ‚Mensch’ und ‚Tier’ als medial, historisch und politisch situierte Phänomene einer filmischen Anthropologie. Mit dem Begriff der ‚anthropologischen Maschine’ (Giorgio Agamben) konzeptualisiert die Studie diese philosophische Unruhe als Modell für die Filmanalyse. Die Untersuchungen ausgewählter Filme tragen zu einer Theorie- und Modellbildung der diskursiven Ordnung des Filmtieres bei und nehmen auch Fragen nach Biopolitik, Körperinszenierung und filmischem Lebenseindruck in den Blick. In historischen Fallstudien werden diese Perspektiven auf dezidiert politisch situierte Stationen europäischer Filmgeschichte bezogen.
Mit dem Konzept des Films als anthropologische Maschine entwirft die Studie im Ergebnis die Architektur einer filmischen Anthropologie und ein Modell ihrer Analyse.
Folgende Filme werden besprochen: Werner Herzog - DIE HÖHLE DER VERGESSENEN TRÄUME (2010), BATMAN BEGINS (2005), Michael Apted - GORILLAS IM NEBEL (1988), NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS (1922), DER EWIGE JUDE (1940), LE VAMPIR (1946), DAS BLUT DER TIERE (1949),GRIZZLY MAN (2005)

Natalie Fritz
Von Rabenvätern und Übermüttern
Das religionshistorische Motiv der heiligen Familie im Spannungsfeld zwischen Religion, Kunst und Film
512 S., br., zahlr. farb. Abb., € 48,00
978-3-89472-847-2
Die Familie ist keine konfliktfreie Zone, sondern ein Ort, an dem Generationen und ihre jeweiligen Weltsichten aufeinanderprallen, an dem Genderrollen erlernt, vielleicht auch hinterfragt werden, an dem Werte und Normen vermittelt und soziale Kompetenzen trainiert werden. Es ist der Bereich, in dem Individuen primär sozialisiert werden, ein Mikrokosmos, in dem man allmählich für das «Leben draußen» vorbereitet wird. Diese Untersuchung möchte aus der Perspektive einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Religionswissenschaft intermediale Tradierungsprozesse am Beispiel des christlich konnotierten Motivs der Heiligen Familie im zeitgenössischen Arthouse-Film beleuchten. Anhand eines spezifischen Filmkorpus werden die Etappen der intermedialen Überlieferung dieses religionshistorischen Motivs vom 16. Jahrhundert bis heute rekonstruiert und Überlegungen in Bezug auf die damit verbundenen Bedeutungszuweisungen außerhalb der religiösen Tradition angestellt. Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Filmemacher: Susanne Bier, François Ozon und Pedro Almodóvar.

Reinhold Zwick
Familienbilder
Reflexionen und Konstruktionen zum Thema Familie im aktuellen Spielfilm
208 S., br., Abb., € 24,90
978-3-89472-846-5
Das klassische, aus dem 19. Jahrhundert tradierte und oft - nicht zuletzt von der Kirche - idealisierte Bild der Familie ist in der Moderne zunehmend fragwürdig geworden. Väter haben ihre Bedeutung als Alleinernährer verloren, Frauen sehen ihre Erfüllung nicht mehr allein in der Sorge für Ehemann und Kinder, die Ehe als einziges Modell gelebter Zweisamkeit hat Konkurrenz durch alternative Familienkonstellationen bekommen. Es gibt nicht mehr »die Familie«, sondern zahlreiche Familienbilder und eine Vielfalt an Modellen des Zusammenlebens. Die aktuelle, von der Pluralisierung der Lebensformen gekennzeichnete Situation und die Unübersichtlichkeit der Lage ist auch eine Anfrage an die Familienpastoral. Wie und ob die Kirche neue Antworten vor diesem Hintergrund findet, war zuletzt auch Gegenstand zweier von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynoden, die in dem päpstlichen Lehrschreiben Amoris Laetitia ihren Niederschlag fanden. Der vorliegende Band nähert sich dem Wandel der Familien im Spiegel von aktuellen Film- und Fernsehproduktionen. Zum einen geht es darum, wie Filme von »realistischen« Familien erzählen - im Alltag, aber auch in Extremsituationen, Krisen und Konflikten, zum anderen werden in den Figuren auch Idealvorstellungen von Familie und Lebensglück artikuliert. Im ersten Teil werden allgemeine Überlegungen zu Entwicklungsprozessen und Konflikten in der Familie aus psychologischer Sicht und zum spezifischen Wandel der Familienwerte entfaltet. Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse einzelner Filme: Höhere Gewalt von Ruben Östlund, Eltern von Robert Thalheim, Die Frau des Polizisten von Philip Gröning oder Schwestern von Anne Wild, wobei zu den beiden letzten Filmen ausführliche Interviews mit dem Regisseur bzw. der Regisseurin geboten werden. In populären TV-Serien wird das Familienthema in Bezug auf die Gegenwart in der TV-Soap Gute Zeiten, Schlechte Zeiten und in historischer Perspektive in der populären britischen Serie Downton Abbey untersucht. Ein spezieller Blick wird auf Familien in Kurzfilmen geworfen. Überlegungen zur Bedeutung des Films für die pastorale Arbeit der Kirche runden das Themenspektrum ab.
Autoren des Bandes sind: Hans Zollner, Christoph Neumaier, Ulrike Vollmer, Reinhold Zwick, Peter Hasenberg, Markus Leniger, Franz Günther Weyrich, Stefan Leisten und Stefan Orth.

Lenssen, Claudia
Andres Veiel
Zeitanalysen im Film und Theater
240 S., br., € 24,90
978-3-89472-717-8
Andres Veiel ist einer der bekanntesten Regisseure und Stückeschreiber der Gegenwart. Seine Filme haben viel zur wachsenden Aufmerksamkeit für den Dokumentarfilm jenseits stereotyper Formate beigetragen. Als Psychologe setzt der 1959 in Stuttgart geborene Filmemacher auf die Präsenz seiner Protagonisten und das Potential kritisch-empathischer Gespräche mit ihnen, als Schüler des polnischen Meisterregisseurs Kiéslowski auf die kinematografische Qualität imaginativer Leinwandmomente. Andres Veiel gelang eine für einen Dokumentarfilmer ungewöhnliche Karriere, die zudem unverkennbar auch von dem Impuls getragen ist, Kunst als Anstoß zum gesellschaftlichen Diskurs zu verstehen.
Jeder seiner Filme ein Solitär, spiegeln sich in ihnen doch zentrale Leitmotive wider, etwa die Auseinandersetzung mit struktureller Macht, Gewalt und Hybris. Seine Generationenporträts Die Überlebenden und Die Spielwütigen erzählen vom existentiellen Risiko des Erwachsenwerdens in der Leistungsgesellschaft. Wer, wenn nicht wir, die fiktive Biografie von Gudrun Ensslin und Bernward Vesper, Veiels erstem Spielfilm, lotet die innere Abhängigkeit der RAF-Generation von den Mustern ihrer vom NS geprägten Eltern aus. Black Box BRD, sein bekanntester Film, stellt die Welt des Bankmanagers und RAF-Opfers Alfred Herrhausen der des RAF-Terroristen Wolfgang Grams gegenüber und öffnet angesichts globaler Krisen den Blick auf die abgeschottet agierende Kaste der Investmentbanker - ein Stoff, den Veiel in dem Theaterstück Das Himbeerreich äußerst erfolgreich weiterentwickelt hat. Der Kick, eine minimalistische Theaterperformance und deren Verfilmung verdichten reale Aussagen und Reflexionen über einen brutalen Mordfall unter Jugendlichen zu einem beunruhigend exemplarischen Bild der Nachwendezeit. Mit Joseph Beuys, seinem bei der Berlinale 2017 uraufgeführten Porträt des Künstlers, kehrt Andres Veiel zur Kernfrage seines Werks zurück. Was tragen Theater, Film und Kunst, wie Beuys sie vertrat, zur Veränderung verkrusteter gesellschaftlicher Verhältnisse bei?
Claudia Lenssen stellt Werk und Wirkung von Andres Veiel anhand eines monografischen Textes, eines Gesprächs mit dem Künstler und ausführlichen Materialien vor

Henning Engelke
Metaphern einer anderen Filmgeschichte.
Amerikanischer Experimentalfilm, 1940-1960
480 S., einige Abb., br., € 48,00
978-3-89472-994-3
The Art That Never Was eröffnet eine neue Perspektive auf eine der produktivsten, aber in der Forschung bislang vernachlässigte Phase experimenteller Filmproduktion an den Schnittstellen von Filmästhetik, Kunsttraditionen, sozialem Wandel und wissenschaftlichem Paradigmenwechsel. Auf der Grundlage von bislang unerschlossenen Quellen folgt das Buch den miteinander verwobenen Entwicklungslinien von ästhetischer Innovation, dem Streben der Experimentalfilmer um kulturelle Anerkennung und Institutionalisierung sowie den sich verändernden Konfigurationen technologischer Bildmedien. Kanonische Arbeiten von Filmemachern wie Kenneth Anger, Maya Deren, James Broughton oder den Brüdern John und James Whitney werden im Kontext von übersehenen, hier oft erstmals besprochenen Filmen betrachtet. Diese erweiterte Sichtweise stellt etablierte historische und theoretische Annahmen zum Experimentalfilm dieser Zeit grundsätzlich in Frage. Zugleich erschließt sie neue historische Kontexte, in denen sich Produktion, Rezeption und kritischer Diskurs zum Experimentalfilm entfalteten. Methodisch verbindet das Buch ästhetische Analysen und archivalische Forschung mit einem medienarchäologischen Ansatz, um die Relevanz des Experimentalfilms für eine historische Perspektivierung aktueller Diskurse zu Medienwandel und posthumanistischen Konzeptionen von Subjektivität aufzuzeigen.

Imme Klages
I do not get rid of the ghosts.
Zur Exilerfahrung in den Filmen Fred Zinnemanns:
THE SEARCH (1948), THE NUN‘S STORY (1959) und JULIA (1977)
284 S., viele Abb., br., € 24,90
978-3-89472-843-4
Im Fokus der Dissertation steht die Analyse von Zinnemanns Filmen The search (1948), The nun‘s story (1959) und Julia (1977). Dabei untersucht die Autorin die geschilderten Exilerfahrungen des Regisseurs und damit die Verarbeitung dieser Thematik in seinen Filmen. Motive wie Identität, Verlust und Freundschaft im Exil werden herausgearbeitet. Exil bedeutet aus der Heimat, aus dem vertrauten Umfeld aus verschiedenen Gründen, wie politische Verfolgung und Krieg zu flüchten. Dabei bleibt grundsätzlich die Möglichkeit einer Rückkehr in das Vertraute. Die Exilerfahrung in den 1930er-1940er Jahren des letzten Jahrhunderts, ausgelöst durch die nationalsozialistische Rassenpolitik und die Verfolgung von Andersdenkenden, war hingegen durch die Unmöglichkeit der Rückkehr und die Ermordung der zurückgebliebenen Angehörigen geprägt. Es bedurfte Zeit, um mit dem Wissen über den Holocaust überhaupt umgehen zu können. Es gab keine psychologischen Beratungsstellen für die, die im Exil überlebt hatten, man war gezwungen allein mit der Trauer um die ermordeten Eltern und Verwandten zurechtzukommen. Die Verdrängung und die Konzentration auf die Arbeit, das eigene Kunstschaffen, war eine Möglichkeit für den Umgang mit der Katastrophe, die individuell bewältigt werden wollte. Die Exilerfahrung ist neben der individuellen auch eine kollektive Erfahrung, die eine ganze Generation von Filmemachern betraf, die durch die nationalsozialistische antijüdische Gesetzgebung nicht mehr berechtigt waren in der deutschen Filmindustrie zu arbeiten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern eine filmisch gestalterische Verarbeitung dieser Exilerfahrungen in der frühen Nachkriegszeit und darüber hinaus erfolgte. Dabei stehen jene Exilanten, die in der US- amerikanischen Filmbranche tätig waren und besonders Fred Zinnemann im Zentrum der Dissertation. Zinnemanns Filme The search (1948), The nun‘s story (1959) und Julia (1977) werden im einzelnen im Hinblick auf die geschilderten Exilerfahrungen, den Umgang mit Identität und Verlust, sowie das Motiv der Freundschaft im Exil analysiert.

Werner Busch
Filmkalender 2019
208 S., viele farb. Abb., br., 9,90 €
978-3-89472-940-0
Alles, was das Herz des Filmfans begehrt: über 1500 Geburts- und Todestage und ein gründlich überarbeiteter Anhang: Zeitschriften, Verlage, Buchhandlungen, Festivals, Institutionen und Verleiher, . Dazu viele Fotos und kurzweilige Textbeiträge. Cover: Audrey Hepburn in dem Film "Vacaciones en Roma" (dt.: "Ein Herz und eine Krone")
bereits angekündigt: ..........................................................................................zurück nach oben



Lexikon des internationalen Films - Filmjahr 2017
544 S., Abb., € 24,90
 978-3-89472-945-5
Das einzige Filmlexikon in Printform bietet einen umfassenden Überblick über das vergangene Filmjahr und hilft mit durchdachter Auswahl und klaren Bewertungen den Überblick zu behalten. Unverzichtbar für den Profi, hilfreich für den Filminteressierten. Inhalt: Eine Kurzkritik für jeden Film, der 2017 im Kino, im Fernsehen oder auf DVD/Blu-ray gezeigt wurde, - insgesamt mehr als 2000 Besprechungen. + Ein detaillierter Jahresrückblick erinnert an wichtige Ereignisse und Trends des vergangenen Filmjahrs. Ausgezeichnete Filme und DVDs, Kinotipp der katholischen Filmkritik, Festivals und Preise. Schwerpunkt: Der Europäischer Film in diesem Jahrhundert /Ranking: Die besten europäischen Filme /Special: Europa und der Film, Preise, Initiativen; Berichte aus Organisationen.

Nils Daniel Peiler
201 x 2001 Fragen und Antworten mit allem Wissenswerten zu
 Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum
120 S., br., € 9,90
978-3-89472-848-9
2018 feiert Stanley Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM seinen 50. Geburtstag. Kubricks Klassiker gilt heute als bedeutendster Science-Fiction-Film und ist ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen einer der meistzitierten Filmklassiker aller Zeiten. Pünktlich zum Jubiläum versammelt das Buch ein populäres Register an 201 wichtigen wie unterhaltsamen, immer wieder gestellten Fragen und Antworten zum Film, die den aktuellen Forschungsstand abbilden. Von A wie Affengrube über H wie HAL 9000 bis Z wie Zentrifugenjogging. Ein kompaktes Kompendium für alle Fans des Films und solche, die es werden wollen. 201 Fragen und Antworten zu 2001, u.a. Was essen die Astronauten? Wie wollte Kubrick den Erfolg seines Films absichern? Wie lange dauerten die Dreharbeiten? Wie reagierte das Publikum bei der Premiere? War der Film bei Drogensüchtigen besonders beliebt? Welche Erfindungen des Films gibt es heute wirklich? Was verkörpert der Monolith? Tauchen im Film echte Affen auf? Was ist ein Buschbaby? Ist 2001 für Kinder geeignet? Wie verhält es sich mit Sex im Weltraum? Wie ist das Sternentor gemacht? Wo erklärt der Film seine eigene Tricktechnik? Unter welchem Slogan wurde der Film vermarktet? Welche Zeile des Filmdialogs ist am berühmtesten? Wo kommt im Film eine deutsche Flagge vor?
Nils Daniel Peiler, Filmwissenschaftler (*1988) hat als Promotionsstipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg zur künstlerischen Rezeption von Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum geforscht, dazu unter anderem auch den Nachlass des Regisseurs an der University of the Arts in London ausgewertet und stand im Kontakt mit der Familie Kubricks. Er ist Kokurator der 2001-Jubiläumsausstellung im Deutschen Filmmuseum Frankfurt.
Kurzvideo

Weltentwürfe im Comic/film
Mensch, Gesellschaft, Religion
Herausgegeben von Theresia Heimerl und Christian Wessely
256 S. / zahlr. farbige Abb., br., € 24,90
978-3-89472-941-7
Comics, bis in die späten 1990er Jahre als kulturelles Randprodukt gering geschätzt, geraten in Zeiten der multimedialen Kommunikation zunehmend in den Aufmerksamkeitsfokus.
Im Comic erscheint das Bild auf das Allerwesentlichste hin destilliert und durch das Medium Text erweitert. In einem bis wenigen Bildern lassen sich so, optimiert für die Aufmerksamkeitsspanne der Web 2.0 - Generation, weltanschauliche, religiöse und soziale Probleme formulieren und zugleich scheinbare oder tatsächliche Lösungsvorschläge transportieren. Die Erforschung dieses Potentials ist allerdings noch weitgehend unentdecktes Gebiet.

Thomas Koebner
Von Träumen im Film
Visionen einer anderen Wirklichkeit
192 S., einige Abb., br., € 19,90
978-3-89472-616-4
Träume sind ein dünnes Gewebe, das beim Erwachen fast immer zerreißt. Wer die Teile zusammenflickt, muss damit rechnen, dass große Löcher übrig bleiben. Träume im Film - ähnlich wie Träume in der Literatur - sind konstruiert, oft erscheinen sie als dicht gefügte, bedeutungsvolle Szenenfolgen, die sonst schwerlich erkennbare Ängste und Wünsche einer Person aus dem Unbewussten ans Licht fördern. Filmerzähler stecken dabei in einem Dilemma: Der von ihnen geschaffene Traum darf nicht in unscharfen Bildern und vagen Umrissen entschweben, jedenfalls nicht auf die Dauer, auch nicht in abstraktem Formenspiel versinken: Der filmische Traum, wenn er denn einprägsam und Botschafter bestimmter Emotionen sein soll, braucht die ‚konkrete Szene‘, selbst wenn das Umfeld, sozusagen die Traum-Kulissen nur angedeutet und die Physiognomien der Traumpersonen vielleicht nur halbdeutlich wiedergegeben werden. Andererseits soll sich schon an der visuellen Oberfläche und im Nacheinander der Vorgänge zeigen, dass man keine Alltagsrealität vor Augen hat. Typische Traum-Signale sind Verwerfungen in Raum und Zeit, unerwartete Sprünge in der Erzählung oder unvorhersehbare Einblendungen, Doppel- oder Mehrfachbelichtung‚ ‚unnatürliche‘ Beschleunigungen oder Verlangsamungen, Verformungen der Optik und Verfremdungen der ‚abgebildeten‘ Dinge ins ‚Ver-rückte‘ und ‚Surreale‘. Tagträume dagegen bewahren eher einen logischen Zusammenhang als Träume im Schlaf und illustrieren ziemlich detailliert bestimmte, im Leben kaum oder noch nicht erfüllbare Sehnsüchte oder höchst subjektive Glücksvorstellungen eines Charakters. Unter anderem werden folgende Filme analysiert: Geheimnisse einer Seele, Otto e mezzo, Der letzte Mann, An American in Paris, The Secret Life of Walter Mitty, Akira Kurosawas Träume, Iwans Kindheit, Abre los ojos, Caotica Ana, Nightmare on Elm Street, IInception, On Body and Soul, 2001: A Space Odyssee The Last Temptation of Christ.

Leid-Bilder.
Die Passionsgeschichte in der Kultur
Herausgegeben von Daria Pezzoli-Olgiati, Natalie Fritz, Marie-Therese Mäder und Baldassare Scolari
600 S. / zahlr. farbige Abb., geb., € 44,00
978-3-89472-715-4
Die Passionsgeschichte als zentrale Narration der Evangelien löste nicht nur inner-, sondern in vielfältiger und bemerkenswerter Weise auch außerhalb der kirchlichen Traditionen unterschiedliche Rezeptionen und Reaktionen aus. Im Laufe der Europäischen Religionsgeschichte wurde sie in verschiedene Kontexte übertragen und mittels diverser Medien variantenreich umgesetzt: Das Spektrum reicht von der Malerei bis zu den Passionsspielen, von den Karfreitag-Prozessionen bis zu Bachs Werken, von Lesungen in den Kirchen bis zum sozialkritischen Kino. Diese Veröffentlichung setzt sich mit der Rezeptionsgeschichte der Passion im Film auseinander. In der Erforschung der Wechselwirkung zwischen Film und Religion, die die Filmgeschichte von Beginn an prägt, übernimmt die Passion eine zentrale Rolle. Die Liste der relevanten Werke ist lang und die damit assoziierten Themen ganz unterschiedlich: Bestimmte Filme übernehmen eine religiöse, fast liturgische Funktion, andere setzen das Motiv religionskritisch ein; einige Werke vertreten einen ethnographischen Blick oder erkunden die Grenzen des Skandals. Die Palette reicht vom Drama über die Komödie bis zum Musical. Stilistisch wird ein Bogen vom Stummfilm zu den opulenten historisierenden Werken bis hin zum experimentellen Autorenkino gespannt.

Short Cuts. Ein Verfahren zwischen Roman, Film und Serie
284 S., zahlr. Abb., br., € 29,90
978-3-89472-946-2
Der Band beschäftigt sich mit einer speziellen Art realistischen seriellen Erzählens, die Handlungstränge in kurzen Einheiten äquivalent erzählt. Komplexe Serien sind das narrative Format der Stunde. Darauf können sich die meisten Rezipienten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts vermutlich einigen. Wenn eine neue Staffel GAME OF THRONES beginnt, zieht das eine Stilgemeinschaft in Bann, die sich in den vergangenen Jahren weltweit, synchron und quer durch die traditionellen Bildungsschichten geformt hat. Es ist unmittelbar deutlich, dass ein so funktionierendes Erzählwerk schon formal anderen Kriterien zu genügen hat als, sagen wir, ein traditioneller Roman: Es muss -als Fernseh-, Netz- und Medienereignis - sofort und weltweit für Begeisterung sorgen, also über spektakuläre Eigenschaften verfügen. Wann immer populäre Kulturen einen Aufmerksamkeitserfolg erzielen, kristallisiert an diesem Erfolg sofort ein Konvolut ähnlicher Produkte. Jedes Faszinosum geht unmittelbar in Serie, strahlt aus, metastasiert und bezieht immer mehr Rezipienten in die spezifische Form spektakulärer Selbstreferenz ein. Short Cuts - das Zerstückeln und Neu-Montieren von Handlungssträngen, gehörte schon lange zu den beliebten und erfolgreichen Verfahren größerer Erzählformate wie Roman und Spielfilm. Aber was sind die Effekte eines solchen Erzählens? Dieser Band verortet die Short Cuts in den größeren Zusammenhängen von Realismus und Serialität. Kaum zufällig wurde das Verfahren zunächst in der Literatur der Zwischenkriegszeit auffällig, nach dem Scheitern der Avantgarden (Dos Passos, Fallada, Lampe, Koeppen). Heute ist es als ein beliebter und erfolgreicher Modus populärrealistischer Narration in Literatur (Schulze, Kehlmann, Krausser u.a.), Film (Short Cuts, Hundstage, Nachtgestalten, Traffic u.a.), Theater (Schimmelpfennig, Loher) und Serien (Desperate Housewives, Game of Thrones, The Wire, Traffik u.a.) allgegenwärtig.

Evelyn Echle
Ornamentale Oberflächen
Spurensuche zu einem ästhetischen Phänomen des Stummfilms
256 S., zahlr. Abb., br., € 29,90
978-3-89472-839-7
Die visuellen Welten des Stummfilms sind vielfach durch ornamentale Oberflächen geprägt: Interieurs wie Vorhänge, Teppiche, Tapeten, Möbel, Lampen und ebenso Kostüme. Neben der Funktion als Schmuck im diegetischen Raum erfasst das Ornamentale auch die Beziehung zwischen Figur und Umgebung sowie die Komposition des Filmbildes als Ganzes.
Galt das Ornament lange als ‹konservative› Form, so hat sich die ihm innewohnende Abstraktionskraft als ein Prinzip der Moderne erwiesen. Entsprechend zeichnet die Studie an ausgewählten Fallbeispielen film- und stilhistorisch nach, welche Rolle ornamentgeprägte Filmbilder für die Ausformung einer innovativen Filmsprache spielten und welche Ideen des zeitgenössischen Ornament-Diskurses sich in Kunst- und Filmtheorie damit verbinden. Das Buch zeigt, wie Prinzipien des Ornamentierens - vom Kino um 1910 bis hin zur Hochphase der Avantgarde in den 1920er Jahren - in die Inszenierung des Verhältnisses von Fläche und Raum eingreifen und eine neuartige Qualität des filmisch Visuellen schaffen.

Gewalt im Bild
Ein interdisziplinärer Diskurs
400 S., zahlr. Abb., br., € 48,00
978-3-89472-849-6
Darstellungen von Gewalt haben nie eindeutige Wirkungen. Alle gesellschaftlichen Debatten insbesondere nach Amokläufen sind aber immer wieder von Automatismen geprägt - und folgen überwiegend der Suggestionsthese, der gemäß die in Bild-Medien gezeigte Gewalt schlicht nachgeahmt, wiederholt werde. Trotzdem wird man sich der These einer generellen Wirkungslosigkeit affektiv dargestellter Gewalt auch kaum anschließen können. Das trifft, wenn überhaupt, nur auf sozial integrierte Menschen zu, die das Gesehene emotional verarbeiten, starke Gefühlsaufwallungen intelligibel auffangen können - und damit eine Reinigung von den erlebten Affekten bewirken im Sinne einer Katharsis-Theorie. In dem interdisziplinär ausgerichteten Band zu Bewegtbild (Film, Computerspiel) und statischem Bild (Foto, Malerei, Druckgrafik) geht es darum, die Kontexte und dispositiven Rahmen zu klären, in denen Gewalt im Bild dargeboten wird. Was ist textuell angelegt und zu dechiffrieren für den Betrachter? Welche Selbstreferenzialisierungs- und Emotionalisierungsstrategien werden wirksam? Was ändert die Häufigkeit des Medienkonsums, was propagandistische Absicht? Wird differenziert nach Arten der dargestellten Gewalt: ob sie etwa vorsätzlich verübt wurde - und die Rezipienten dann mit Trauer, Wut, Ekel, Verachtung oder Angst reagieren konnten?

La Circulation des images/ Die Zirkulation der Bilder
cinéma, photographie et nouveaux médias/ Kino, Fotografie und neue Medien
224 S., einige Abb., € 24,90
978-3-89472-972-1
Bilder sind während der gesamten Dauer ihrer Existenz in Zirkulationsprozesse eingeschrieben. Die Erforschung ihrer Zirkulation gilt seit jeher als konstruktiver Ansatz, um die Wirkung ihrer Verschiebung zwischen verschiedenen Orten der Bedeutungsproduktion zu beurteilen. Im medialen Kontext des frühen 21. Jahrhunderts erscheint diese Herangehensweise besonders relevant: Dies zeigt die Fülle jener Diskurse, die sich mit den gesellschaftlichen Risiken und Vorteilen der «freien Zirkulation» von Inhalten befassen, welche die neuen Kommunikationstechnologien mit sich bringen. Im Zeitalter des Internets und sich transformierender Medien stellt die Konstitution von Netzwerken, innerhalb derer die Bilder auf ganz neue Weise zirkulieren können, die visuelle Ökonomie unserer Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Dies veranlasst uns, den Fokus auf die Thematik der Zirkulation zu setzen. Die Entmaterialisierung der Bilder, die Vermehrung der Bildschirme sowie die noch nie dagewesene Geschwindigkeit des Austausches führen zu einer neuen Art des Bilderkonsums. Diese verwischt die Grenzen zwischen Produktion und Rezeption und zwingt uns, die Definition des Bildes und den Prozess seiner Sinnstiftung zu überdenken. Ein aussagekräftiges Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit liefern die Fotografien aus Abu Ghraib: Die von US-Soldaten fotografierten Bilder erniedrigter irakischer Gefangener, in der Absicht gemacht, die Feinde ins Lächerliche zu ziehen, erhielten durch die «unkontrollierte» Zirkulation (virale Verbreitung) eine ganz andere politische Bedeutung, nämlich das Anprangern von Gewalt. Die Publikation verfolgt demnach eine doppelte Fragestellung: Einerseits geht es um den Einfluss der neuen Praktiken auf die Begriffsdefinitionen von Produktion, Diffusion und Rezeption in den mit Bildern befassten Forschungsfeldern. Andererseits gibt die Publikation Gelegenheit, anhand von Fallstudien, die sich auf verschiedene Perioden und geographische Räume konzentrieren, die Idee der «Zirkulation der Bilder» in einer historischen Perspektive zu untersuchen. Dies erlaubt auch, das vorgeblich Neue dieser Zirkulationsphänomene besser einzuschätzen. Die Bilder werden so in ihrer Materialität, als wahrnehmbare Repräsentationen, betrachtet, ob es sich nun um filmische oder photographische Bilder handelt. Diese Einschränkung führt dazu, dass jene Ansätze aus unseren Untersuchungen ausgeschlossen werden, die Bilder lediglich als mentale oder verbale Repräsentationen auffassen. Letzteres kann insofern thematisiert werden, als es sich um Beziehungen zwischen dem konkreten Bild und den damit verbundenen Diskursen und Repräsentationen handelt. In jedem einzelnen Fall geht es darum, die Bedingungen für die Zirkulationsprozesse der Bilder herauszuarbeiten - seien diese materieller, sozialer oder politischer Natur - und nach dem Resultat der Zirkulation zu fragen. Die Aufsätze sind in drei thematische Rubriken eingeteilt, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Zirkulation der Bilder betreffen - transnational, transmedial, politisch - wobei sich die drei Bereiche auch überschneiden. Ausserhalb der drei Rubriken bietet der erste Aufsatz des Bandes zudem einen theoriegeschichtlichen Überblick über die Begriffe der Zirkulation und Diffusion.

Heidemarie Wieczorek-Zeul
Gerechtigkeit und Frieden sind Geschwister
Politisches Engagement in Zeiten der Globalisierung
Mit einem Vorwort von Pascal Lamy
184 S., zahlr. Abb., € 19,90
978-3-89472-599-0
Erstmals kann man das politische Engagement der als «rote Heidi» bekannten Politikerin in einer Gesamtschau nachlesen. Mit einem nüchternen aber auch humorvollen Blick skizziert Wieczorek-Zeul, was sich hinter den Kulissen zahlreicher politischer Auseinandersetzungen entlang ihres Weges zugetragen hat - und spart dabei Momente eigener Zweifel und Enttäuschungen nicht aus. Dabei wird nicht nur die Beharrlichkeit deutlich, für die Heidemarie Wieczorek-Zeul bis heute bekannt ist, sondern auch die Prinzipientreue und der kluge strategische Blick für das Mögliche, mit dem sie zahlreiche Veränderungen initiiert hat, die bis heute in der europäischen und globalen Politik nachwirken. Heidemarie Wieczorek-Zeul eröffnet mit ihrem Buch eine Diskussion über aktuelle politische Veränderungsmöglichkeiten in einer Zeit, in der politische Eliten und Bevölkerung gleichermaßen eine Entfernung voneinander beklagen. Sie plädiert leidenschaftlich für ein nie endendes, wertebasiertes Engagement mit dem Blick für die globalen Verflechtungen unserer Welt:
«Wir brauchen eine gerechte Weltordnung, um Gewalt den Boden zu entziehen. Stattdessen wächst aber die Weltunordnung. Es zeigt sich, dass das Wachstumsmodell, das auf Ausbeutung der natürlichen Ressourcen überall in der Welt beruht, am Ende ist und Probleme schaft, die uns im wahrsten Sinne zu Hause auf die Füße fallen.»
Heidemarie Wieczorek-Zeul war Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Gouverneurin der Weltbank von 1998 bis 2009. Sie gehörte als Abgeordnete von 1987 bis 2013 dem Deutschen Bundestag an. Zuvor war sie Abgeordnete des Europaparlaments (1979-1987) und von 1974 bis 1977 Bundesvorsitzende der Jungsozialisten. Von 1993 bis 2005 war sie stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD. Aktuell ist sie Vizepräsidentin der Freunde des Globalen Fonds Europa, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung und Mitglied des Aufsichtsrates der International Partnership for Microbicides (IPM).


Beratung in Zeiten der Digitalisierung
Gute Arbeit im Gespräch
Herausgegeben von Claudia Niewerth und Klaus Kost mit Beiträgen von Melanie Frerichs, Felix Hadwiger, Lars Hinkel, Burkhard Jung, Klaus Kost, Carsten Laakmann, Claudia Niewerth, Hans-Joachim Schabedoth, Peter Scherrer, Ralf Sikorski, Stefan Stracke, Falco Weidemeyer, Jörg Weingarten, Tobias Wienzek und Peter Wilke.
160 S., br., € 16,90
978-3-89472-942-4
Die Digitalisierung und die damit verbundenen Herausforderung in den Unternehmen der deutschen Wirtschaft ist zum Megatrend unterschiedlichster Disziplinen herangewachsen. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft befassen sich mit den Chancen und Risiken der nahenden oder bereits vollzogenen sogenannten „4. Industriellen Revolution“. Diese Entwicklung führt zu hohem Beratungsbedarf in den Unternehmen. Doch nicht nur auf Seiten des Managements ist Beratungsbedarf vorhanden. Beim Umgang mit Personaldaten, in Gesundheits- belangen, bei Betriebsänderungen und der Planung technischer Anlagen muss der Betriebsrat laut Betriebsverfassungsgesetz einbezogen werden. Dieses Buch nimmt die Heraus- forderungen der arbeitsorientierter Beratung in den Fokus: Welche Anforderungen werden an arbeitsorientierte Beratung im Zeichen der Digitalisierung gestellt? Welche Beratungs- und Unterstützungsleistungen werden zukünftig an Bedeutung gewinnen und nachgefragt? Wie sieht „arbeitsorientierte Beratung 4.0“ in Zukunft aus?


Anders leben - anders arbeiten.
Vorsorgendes Handeln in Wirtschaft und Gesellschaft
Herausgegeben von der Projekt Consult GmbH mit Beiträgen von Frank Bsirske, Oliver Burkhard, Thomas Fischer, Stefan Gärtner, Helene Hammelrath, Klaus Kost, Tobias Kronenberg, Antonia Kühn, Kai Lindemann, Fabienne Mainz, Michael Noack, Sadiye Mesci-Alpaslan, Julia Raspel, Reinhold Rünker, Wolfgang Schroeder, Walter Vogt, Jörg Weingarten, Gabi Wittekopf und Sebastian Zamorano-Fischer.
184 S., br., € 19,90
978-3-89472-296-8
Die Diskussion um den verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Umwelt, die Debatte über die zukünftigen Rahmenbedingungen der Arbeits- und Lebenswelt sind Themenstellungen, die zunehmend in der interessierten Öffentlichkeit, bei Gewerkschaften und in der Politik als integrierte gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Handlungsfelder diskutiert werden. Vorsorgendes Wirtschaften bedeutet in diesem Sinne einen erweiterten, vorausschauenden und umfassenden „360 Grad Blickwinkel“ der Unternehmen und aller mit Wirtschaft und Arbeit verbundenen Akteure einzunehmen - auf das Umfeld von Arbeit, Produktion, Leben und Gesellschaft, über den rein marktgerechten und wachstumsorientierten Fokus hinaus. Das Buch geht in thematisch unterschiedlichen Beiträgen den Fragen nach, mit welchen Konzepten, Strategien und Instrumenten es möglich wird, zukunftsfähig zu wirtschaften, verantwortungsbewusst die Arbeitswelt zu gestalten, die Umwelt zu schonen und alternative Wirtschafts- und Beteiligungsmodelle zu entwickeln.



"Alles dreht sich ... und bewegt sich" Der Tanz und das Kino
Herausgegeben von Ursula von Keitz und Philipp Stiasny
240 S., br., zahlr. farb. Abb., € 24,90
978-3-89472-617-1
Der aktuelle Erfolg von La La Land zeigt, dass Tanzszenen im Film immer noch und immer wieder funktionieren, seit dem erotischen Tanz der Stummfilmdiva Asta Nielsen über John Travolta in Saturday Night Fever bis zu Billy Elliot – I will Dance. Dabei können sie ganz unterschiedlich sein, zwischen Hochkultur und Kitsch, zwischen lässigem Vergnügen und der Dokumentation harter Arbeit. Alle Themenbereiche dieses reichhaltig und farbig bebilderten Buchs greifen unterschiedlichstes Filmmaterial aus Europa und den USA auf. Neben Spielfilmen werden Dokumentarfilme, Kurzfilme, Zensu-ausschnitte und frühe Projektionsformen dokumentiert. Ursula von Keitz ist Direktorin des Filmmuseums Potsdam. Außerdem ist sie wie ihr Kollege Philipp Stiasny Professorin für Filmforschung und Filmbildung an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.
Aus dem Inhalt: Die tanzende Gesellschaft: Kino im Dreivierteltakt. Die dramaturgische Funktion des Walzers im Spielfilm • Filmchoreographien und Geschlechterordnungen im Tango-Tanzfilm • Tanz der Jugend im Film – von der Disco zur Clubkultur • Verhüllte Ekstase. Kleidung und Tanz im Film • Solistinnen und Rebellinnen. Tanz und Frühes Kino dies- und jenseits der Bühne: Frühe Filmbeispiele und Tanz auf Youtube • Tänzerische Filmperspektiven in den 1920er Jahren in Deutschland • Gebieten über Körper – Tanz und Macht: Der Tanz der ‚minderwertigen Frau’ im deutschen Film der 1930er Jahre • Studio Spektakel. Der Tanz im klassischen Hollywood-Musical • Backstage. Tanz als Arbeit Tanz als Arbeit im Filmmusical • Der Gigolo im Film u.v.m.
Alles dreht sich ... und bewegt sich. Der Tanz und das Kino. Ausstellung im Filmmuseum Potsdam 15.07.2017 - 8.04.2018
Besucher*innen jeden Alters sind eingeladen, in die vielschichtige Welt des Tanzens einzutauchen: Zunächst positioniert sich der Tanz als Zentrum gesellschaftlicher Abendveranstaltungen zwischen Ballsaal und Disco. Neben Politik und Hochkultur zollt die Ausstellung auch dem Kitsch sowie der Jugendkultur Tribut. Gleich zu Beginn das erste Highlight der Ausstellung: John Travoltas weißer Anzug aus Saturday Night Fever. Das Publikum erwartet eine bunte Palette traumhafter bis wirklichkeitsnaher Musicals und kann sich insbesondere durch die Re-Inszenierung einer Szene aus dem DEFA-Klassiker Heißer Sommer mitten ins tanzende Geschehen stürzen. Bis zum heutigen Tag erzählen Filme die unterschiedlichsten Geschichten über das Tanzen und werden in der Ausstellung mit ihren ikonischen Kostümen präsentiert. Historisch begibt sich die Ausstellung zurück bis in die Kindheit des Kinofilms: Hier findet sich unter anderem der Reformtanz als frühe feministische Ausdrucksform im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Fortschritt und willkürlich wütender Zensur, die die frühe Verbindung von Tanz und Kamera in die Schmuddelecke zu stecken sucht. Hinter Bühnengassen tanzt Stummfilmikone Asta Nielsen ihren abgründigen Apachen-Tanz auf großer Leinwand und durch ein Guckloch können eine Reihe an für ihre erotischen Inhalte zensierten Tanzeinlagen beobachtet werden. Abschließend führt die Ausstellung in die versteckte Welt der Proben- und Backstage-Sphäre, die aufzeigt, welch harte Vorbereitung dem Tanz auf der Bühne üblicherweise vorangeht. Wer mag, kann hier selbst einmal an die Ballettstange treten und sich ganz als unerfahrene Ballett-Élève oder auch Primaballerina fühlen. Alle Themenbereiche greifen unterschiedlichstes Filmmaterial auf, das vornehmlich aus Europa und den USA stammt. Neben Spielfilmen werden Dokumentarfilme, Kurzfilme, Zensurausschnitte und frühe Projektionsformen zum Einsatz kommen, sodass die multimediale Ausstellung in jeder Beziehung die Möglichkeit bietet, ganz im Kosmos des Tanzens zu versinken und diesen mit Sicherheit rhythmisch beschwingt wieder zu verlassen.

Josef Hader
Filme und Mehr
Herausgegeben von Andreas Ungerböck
192 Seiten, Abb., br., € 19,90
978-3-89472-850-2
Der Begriff des Volksschauspielers ist zwar ein wenig aus der Mode gekommen, aber wenn es jemanden gibt, auf den Charakterisierung zutrifft, dann ist es ohne Zweifel Josef Hader, der dank seiner unglaublich populären Kabarettprogramme - allein Privat wurde von rund 500.000 Menschen gesehen - und seiner zahlreichen Filmrollen in einer Klasse für sich spielt. Seine Darstellung des mehr als zerknautschten Ex-Polizisten und Irgendwie-Privatdetektivs Simon Brenner, nach den Krimis von Wolf Haas (Komm süßer Tod, Silentium, Der Knochenmann, Das ewige Leben) ist längst in die Filmgeschichte eingegangen. Viele sind geneigt zu sagen, Josef Hader sei Brenner. Doch Josef Hader hat längst bewiesen und beweist es stets aufs Neue, dass er sich mit einem ihm zugeschriebenen Rollenfach nicht begnügt, und spätestens mit der grandiosen Darstellung des Schriftstellers Stefan Zweig in Maria Schraders Vor der Morgenröte hat er sich auch im „ernsten“ Fach eindringlich zu Wort gemeldet. Und auch sein Regiedebüt Wilde Maus, das bei den Berliner Filmfestspielen 2017 seine Premiere feierte, sorgte für berechtigtes Aufsehen. Dieses Buch - es ist das erste über Josef Hader als filmische Größe - unternimmt gemeinsam mit dem Kabarettisten / Schauspieler / Drehbuchautor / Regisseur eine Reise von den Anfängen bis zu den aktuellen Höhepunkten in seinem Schaffen. Ein ausführliches Gespräch mit Josef Hader und mehrere Textbeiträge namhafter Autorinnen und Autoren geben Einblick in die Vielschichtigkeit seiner Kunst, die unter anderem darin besteht, die Menschen zu unterhalten und zugleich zum Nachdenken über die Welt und über sich selbst anzuregen - eine schwierige Kunst, die Josef Hader wie kaum ein Anderer meisterlich beherrscht.

Sinnfragen des Lebens im Film.
Mensch - Gesellschaft - Spiritualität
Ein Lexikon mit 1500 Kurzkritiken
Herausgegeben von Johannes Horstmann
304 S., Abb., br., € 29,90
978-3-89472-708-6
Dieses Lexikon bietet 1500 Besprechungen von Filmen die sehr weitgefasst den modernen Menschen bewegenden Fragen behandeln, seien es persönliche Entwicklungsperspektiven, Gestaltung gesellschaftlicher Umbrüche oder die Suche nach Sinn und Wahrheit im Leben und in der Religion. Die besprochenen Filme setzen sich mit Sinnfragen in vielfältiger Weise auseinander: Sie behandeln zum einen konkret die Erfahrungen mit - nicht nur christlicher Religion und Kirche: Wie wird z. B. filmisch das Verhältnis von Islam zur westlichen Moderne reflektiert? Wie setzen sich die christlichen Konfessionen mit Fragen der Sexualität auseinander? Welchen theologischen Beitrag leistet der Film zum Themenfeld «Sterben in Würde»?
Andere Filme zeigen Menschen in schwierigen Situationen, nach dem Erleben von Verlusten, von Unrecht von Enttäuschungen, auf der Suche nach Freiheit und Glück. Vielfach sind in Filmen Vorstellungen von Kirche und Religion präsent, die als Angst- und Zerrbilder bis heute präsent sind. Besonders der Horrorfilm bedient sich bis heute überkommener Klischees von Kirche und Religion. In Science-Fiction und Fantasyfilmen werden Bilder von Religionen entworfen, die es real nicht geben mag, die aber von realen Erscheinungsformen von Religion inspiriert sind. Christliche und biblische Motive sind nicht nur in Inhalten präsent, sondern auch in Formen der Bildgestaltung, auch darauf verweist das Lexikon. Einen besonderen Nutzwert hat das Lexikon durch zahlreiche Register, die die besprochenen Filme nach nach Sachkategorien, Genres, biblischen und realhistorischen Personen und Regisseuren erschließen. Das Lexikon wendet sich an im Bildungsbereich Tätige, an Filmschaffende und an Redaktionen, sowie an Theologen, Religionssoziologen, Kulturwissenschaftler und generell an kulturell Interessierte.

Stefan Volk
Was Sie schon immer über Kino wissen wollten ...
2., ergänzte Auflage
288 S., viele Abb, br., € 16,90
978-3-89472-770-3
Das Buch bietet eine lose, lustige Sammlung von Trouvaillen, Fakten und Anekdoten rund um Kino und Film. Es ist ein Buch zum Durchblättern, zum Zwischendurchlesen und Stöbern. Nützliches steht neben Kuriosem, „unnützes Wissen“ neben allgemeinem Faktenwissen, Sinniges neben Unsinnigem.
DIE GRÖSSTEN FLOPS DER FILMGESCHICHTE?
DIE NAMEN DER KINDER VON BRANGELINA?
WELCHE SCHAUSPIELER SIND WÄHREND DER DREHARBEITEN GESTORBEN?
DIE 10 TEUERSTEN FILME ALLER ZEITEN?
DIE PEINLICHSTEN FILMFEHLER?
DIE LUSTIGSTEN DEUTSCHEN FILMTITEL?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt Was Sie schon immer über Kino wissen wollten... anhand von Listen – Top-Ten, Aufzählungen, Statistiken usw.
LESEPROBE:
WEIBLICHE BODY DOUBLES (UND DIE STARS, DIE SIE ERSETZTEN)
Marli Renfro (*1938, USA): Die ehemalige Stripperin war eines der ersten Playboy-Bunnies und vertrat für eine Gage von 500 Dollar Janet Leigh in der legendären Duschszene aus Alfred Hitchcocks PSYCHO (1960). Das kaum jemand davon wusste, rettete ihr später vermutlich das Leben. Der Serienmörder Kenneth Dean Hunt tötete 1988 nämlich Leighs Lichtdouble Myra Davis, von der er fälschlicherweise annahm, dass sie die Schauspielerin in der Duschszene ersetzt habe. Shelley Michelle (* 3. April 1962, USA): Die „Königin der Body Doubles“ (u.a. für Kim Basinger und Barbra Streisand) gab anstelle von Julia Roberts in den Nacktszenen von PRETTY WOMAN (1990) eine gute Figur ab. Übrigens ist auch auf dem Filmplakat mit den schwarzen High Heels nur der Kopf von Julia Roberts zu sehen, der Körper gehört dem Model Donna Scoggins. Sarah Lane (* 1983/84?, USA): Die Balletttänzerin und Solistin des „American Ballet Theatres“ tanzte für Oscar-Gewinnerin Natalie Portman in BLACK SWAN (2010) und sorgte für Zündstoff, als sie öffentlich erklärte, das in fast allen Tanzszenen getan zu haben. Regisseur Darren Aronofsky und Vertreter der Produktionsfi rma Fox Searchlight behaupteten dagegen, Portman habe in den meisten Szenen selbst getanzt.

Henry Taylor
Conspiracy!
Theorie und Geschichte des Paranoiafilms
704 Seiten, zahlr. tw. farb. Abb., br., € 48,00
978-3-89472-947-9
Im heutigen Zeitalter der Unsicherheit und Angst florieren konspirative Fantasien zuhauf. Verschwörungsfiktionen haben insbesondere in Film und Fernsehen Konjunktur. Im Zentrum des vorliegenden Bandes steht daher die Frage nach der medialen Konstruktion der kollektiven Imagination einer durch Verschwörung gesteuerten Welt. Dabei wird die These vertreten, dass die konspirationistische Fantasie als imaginäre Lösung und Reaktion auf die postmoderne Zersplitterung des Wissens zu begreifen ist, nachdem Jean-François Lyotard das Ende der “großen Erzählungen” der Moderne von Fortschritt und Emanzipation deklarierte. Gleichsam als Kompensation für diesen Sinnverlust bietet die konspirationistische Imagination neue, große Erzählungen an, nun freilich nicht mehr als optimistische Aufklärungsteleologie, sondern als dystopisches und mitunter apokalyptisches Narrativ. In der Inszenierung konspirativer und paranoider Szenarien kommt dabei dem Spielfilm eine privilegierte Rolle zu. Für die Gruppierung von Verschwörungsthrillern, paranoiden Dramen und mind-game-Filmen mit zunehmend vergrößerter konspirativer Reichweite hat sich in der Filmwissenschaft der ursprünglich aus der Fankultur stammende Begriff des Paranoiafilms durchgesetzt. Dieses zunehmend bedeutende mediale Phänomen wird hier erstmals umfassend in Theorie und Geschichte poetologisch und hermeneutisch gewürdigt. Im theoretischen Teil des Buches stehen genretheoretische, formale, narrative und motivische Aspekte des Paranoiafilms zur Diskussion, während dazu gleichzeitig die Themen Verschwörung, Paranoia und Verschwörungstheorie besprochen und in Beziehung gesetzt werden. Im historischen Teil werden in chronologischer Abfolge vier paradigmatische Narrative untersucht: der vorwiegend psychologisch ausgerichtete Meisterverbrecherfilm der 1910er bis 1930er Jahre; die paranoiden Spielarten des Film Noir in den 1940er und 50er Jahren, unter Einbezug des postklassischen Noir der 60er Jahre; der moderne, soziologische Verschwörungsfilm der 1960er bis 80er Jahre, in dem die Konspirationen zunehmend systemisch und unsichtbar werden; und schließlich die mind-game oder mindbender genannten Filme seit den 1990er Jahren, die sich im Zeichen der Metafiktion mit ontologischen und kosmologischen Verschwörungen beschäftigen. Zentrale Topoi sind unter anderem Mind Control, “Gehirnwäsche” und Überwachung. Nicht zuletzt geht es dabei auch um eine Allegorisierung der jeweils vorherrschenden Medien und ihrer Wirkungsmacht.

Horror Kultfilme
Herausgegeben von Jörg Helbig, Angela Fabris und Arno Rußegger
192 Seiten, einige Abb., br., € 24,90
978-3-89472-618-8
Der Band widmet sich unterschiedlichen Aspekten des Horrorfilms. Analysen von individuellen Filmen stehen neben Ausführungen zu einzelnen Genres (z.B. Gothic Horror, Giallo, Parodien) und zu spezifischen Aspekten wie Gewalt oder Musik im Horrorfilm. Neben bekannten Regisseuren wie Francis Ford Coppola und weniger bekannten wie Jessica Hausner stehen vor allem veritable Kultregisseure wie Dario Argento und Pete Walker im Blickpunkt. Besprochen werden u.a. Bram Stoker‘s Dracula, Profondo rosso, Hotel House of the Long Shadows,Frankenstein Junior Suspiria u.v.a. Beiträge von Susanne Bach, Angela Fabris, Michael Fuchs, Sabrina Gärtner, Jörg Helbig, Frank Hentschel, Benjamin Moldenhauer, Arno Rußegger und Marcus Stiglegger.

Science-Fiction-Kultfilme
256 Seiten, Abb., br., € 29,90
978-3-89472-971-4
Was ein Kultfilm ist, zumal ein Science-Fiction-Kultfilm, darüber ist eine verbindliche Einigung schwer herzustellen. Viele Faktoren können einen Film zum Kultfilm machen, erstaunlicherweise auch eher negative Dinge, billige Produktion, schlechte Qualität, lächerliche Spezialeffekte, trashige Anmutung oder kommerzieller Misserfolg. Aber natürlich spielen auch noch andere Eigenschaften eine Rolle, nämlich, ob ein Film als bahnbrechend und stilprägend empfunden wird, ob er ästhetisch innovativ ist, ob er die Epoche seiner Entstehungszeit beispielhaft widerspiegelt oder ob er selbstreflexiv mit den Genrekonventionen spielt. In diesem Buch werden erwartbare und weniger erwartbare Filme als Science-Fiction-Kultfilme vorgestellt, aber immer als Anregung auf eine (Re-)Vison des besprochenen Films.
Folgende Filme werden behandelt:
2001: Odyssee im Weltraum (GB/USA 1968), Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (GB/USA 1979), Blade Runner (USA 1982), Dune- Der Wüstenplanet (USA 1984), Die phantastische Reise (USA 1966), Inception (USA/GB 2010), Matrix (USA/Australien 1999), Der silberne Planet, (Polen 1988), Nirvana - Jagd im Cyberspace (Italien 1997), Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion (Deutschland 1966), The Rocky Horror Picture Show (GB/USA 1975), Total Recall - Die totale Erinnerung (USA 1990), The War Game (GB 1965).

Tullio Richter-Hansen
Friktionen des Terrors
Ästhetik und Politik des US-Kinos nach 9/11
276 S., br., zahlr. tw. farb. Abb., € 29,90
978-3-89472-956-1
In Erweiterung des 9/11- und (Anti-)Terrorismus-Diskurses untersucht die filmwissenschaftliche Studie die Inszenierung, Produktion und Rezeption des US-Spielfilms im Jahrzehnt nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001. Mit der Re- und Dekonstruktion medialer Darstellungen von ‹Terror› und dessen Bekämpfung wird gleichzeitig eine grundsätzliche Theorie zur Relation von Kino und Zeitgeschichte entwickelt. Exemplarische Analysen erfassen etwa Prozesse retroaktiver Umdeutungen (The Siege), filmisch-historischer Parallelisierungseffekte (Black Hawk Down), fragmentarischer Überrepräsentationen (United 93), multidimensionaler Tongestaltungen, asymmetrisch-zirkulärer Narrationen (Rendition), sinnstiftender Körperinszenierungen (The Hurt Locker), performativer Rahmungen (Redacted), genrelogischer Gruppierungen (In the Valley of Elah) sowie geschichtspolitischer Affizierungen (Zero Dark Thirty). Ungeachtet der Heterogenität der Einzelstudien resümiert die Untersuchung, dass die wesentliche Wirkungsweise und Diskursrelevanz der analysierten Filme gerade im Zusammenhang zwischen deren ästhetisch behaupteter Repräsentativität und deren spezifischer Konstruktivität begründet liegt. Dem physikalischen Phänomen der Friktion entsprechend, erklärt das ästhetisch-diskursive Aneinanderreiben der gegenläufigen Darstellungsmodi sowohl die Komplexität als auch die Kontroversität des US-Kinos der Post-9/11-Ära.

Dirk Brüderle / Michael Scholten
Auf den Spuren von Winnetou in Kroatien
160 S., br., €  16,90
978-3-89472-986-8
Orte des Kinos - Dieser Reiseführer bringt den Leser in die beeindruckende Naturkulisse, in der Pierre Brice und Lex Barker einst als Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft schlossen. Das handliche Buch führt zu Flüssen und Bergen, auf Plateaus und in die Nationalparks, in denen deutsche Kinogeschichte geschrieben, Kämpfe ausgetragen und legendäre Schätze versteckt wurden. Der Kult um die legendären Karl-May-Filme ist ungebrochen. Jetzt hat RTL drei neue Winnetou-Filme produzieren lassen, oft sogar an den Original-Drehorten der Klassiker aus den Jahren 1962 bis 1968. Denn die wildromantische Berglandschaft Kroatiens hatte einen beachtlichen Anteil am Erfolg der früheren Leinwandabenteuer. Ausführliche Wegbeschreibungen wechseln sich ab mit amüsanten Anekdoten über Dreharbeiten und die Schauspieler der alten und neuen Winnetou-Filme ab. Informationen über den nächsten Blockbuster Star Wars - Episode VIII oder die Erfolgsserien Game of Thrones und Die rote Zora, die ebenfalls in Kroatien entstanden, runden die cineastische Reise durch ein einzigartiges Filmland ab. 

Julia Schumacher
Egon Monk
REALISMUS ALS PROGRAMM
Modell einer Werkbiografie
352 S., Abb. € 34,-
978-3-89472-979-0
Egon Monk ist eine zentrale Figur der Fernsehgeschichte der Bundesrepublik. Die politisch motivierte Programmatik , die der „Brecht-Schüler“ 1960–1968 als Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel des NDR verfolgte, bleibt in keiner Überblicksdarstellung unerwähnt und seine Regiearbeiten gelten als wegweisend für das Fernsehspiel der Bundesrepublik; Ein Tag – Bericht aus einem deutschen Konzentrationslager 1939 (1965) ist mittlerweile zum Schulbeispiel der televisuellen Darstellung des Nationalsozialismus avanciert. Das Buch bietet eine umfassende Neuperspektivierung der Fernseharbeit Monks und zugleich ein Modell für eine medienwissenschaftliche Werkbiografie. Diese verbindet das Oeuvre eines ‚Autors‘ mit medienhistorischen und theoretischen Fragestellungen. Als Quellengrundlage dienen sowohl Monks Fernsehspiele und –filme als auch sein Nachlass, den Julia Schumacher als erste Forscherin einsehen und systematisieren konnte. Im Zentrum ihres Buches steht die Frage nach dem ästhetischen Konzept, das Monks Regiearbeit für das Fernsehen bestimmte. Dafür nimmt die Verfasserin erstmals das Gesamtwerk des realisierten Filmschaffens aus den Jahren 1953 bis 1988 in den Blick und ergänzt dieses um die nicht-realisierten Vorhaben, die sie aus fragmentarischen Entwürfen und Notizen erschlossen hat. In aufeinander aufbauenden Einzelstudien rekonstruiert sie das Werk sowohl in seinen Bezügen zu Monks Engagement in Theater und Hörfunk als auch in seinen intertextuellen Verflechtungen – den Bezügen zu Entwicklungen der inter/nationalen Filmästhetik, als Reaktion auf kulturgeschichtliche Kontexte, sowie im Hinblick auf die theoretischen Konzepte, die der Gestaltung zugrunde liegen. Den Fluchtpunkt ihrer Analysen bildet das bislang wenig erörterte Problem des realistischen Erzählens und Darstellens im Fernsehen. Durch die frühe prägende Arbeit am Berliner Ensemble ist der Begriff des Realismus für Monk politisch-programmatisch besetzt. Ebenso knüpft er an Brechts Idee der Verfremdung an, während ihn die wachsende und verändernde Medienumgebung veranlasste, immer wieder neu nach ästhetischen Lösungen zu suchen, um diesen Effekt zu provozieren. Daher bietet die Analyse der Ästhetik Monks auch einen anschaulichen Zugang zur Mediengeschichte der Bundesrepublik.

Riccarda Merten-Eicher
Kostümbild | Kostümdesign
Die Magie der Verwandlung
168 S., br., € 19,90
978-3-89472-958-5
Das Kostümbild gehört zu den Gewerken im Film, deren Arbeit man meistens nicht bewusst wahrnimmt. Kostüme senden erste Signale, Botschaften über eine Figur im Film oder im Theater. Das Buch gibt einen spannenden Einblick in die «Kostümsprache», von der ersten Inspiration, den Entwürfen über die finanzierbare Konzeption bis zur künstlerischen Umsetzung innerhalb des Filmwerks. Es ist ein lebendig geschriebenes Sachbuch einer erfahrenen Praktikerin. Die Leser erfahren wenig beachtete Hintergründe der Filmherstellung. Sie werden danach Filme ganz anders sehen und achten. Riccarda Merten-Eicher, geboren 1956, studierte 1977 bis 1979 am Deutschen Institut für Puppenspiel sowie Germanistik- und Philosophie in Bochum, Arbeit in freien Theatergruppen und Filmproduktionen. 1980 bis 1983 Ausbildung zur Modedesignerin beim Lette-Verein Berlin. 1983 bis 1992 Anstellung bei der Firma Theaterkunst Berlin, die historische und moderne Kino-, TV- und Theaterproduktionen ausstattet. Seither als freie Kostümbildnerin am Theater, für Kinofilme und Fernsehformate im In- und Ausland tätig. Zu ihren bekanntesten Werken gehören Carlos – der Schakal, Geliebte Clara und Die grüne Wolke
Aus dem Inhalt:
- Zum Berufsbild - Notwendige Interessen, Kenntnisse und Fähigkeiten
- Die technische Vorbereitung eines (Film-)Projekts
- Die Realisation
- Die Dreharbeiten
- Die Abwicklung
- Kostümbild für Serien
- Kostümbild für die Bühne
- Trendfunktion von Film- und Serienkostümen
- Wege zum Beruf


Storyboarding
Filmisches Entwerfen
232 S., zahlr. Abb., € 24,90
978-3-89472-966-0
Dieser Band dokumentiert die Ergebnisse eines Workshops, der verschiedene Kulturwissenschaften mit Filmpraktikern sowie Kinoarchivaren und Ausstellungsmachern in ein Gespräch über Storyboards zusammenbrachte. Die Fragestellungen zielten dabei überwiegend auf Möglichkeiten und Grenzen nachträglicher Sichtbarmachung von Storyboards als Ausstellungs- und Archivmaterial ab, auf einen möglichen Status als eigenständiges Kunstwerk, aber auch auf Prozesse verschiedener Zeichensysteme und Materialformen bei der Gestaltung von Bildern und Bildräumen. In drei Kapiteln werden dazu historische, systematisch-theoretische und objektbezogene Zugänge zu den Formen des Storyboards und den Verfahren und Techniken des Storyboardings eröffnet. Darin zeigen die Beiträge des Bandes, dass Umfang, Grad der Ausführung und Funktionalität ganz unterschiedliche Gestalt annehmen können und von groben, rein technischen Skizzierungen bis zu ausgestalteten, detaillierten Zeichnungen und individuellen Stilmerkmalen reichen. Titelgebend wird daher vom Storyboarding gesprochen, weil es um ein Verfahren geht. Andererseits ist es kaum weniger das eigenmächtige ‚Ding‘ Storyboard in seinen Techniken und Praktiken adressiert,das materialiter weder dem Drehbuch noch dem fertigen Film zugehört und in seiner produktionstechnischen Funktionalität allein nicht aufgeht. Die Beiträge des Bandes fragen danach, wie Storyboards selbst als dynamische „Blickanleitungen“ verstanden sein können: Wie dienen Storyboards der Vorstellung und Vorschreibung, ohne verbindlich oder gar eindeutig zu sein und die Bilder des Filmes tatsächlich vorwegnehmen zu können und zu wollen? Wie zerlegt das Storyboard Texte in Bilder, in Bewegungsabläufe und Kameraeinstellungen, wie löst es diese auf? Welche Wirkmacht kann in den eingezeichneten Pfeilen, Rahmen und anderen kinetographischen Zeichen erkannt werden? Und wie stellt sich das Storyboard daraus folgend als Bewegungsskript dar? Denn der Projektionsraum, den das Storyboard entfaltet, vollzieht ein Erzählen in Texten und Bildern, in Zeichen der Bewegung und Bewegtheit, der Bewegbarkeit und stellt in diesem Sinne ein dynamisches Storymodell dar, das in besonderer Weise die Imagination anspricht.

Karen Eifler
The Great Gun of the Lantern
Lichtbildereinsatz sozialer Organisationen in Großbritannien (1875-1914)
388 Seiten, zahlr. tw. farb. Abb., br., € 44,00
978-3-89472-955-4
Ende des 19. Jahrhunderts erfreuten sich öffentliche Lichtbildvorträge als Mittel der Belehrung und Agitation großer Beliebtheit. Mutterland dieser Medieninszenierung ist Großbritannien, wo eine eigene Wirtschaftsbranche mit Produktionsfirmen, Vertriebsstrukturen und kommerziellen wie nichtkommerziellen Anbietern von unterhaltsamen Shows und lehrreichen Vorführungen entstand. In britischen Groß- und Mittelstädten sind lantern lectures (Lichtbildervorträge) ein fester Bestandteil des Angebots öffentlicher Bildungsveranstaltungen. Soziale Organisationen, die in der Armenfürsorge und Armutsprävention tätig sind, setzen Projektionsaufführungen gezielt zur Propagierung ihrer Ziele, zur Mitgliederwerbung und zum Spendensammeln ein. Der Reiz dieses neuen Mediums wurde noch gesteigert mit festlichen Umzügen und multisensorischen Darbietungen wie der Kostümierung der Vortragenden und Operateure. Als „Great Gun“, als großartige „Bilderkanone“ zur Bekämpfung von Armut bzw. der durch Armut drohenden ,Sünde' bewährte sich der bildwerfende Projektor also nicht nur über die projizierten Bilder, sondern ganz wesentlich im szenischen Verbund mit sozialen Praktiken wie Umzügen, Gottesdiensten, Speisungen und gemeinsamem Singen. Die Autorin untersucht diese Medienpraktik am Beispiel von zwei christlichen Or/ganisationen der Temperenzbewegung (United Kingdom Band of Hope Union und Church of England Temperance Society), drei Organisationen christlicher Mission und Unterweisung (Sunday School Union, Church Army, Salvation Army) sowie zwei säkulare sozialpolitische Organisation (Co-operative Movement und Clarion Movement)

montage/AV[1/2017]
[Streams und Torrents]
Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation
208 Seiten, zahlr. Abb., € 16,90
978-3-89472-936-3
Als Streamen medialer Inhalte – Radiosendungen, Live-Übertragungen von Sportereignissen, Filme, Serien und andere Fernsehshows – wird vor allem die simultane und gekoppelte Übertragung und Wiedergabe über das Internet bezeichnet. Im Unterschied zum Herunterladen wird beim Streaming keine Kopie der Daten auf dem eigenen Rechner angelegt, die medialen Inhalte werden direkt abgespielt; die Daten werden nur kurz zwischengespeichert, anschließend wieder gelöscht. Obwohl verschiedene Codierungen und Formate des Streamens schon lange existieren, ist es erst in den letzten zehn Jahren dank zunehmender Bandbreite der Datenübertragung zu einer dominanten Form des Medienvertriebs geworden. So gaben in Deutschland 2015 in einer Studie 76 Prozent der Befragten an, mindestens gelegentlich Videostreaming zu nutzen. Ausgedünnt haben die immer breiteren Ströme dieses Mainstreams auch die sogenannten Sturzbäche (torrents), die noch vor einigen Jahren den größten Anteil am Datenverkehr über das weltweite Web ausmachten. Die Film- und Fernsehwissenschaft sollte sich mit der Realität von Streams und Torrents stärker konfrontieren im Bemühen, die jüngst entstandenen Flüsse und Sturzbäche zu kartografieren, auch weil sie auf neue Sedimentierungen und mediengeologische Verschiebungen verweisen. Das gilt zunächst etwa für die seit einiger Zeit beobachtete «neue Cinephilie», die stark mit der digitalen ‹Blogosphäre› und der neuen Verfügbarkeit von unbekannten Schätzen der Filmgeschichte im Internet zusammenhängt, aber auch für das kulturelle Phänomen des ‹Binge Watching›, das zwar im Stream nicht entstanden ist, sondern sich bis in die Frühzeit von Videogemeinschaften zurückverfolgen ließe, durch die Streamingangebote aber zu besonderer Beliebtheit gekommen ist. Es gilt ferner für Verschiebungen im Bereich der (Markt-)Macht, mit der die Frage nach dem Zugang zu kulturellen Gütern wie auch der Streit um Urheber- und Verwertungsrechte untrennbar verbunden bleiben. Mit dem Streamen verbindet sich also nicht nur die gewünschte vertikale Ausdehnung des Marktes für kulturelle Güter (mehr Titel, mehr Nutzer, mehr Werbung usw.), sondern eben auch die horizontale – in soziale und ökonomische Bereiche, die mit kultureller Produktion nicht mehr viel zu tun haben. Die Beiträge dieses Bandes betrachten Streams und Torrents aus verschiedenen Blickwinkeln.


Himmlische Frauen.
Nonnen in Film und TV.
Herausgegeben von Theresia Heimerl
200 S., Abb., br., € 24,90
978-3-89472-953-0
Katholische Nonnen bzw. Ordensfrauen begegnen dem durchschnittlichen Mitteleuropäer (und der Mitteleuropäerin) heute weit öfter in Film und TV als im wirklichen Leben - Grund genug, sich mit deren Darstellungen ebendort zu beschäftigen. Die Fragestellung der geplanten Publikation ist eine religionswissenschaftliche: Welches Bild von Nonne wird in verschiedenen populären Film- und TV-Produktionen entworfen und was sagt uns dieses über die Wahrnehmung katholischer Nonnen abseits kirchennaher Kreise?
Die Leitfragen der Beiträge sind: Die Analyse des Erscheinungsbildes der Nonne, die historische, soziale und politische Kontextualisierung sowie die Einordnung im jeweiligen Geschlechterrollenbild, das Verhältnis von Nonne und kirchlicher Hierarchie/Autorität und schließlich die intendierte Wirkung auf die ZuseherInnen. Mit diesen Fragestellungen gehen die AutorInnen der einzelnen Beiträge an die analysierten Produkte heran. Forschungsgegenstand der einzelnen Beiträge sind ausdrücklich jene Filme, TV-Serien und Werbespots, die für ein breites Publikum gemacht und auch von einem solchen rezipiert werden, also jener Bereich, der oft als Unterhaltungs- oder Populärkultur definiert wird. Nach Ansicht der HerausgeberInnen sind es nämlich eben diese Produktionen, welche das Bild der katholischen Nonne für viele Menschen heute prägen. Der Arthousefilm im engeren Sinn bleibt bewusst ausgespart, da hier die Fragestellungen wohl zumindest teilweise andere sein müssten und das klar abgegrenzte Profil des Bandes sprengen würden. Die einzelnen Beiträge sind sehr großzügig definierten Genres zugeordnet, aus denen prägnante Beispiele genauer untersucht werden. Ziel der Publikation ist es, Trends und Tendenzen in der Darstellung von Nonnenbildern in Film und TV herauszuarbeiten und deren Verhältnis zum jeweiligen Kontext deutlich zu machen.

Phlipp Blum
Experimente zwischen Dokumentar- und Spielfilm.
Zu Theorie und Praxis eines Ästhetisch 'queeren' Filmensembles.
336 S., zahlr. tw. farb. Abb., br., € 34,00
978-3-89472-709-3
Die Studie beschreibt und analysiert Filme, die uneindeutig zwischen Dokumentar- und Spielfilm stehen und präsentiert die gattungsmäßige Unterbestimmtheit solcher Filme als ihr wesentliches ästhetisches und reflexives Potential. Anders als es in den Begriffen wie mockumentary, fake-documentary und/oder fingierter Dokumentarfilm zum Ausdruck kommt, werden solche Filme als formal offene Experimente zwischen Dokumentar- und Spielfilm aufgefasst und gerade nicht als Spielfilme im Gewand des Dokumentarischen. Tatsächlich bringen diese Filme in ihren Gattungsverkreuzungen und -verflüssigungen hergebrachte Sehgewohnheiten ins Wanken und reflektieren die Binarität von Fiktionalität und Non-Fiktionalität auf eine performativ spielerische Art und Weise. Um diesem Merkmal Rechnung zu tragen, werden solche Filme als 'queer' bezeichnet. Mit diesem vor allem Judith Butler und einer dekonstruktivistisch argumentierenden Theorie des Geschlechts entlehnten Begriff perspektiviert die Studie Filme zwischen Dokumentar- und Spielfilm als Aushandlungsorte filmischer Bedeutungsproduktion im Spannungsfeld von Imaginärem und Wirklichem – Fiktionalem und Dokumentarischem.
Ausgehend von dieser Perspektive wird induktiv über sorgfältige Filmanalysen ein Ensemble von Filmen erschlossen, dessen größte Stärke gerade in der generischen Uneindeutigkeit liegt. Schließlich lassen die Filme in der Art und Weise, wie sie die ästhetische Aufmerksamkeit und auch das filmgeschichtliche Bewusstsein des Zuschauers adressieren, ehedem sichere Genrelektüren und Gattungserwartungen ins Wanken geraten. Damit wird nicht nur kritisch Aufklärungsarbeit gegenüber der vermeintlichen Selbstevidenz filmischer Bilder und Töne geleistet oder die Eigenwirklichkeit von Fiktionen veranschaulicht. Grundsätzlicher lassen 'queere' Filme sinnlich konkret über das Fiktionale und das Dokumentarische reflektieren, indem sie beides performativ zur Geltung bringen. Die Studie zeigt sich dabei von zwei Bewegungen gekennzeichnet: Einerseits wird die Ästhetik solcher Filme anhand ausgewählter Fallstudien analysiert so die Praxis dieser Experimente zwischen Dokumentar- und Spielfilm beschrieben. Andererseits leitet die Studie aus dieser Praxis eine Theorie dieser Filme als 'queer' ab und blickt auf die Herausforderungen, die diese Filme für ehedem stabile Konzepte filmtheoretischen Denkens wie etwa Fiktionalität und Wirklichkeit darstellen. Damit schaltet sich die Arbeit in einen anhaltend virulenten Diskurs ein und präsentiert einen originellen und gewinnbringenden Zugang zu den Filmen zwischen Dokumentar- und Spielfilm als experimentellen Anordnungen.

Martin Hennig
Spielräume als Weltentwürfe.
Kultursemiotik des Videospiels
424 Seiten, zahlr. Abb., € 48,00
978-3-89472-951-6
Die Erzählungen des Videospiels gelten kulturell nach wie vor weitestgehend als trivial, auch in der Forschung ist die konkrete Untersuchung der dort entworfenen Welten bislang nur auf einer sehr allgemeinen Ebene erfolgt. Martin Hennig hat sich deshalb erstmals umfassend den Weltentwürfen des Videospiels und ihren unterschiedlichen Ausprägungen innerhalb der aktuellen Videospielekultur gewidmet. Dabei werden semiotisch fundiert die Konzeption des Avatars und die damit verknüpften Vorstellungen von der Person mit den dargestellten Welten verknüpft. Es wird untersucht, wie strukturelle und inhaltliche Merkmale aktueller und historischer Beispiele durch das Videospieldispositiv bedingt sind; welche Auswirkungen der Medienwandel auf die Weltentwürfe in Videospielen hat und welche sozialen Nutzungsweisen das Onlinerollenspiel im Vergleich zum Offlinevideospiel ermöglicht. Damit werden Person und Raum, Avatar und Weltentwurf im Buch einerseits mit der spezifischen Medialität des Videospiels und andererseits zu kulturellen Diskursen in Beziehung gesetzt. In diesem Zusammenhang schließt Hennig insbesondere an Konzeptionen von ‹Privatheit› und ‹Öffentlichkeit›, ‹Freiheit› und ‹Überwachung› an. Insgesamt liefert die Kultursemiotik des Videospiels eine systematische semiotische Analysemethode, die gleichermaßen an Offline- und Onlinevideospielen validiert wird. Das Videospiel rückt hier sowohl in seiner semiotisch-ästhetischen Dimension als auch in seinen kulturellen Bezügen und Funktionen in den Blick und wird damit in vollem Umfang als kultureller Zeichenträger perspektiviert.

Maria Fuchs
Stummfilmmusik
Theorie und Praxis im „Allgemeinen Handbuch der Film-Musik“
240 S., br.,  € 29,90
978-3-89472-619-5
Zu Zeiten des Stummfilms wurden die Vorführungen live durch Pianisten begleitet. Eine individuelle Begleitmusik für die jeweiligen Filme gab es nicht, die Pianisten mussten in der Lage sein, sich auf unterschiedliche Filme schnell einzustellen. Hilfreich war dabei das Allgemeine Handbuch der Film-Musik, das 1927 von Hans Erdmann, Ludwig Brav und Giuseppe Becce herausgegben wurde. Mit diesem Handbuch liegt die umfangreichste und wohl bedeutendste Dokumentation der Musikpraxis des Stummfilms der 1920er Jahre in Deutschland vor. Es enthält unter anderem ein thematisches Skalenregister, das eine ausgereifte, künstlerische Methode für die Musikillustration des Stummfilms bot. Das Allgemeine Handbuch der Film-Musik dokumentiert und reflektiert eingehend die .musikalische Illustratiors. des Stummfilms im Deutschland der 1920er Jahre und ist Ausgangspunkt von Fuchs Beschreibung der unterschiedlichen theoretischen und praktischen Diskurse der Stummfilmmusik

Hans-Joachim Schabedoth
SPD und Merkel - Vernunftehe vor der Scheidung
128 S., br., 12,90
978-3-89472-299-9
 Der Wähler hatte am 22. September 2013 keine Lust mehr auf die Wiederholung schwarz-gelber Regierungsarbeit. Angela Merkel musste sich neue Partner suchen. Die Grünen wollten noch nicht. Die SPD zögerte zunächst, testete dann aber doch in wochenlangen Verhandlungen die Kompromissfähigkeit der Merkel-Union. Viele Ziele aus ihrem Wahlprogramm ließen sich auch in einer zweiten großen Koalition mit Angela Merkel verwirklichen. Die SPD-Basis hatte dazu grünes Licht gegeben. Schon im ersten Jahr stand fest: Es gibt den Mindestlohn, verbesserte Chance für den Ausstieg aus dem Arbeitsleben mit 63, eine Doppelpassregelung, die Mietpreisbremse. Auf dem Feld der Wirtschaftspolitik gab es neue Töne und Auftrieb für staatliche Gestaltungspolitik. Die Energiewende wurde vom Kopf auf die Füße gestellt. Die sozialdemokratisch geführten Ministerien entpuppten sich als Motor der Koalition. Die Wählerschaft war lange Zeit höchst zufrieden mit ihrer Wahlentscheidung. Unzufrieden blieb die SPD. Ihr öffentliches Ansehen hatte sich nicht verbessert. Die besten Regierungsleistungen wurden vereinnahmt als seien sie keine Kampferfolge, sondern schlichte Merkel-Politik. In einer Welt- und Europapolitik, die aus den Fugen geriet, erwies sich die Merkel-Regierung als ruhender Pol. Alles änderte sich ab Sommer 2015 mit der Flüchtlingskrise. Angela Merkels ungewöhnliche Entscheidung für eine Willkommenskultur polarisierte ihr eigenes Lager. Auch die SPD ließ Federn. Die Anti-Euro-Partei AfD wurde die Anti-Ausländer-Partei. Solide Regierungsarbeit gab es immer noch, doch es fehlte ihr der Glanz. Die Grenzen von Interessenüberschneidungen im politischen Alltagsgeschäft bekamen wieder stärkere Konturen. Der näher rückende Wahltermin machte Böcke und Schafe deutlicher identifizierbar. Mit dem Wechsel des profilierten Europapolitikers Martin Schulz an die SPD-Spitze wurde wieder für möglich gehalten, was der Gabriel-SPD kaum noch jemand zutrauen wollte: Beim nächsten Wahltermin am 24. September 2017 ist ein Machtwechsel möglich. Vier Jahre Koalition mit SPD, Angela Merkel und den sich fetzenden Partei-Schwestern CDU/CSU haben das Arbeiten und Leben der Menschen verbessern können. Das lässt sich gut belegen. Wie kann es weitergehen? Welche Koalitions-Optionen sind realistisch? Alles dies wird im neuen Schabedoth-Buch aufgezeichnet. Seit der Helmut-Kohl-Zeit, über den Wechsel von unseren Jahren mit Gerhard Schröder zur ersten Merkel-SPD-Koalition, bis hin zur schwarz-gelben Politikverwaltung hat Schabedoth die politischen Abläufe kritisch verfolgt. Seit 2013 kann er es als Bundestagsabgeordneter der SPD auch aus einer Binnensicht tun. Das verschafft seinen Beobachtungen und Bewertungen eine besondere Bedeutung. Ergänzt wird seine Arbeit mit einer Chronik zu den wichtigsten Merkposten schwarz-roter Regierungsarbeit in den turbulenten Zeiten 2013-2017.

Lexikon des internationalen Films - Filmjahr 2016
544 S., Abb., € 24,90
 978-3-89472-950-9
Das einzige Filmlexikon in Printform bietet einen umfassenden Überblick über das vergangene Filmjahr und hilft mit durchdachter Auswahl und klaren Bewertungen den Überblick zu behalten. Unverzichtbar für den Profi, hilfreich für den Filminteressierten.
Inhalt:
Eine Kurzkritik für jeden Film, der 2015 im Kino, im Fernsehen oder auf DVD/Blu-ray gezeigt wurde, - insgesamt mehr als 2000 Besprechungen.
Ein detaillierter Jahresrückblick erinnert an wichtige Ereignisse und Trends des vergangenen Filmjahrs.
Ausgezeichnete Filme und DVDs, Kinotipp der katholischen Filmkritik, Festivals und Preise.

Schwerpunkt:
Filmjahr SERIEN-GUIDE
Die 40 Besten, ausgewählt von der Jahrbuch-Redaktion
50 Kritiken zu aktuellen Serien (2014-2016)
Die 10 besten Serien-Klassiker auf DVD/BD




Wolfgang Staudte
Ein unbequemer Kritiker der Gesellschaft
256 Seiten, Abb., € 24,90
 978-3-89472-969-1
Das Buch entstand anlässlich des 30. Todestages des in Saarbrücken geborenen Regisseurs Wolfgang Staudte und soll die Erinnerung an diesen Regisseur wachhalten, der in seinem Selbstverständnis als politischer Regisseur sich dafür einsetzte, Verantwortung zu übernehmen und sich kritisch für die Gesellschaft zu engagieren. In seinem filmischen Schaffen war er ein stets unbequemer Mahner gegen das allzu bereitwillige Vergessen der Verbrechen des Nationalsozialismus und der Autoritätsfixierungen, die zu ihm beigetragen hatten, etwa durch seine wichtigen Filme Rosen für den Staatsanwalt (1959) und Der Untertan (1951),

Klos, Stefanie
Fatih Akin
Transkulturelle Visionen
212 Seiten, 20 Abb., € 19,90
978-3-89472-957-8
Der Regisseur Fatih Akin ist auf nationalen und internationalen Filmfestspielen vielfach ausgezeichnet worden, er gilt als Aushängeschild des Deutschen Films. Dennoch wurde in vielen Veröffentlichungen der letzten Jahre häufig sein Migrationshintergrund hervorgehoben und dabei auch zum Ausgangspunkt von Filmanalysen gemacht. Stefanie Klos löst Fatih Akin aus diesem einseitigen Blickwinkel heraus und liefert eine analytische Gesamtschau seines bisherigen Schaffens als Filmemacher, die es vermag, alle ästhetischen und narrativen Elemente im Sinne eines transkulturellen Mix zu integrieren und als gleichwertig nebeneinander zu stellen.

Matthias Herz
Das Privat-Fernsehen
Reality TV als Trägerkonzept medienvermittelter Privatheit im deutschen Fernsehen
320 Seiten, br., € 29,90
978-3-89472-982-0
Reality TV hat die deutsche Fernsehlandschaft im neuen Jahrtausend nachhaltig geprägt. Seit Big Brother wird die Entwicklung vielfach von lebendigen Diskursen über den Untergang des Abendlandes, über Voyeurismus und nicht zuletzt über die Verzerrung und Inszenierung der gezeigten Inhalte begleitet. Realität allein scheint dabei nicht als Charakteristikum von Reality TV geeignet zu sein, wie der bislang ausstehende Konsens über den eigentlichen Kern des Gegenstandes belegt. Das Privat-Fernsehen schafft eben diese Grundlage und betrachtet Reality TV im Rahmen seiner inszenierten Authentizität, die es über eine Fokussierung auf die Domäne des Privaten beansprucht. Reality TV wird deshalb als privacy programming verstanden. Mit Blick auf das Konzept einer Medienkultur wird in Medien- und Diskursanalysen der Frage nachgegangen, inwiefern inszenierte Setzungen filmischer Realität die gesellschaftliche Realität zumindest mitbestimmen können. Oder: Wie die Fernsehrealität zur Realität ihrer Zuschauer steht.

Walder, Martin
Claude Goretta - der empathische Blick
240 S., zahlr. Abb., br., € 24,90
978-3-89472-975-2
Claude Goretta steht zusammen mit den beiden anderen Genfer Cineasten Michel Soutter und Alain Tanner in den 1960er und 70er Jahren für das Aufblühen eines neuen schweizerischen Spielfilms mit zunehmendem internationalem Renommee. Beeinflusst von den italienischen Neorealisten ebenso wie vom britischen Free Cinema debütiert Goretta zusammen mit Tanner 1956 im preisgekrönten Londoner Kurzfilm Nice time und beginnt darauf eine äusserst vielseitige Karriere bei der Télévision de la Suisse Romande (TSR), bevor er sich dann mehr und mehr in Richtung Kinospielfilm bewegt. Bis in die erste Zeit unseres Jahrhunderts fügt sich so ein imponierend weit gefächertes Werk, das fruchtbare und lebendige Jahrzehnte schweizerischer Fernseh- und Filmgeschichte repräsentiert. Goretta erweist sich in seinem Weltverständnis als sozial sensibler Zeitgenosse und seismografischer Diagnostiker. Dabei kann auf zahlreiche, auch unpublizierte Interviews, Gespräche und Zeugnisse zurückgegriffen werden. Was sich ergibt, ist ein Bild von Claude Goretta als dem vielleicht vielseitigsten Schweizer Filmemacher seiner Zeit.
Bekannte Filme von Claude Goretta:
1970: Der Verrückte (Le fou)
1971: Hochzeit im Grünen (Le jour des noces)
1977: Die Spitzenklöpplerin (La dentellière) - mit Isabelle Huppert
1980: Die Verweigerung (La provinciale) - mit Bruno Ganz, Angela Winkler
1983: Der Tod des Mario Ricci (La mort de Mario Ricci) - mit Gian Maria Volontè
1993: Maigret und die Keller des Majestic
1994: Der Kummer von Flandern (Le chagrin des Belges)
1995: Maigret hat Angst
1996: Le dernier chant

Vignold, Peter
Das Marvel Cinematic Universe - Anatomie einer Hyperserie
Theorie, Ästhetik, Ökonomie
176 Seiten, zahlr. Abb., € 19,90
978-3-89472-970-7
Das seit 2008 kontinuierlich expandierende Marvel Cinematic Universe gilt als das kommerziell erfolgreichste Filmfranchise der Gegenwart. Die hohe Erfolgsquote des mittlerweile zur Walt Disney Corporation gehörenden Marvel Studios hat eine Reihe von unterschiedlich weit fortgeschrittenen Nachahmungsbemühungen seitens Hollywood in Gang gesetzt, die Formel des Cinematic Universe auf ihre eigenen Filmfranchises zu übertragen. Was aber ist ein Cinematic Universes und wie unterscheidet es sich von einer herkömmlichen Fortsetzungsserie im Kino? Dieser Frage wird anhand einer Untersuchung des Marvel Cinematic Universe am Ende seiner zweiten „Phase“ nachgegangen.
Das Marvel Cinematic Universe, das über Kinofilme hinaus auch TV- und Webserien hervorgebracht hat, führt den Begriff der linear organisierten Serie an die Grenzen seiner Beschreibungsfähigkeit. Der Autor stellt diesem das Konzept der multilinearen Hyperserie entgegen, mit dessen Hilfe sich die serialisierten Narrationen des MCU hierarchisch strukturieren und ihre Relationen zueinander bestimmen lassen. Auf der Grundlage von theoretischen Überlegungen zu Ästhetik und Ökonomie der Serie im Kino und der Betrachtung einiger Fallbeispiele aus Film und Fernsehen zeichnet der Autor anhand des X-Men-Filmfranchises den Übergang von einer linearen Serie zu einer multilinearen Hyperserie nach, und wendet das hier entstehende Modell in einer anschließenden Analyse auf das Marvel Cinematic Universe an, in dem unterschiedliche, interseriell kohärente Binnenserien an einer den einzelnen Film übersteigenden Narration mitschrieben. In einer ausführlichen Auseinandersetzung mit den im MCU zur Anwendung kommenden Serialitätsstrukturen, aber auch unter ständiger Berücksichtigung der die Filme und Serien begleitenden Produktionsdiskurse, verdeutlicht der Autor Zusammenhänge zwischen Ästhetik und Ökonomie eines visuell neu formatierten, seriellen Blockbusterkinos vor der Hintergrund einer Kultur der Medienkonvergenz.

Köhler, Kristina
Der tänzerische Film
Frühe Filmkultur und moderner Tanz.
432 Seiten, zahlr. Abb., € 38,00
978-3-89472-840-3
Schon um 1900 beschrieben Besucher früher Filmvorführungen das Flackern auf der Leinwand als «Tanz der Bilder». Die Idee, dass Filme Tanz nicht nur aufzeichnen, sondern selber - über die Projektion, Kamerabewegungen oder Montage - tänzerische Bewegungseffekte freisetzen, zirkuliert seither durch Filmkritik und -theorie. Der Band untersucht die Denkfigur vom tänzerischen Film und zeichnet ihr Entstehen im Kontext der intermedialen Geschichte von früher Filmkultur und modernem Tanz zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach. Gezeigt wird, wie das Kino im Kontext von Tanz, Körperkultur und Gymnastik als «Bewegungskunst» modelliert wird und wie es sich - parallel zu und in Wechselwirkung mit dem modernen Tanz - als Praxis und Erfahrungsraum etabliert, an dem neue Formen der Bewegung und Wahrnehmung erprobt werden. Erarbeitet wird ein innovatives Theorie- und Analysemodell, das medienarchäologische Ansätze mit Theorien der Wahrnehmung, Bewegung und Körperlichkeit verknüpft. Dieser Zugriff erlaubt, die Geschichte des tänzerischen Films über ein breites Spektrum an Beispielen in den Blick zu nehmen: an den Tanz- und Trickszenen des frühen Kinos, wissenschaftlichen Bewegungsstudien und Zeitlupen-Aufnahmen, Tanz- und Kulturfilmen, Tanzlehrfilmen, Filmkomödien und Melodramen der 1910er Jahre bis hin zu den ‹absoluten› Experimentalfilmen der frühen 1920er Jahre. Die Zusammenschau verbindet die Analyse der Filme mit den Filmtheorien und Aufführungspraktiken der damaligen Zeit und beleuchtet zentrale Beispiele über eine Fülle bislang unbekannter Archivmaterialien. So entfaltet sich ein faszinierendes Panorama der frühen Filmkultur, das zeigt, wie eng diese im Austausch stand mit Ideen des Tänzerischen der Körper- und Tanzkultur, bildenden Kunst, Philosophie, Physiologie, Bewegungswissenschaft, Lebensreform und populären Unterhaltungskultur.
Erstmals in den Blick genommen werden auch die Reaktionen moderner Tänzerinnen und Choreographen wie Isadora Duncan und Loïe Fuller, Rudolf von Laban, Mary Wigman und Gret Palucca auf den Film. Ihre Kommentare, mal polemisch gegen das Kino gewandt, mal euphorische Entwürfe einer intermedialen Bewegungskunst, eröffnen einen ganz eigenen Reflexionsraum auf das damals neue Medium. Im Zentrum ihrer Überlegungen steht die (auch tanztheoretisch relevante) Frage: Wie lässt sich Tanz verstehen, wenn er nicht mehr an den menschlichen Körper gebunden ist? Die entwickelte Theorie vom tänzerischen Film ermöglicht, diese Frage auch für aktuelle Filme - von der ‹Berliner Schule› bis hin zu Spielformen des Screen- und Videodance - zu reflektieren und zu klären, was es heißt, einen Film oder ein Video ‹tänzerisch› zu ‹erfahren›.

Seeßlen, Georg
Steven Spielberg und seine Filme
304 S., zahlr. Abb., € 29,90
978-3-89472-808-3
Steven Spielberg zieht seit vielen Jahren das Publikum mit seinen Filmen in den Bann. Er scheint das Geheimnis zu kennen, wie man das Publikum rührt. Das - und sein eigener unermüdlicher Ehrgeiz - haben ihn zum erfolgreichsten Filmregisseur aller Zeiten gemacht. Er hat Hollywoods Ruf als «Traumfabrik» wiederhergestellt. In seinen Filmen vereinen sich handwerklicher Perfektionismus, märchenhafte Fantasie und moralische Integrität.Manche seiner Filme sind moderne Märchen ( E.T. - Der Außerirdische, Indiana Jones, Die Abenteuer von Tim und Struppi) und rühren tief an die Erinnerungen unserer Kindheit, andere sind deutliche Anklagen gegen Leid und Unrecht in der Welt (Die Farbe Lila, Schindlers Liste, Der Soldat James Ryan). Aber die universale Verständlichkeit seiner Filme, die eindeutige Zuordnung zu Mainstream und Tradition dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in ihnen auch etwas über die Art unserer Wahrnehmung und die Zukunft unserer Gefühle verhandelt wird. Seeßlen versteht es meisterhaft und auf eine höchst spannende Weise hinter den Bildern der scheinbar wenig rätselhaften Spielberg-Filme die Ängste, Wünsche und Träume des modernen Menschen aufzudecken. Das reich bebilderte Buch behandelt filmübergreifend Spielbergs Themen, u.a. die Familienbeziehungen, die Sexualität, den Patriotismus sowie das Wunderbare, alles mit vielen Bilder verdeutlicht.

Standardsituationen im Film
Ein Handbuch
 420 S., br., € 29,90
978-3-89472-809-0
In Filmen - gleich welchen Genres - gibt es alltägliche Situationen, die doch immer wieder auf ähnliche Weise dargestellt werden. Gleichzeitig sind sie aber auch geschichtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen und passen sich den Sujets und Darstellungsformen der jeweiligen Genres an. Das Handbuch der Standardsituationen stellt die wichtigsten vor und analysiert ihr Potential für den Fortgang der Filmhandlung.
Folgende Standardsituationen werden behandelt:
Abschied - Angst und Furcht - Anklage/Verteidigung - Beim Arzt - Aufbruch - Auftritt/Abgang - Augenzeugen- und Lauschszene - Badelust (draußen und drinnen) - Banküberfall - Bar/Theke - Bedrohung - Erste Begegnung - Beichte/Geständnis - Bett - Botschaft/Heils- und Unheilsbotschaften - Büro - Duell/Zweikampf - Einbruch - Eingesperrtsein - Eintritt ins Idyll - Ekstase / Sucht - Erpressung - Erste Begegnung - Exekution - Familienzwist - Fensterblicke - Fest - Flucht - Folter - Gaststätte - Gebet - Geburt - Gefangen - Geistererscheinung - Gerichtssitzung - Gesangseinlage - Grenzüberschreitung - Heimkehr - Hochzeit - Hotel - Jagd - Jahrmarkt - Kabine - Kampf - Katastrophe - Küche - Konferenz und Versammlung -Kuss - Last-minute-rescue/Rettung - Liebesakt - Liebeswerben /Liebeserklärung - Mahlzeit - Mensch-Maschine - Mord/Totschlag - Mutprobe - Opferritual - Panik - Prüfung - Regen - Rennen - Schlacht - Schock / Überraschung - Schrei - Schule - Schweigen/Verschweigen - Selbst-Tötung - Showdown - Spiegelblicke - Sterben/Tod - Streit - Sturm - Tanz - Telefonieren - Trauer - Treppe - Überraschung/Schock - Unfall - Unter Wasser - Verfolgungsjagd - Vergewaltigung - Verhör - Versöhnung - Verstecken - Verwandlung /Maskerade - Warten - Wiedersehen



Die Hamburgische Dramaturgie der Medien
Egon Monk (1927 - 2007) - Autor, Regisseur, Produzent
272 S., br., € 29,90
978-3-89472-980-6

Egon Monk hat als Autor, als Regisseur für Theater, Oper und Fernsehen, als Produzent und Hauptabteilungsleiter im NDR und als Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg gewirkt und das Fernsehen zwischen 1960 und 1990 nachhaltig geprägt und einen hohen Qualitätsmaßstab gesetzt. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Bauern, Bonzen und Bomben, Die Geschwister Oppermann, Die Bertinis. Dieser Band versammelt Beiträge, die sich Aspekten der Werkbiografie Egon Monks widmen, die bislang noch nicht wissenschaftlich bearbeitet wurden und beleuchtet biografische Stationen und Tätigkeitsfelder, die in der vorliegenden Forschung lediglich als Randbemerkung Erwähnung finden (etwa: seine Arbeit für den Hörfunk, die Oper oder die Intendanz am Deutschen Schauspielhaus). Andere Beiträge verfolgen Spuren der Einflussnahme auf andere Regisseure wie Eberhard Fechner, Klaus Wildenhahn und Rolf Busch. Der seit Oktober 2014 zugängliche Nachlass von Monk beförderte viele neue Erkenntnisse.



Edgar Reitz
Heimat - Eine deutsche Chronik
Das Jahrhundert-Epos in Text und Bildern
544 S., br., 38,00 €
978-3-89472-999-8
Als die 11teilige Serie Heimat - eine deutsche Chronik 1984 erstmals in Fernsehen gezeigt wurde, galt sie sofort als unerhörtes Fernsehereignis und gehört heute zu den Meilensteinen deutscher Filmgeschichte. Das Epos begeistert und berührt immer neue Generationen und hat dem Hunsrück zur Identitätsbildung und der kulturellen Selbst-Vergewisserung verholfen. Da die alten Filmrollen zu zerfallen drohten, wurde das komplette Werk aufwendig digital restauriert und für das Kino neu geschnitten. Es kann jetzt wieder in vorher kaum wahrgenommener visueller Qualität gezeigt werden. Dieses Buch begleitet die restaurierte Wiederaufführung. Es enthält den nacherzählten Filmtext der neuen Fassung sowie viele weitere Informationen zum Werk.

Edgar Reitz
Die andere Heimat
Chronik einer Sehnsucht
Das Filmbuch
3. Auflage
296 S., 50 Abb., br., € 19,90
978-3-89472-868-7
NEWS: "Die andere Heimat" hat die Lola in Gold gewonnen!
Mitte des 19. Jh in einem ärmlichen Dorf im Hunsrück. Der junge Jakob Simon träumt von Indianern in Brasilien, von Sonne, Dschungel und fremden Sprachen. In seinem Film Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht lässt Edgar Reitz das Leben der Vorfahren der Familie Simon, deren Geschichte im 20. Jh. aus der Heimat-Trilogie bekannt ist, lebendig werden. Die Heimat-Trilogie – der erste Teil begeisterte vor beinahe 30 Jahren die Menschen – wurde weltweit von 100 Millionen Zuschauern gesehen. Auch der neue, fast vierstündige Film fesselt durch seine detailgenaue Beobachtung, seine Poesie und die Wahrhaftigkeit seiner Gefühle. Das Filmbuch zu Die andere Heimat enthält eine ausführliche Nacherzählung und Erläuterung des Films aus Sicht des Regisseurs. Ein zweiter Teil schildert die Entstehung des Schabbach Universums, die Arbeit des Filmteams und die Aufgaben, die es zu lösen hatte. Ein weiteres Kapitel handelt von der Stoffentwicklung und der Arbeit am Drehbuch. Ein umfangreicher Anhang informiert über die große Zahl der Mitwirkenden – Crew, Künstler, Haupt- und Nebendarsteller.   http://edgar-reitz.com/spielfilme/157-die-andere-heimat.html

Benner, Ruth
Metapoietische Filme
Über das Filmemachen ‹nach› Deleuze
272 S., br., 24,90 €
978-3-89472-996-7
VORAUSSICHTLICH ZUR BERLINALE LIEFERBAR
Metapoietische Filme“ sind Filme über das Filmemachen. Das „nach Deleuze“ im Titel meint, dass die vorgelegten Analysen mit Kategorien arbeiten, die Deleuze entwickelt hat. Es besagt aber auch, dass nicht nur Filme, die schon Deleuze analysierte oder zumindest hätte analysieren können, thematisiert werden, sondern auch solche, die nach seiner Zeit entstanden sind. Folgende Filme werden behandelt: Sullivan’s Travels (USA 1941, 8 ½ (I 1963, Federico Fellini) ,The Bad and the Beautiful (USA 1952), Der Stand der Dinge (P, BRD, USA 1981), The Player (USA 1992), Sunset Boulevard (USA 1950), Stardust Memories (USA 1980), Los abrazos rotos (E 2008), Barton Fink (USA, UK 1991), La Nuit américaine (F 1973), Mulholland Drive (USA 2001), Hellzapoppin' (USA 1941), The Purple Rose of Cairo (USA 1981), Be Kind Rewind (USA, UK 2008)

Christian G Salis
Der Böse steht noch einmal auf ...
und andere Klischees aus Hollywood-Filmen
3. Auflage
112 S., br., 9,90 €
978-3-89472-446-7
Der Böse steht noch einmal auf - eine der ewigen Wahrheiten aus Hollywood-Filmen. Christian Georg Salis hat die schönsten in diesem Buch gesammelt: Jeder kann einen Jumbo-Jet landen. Überall findet man sofort einen Parkplatz. Unschuldige haben kein Alibi. Aus der Einkaufstüte ragt ein Baguette heraus. Wissenschaftler sind wahnsinnig. Beim Sex wird nicht gelacht. Man kann alles schaffen, wenn man nur an sich glaubt - und am Ende ergibt alles einen Sinn ... Ein witziges Buch für alle, die gern ins Kino gehen

Hänselmann, Matthias C.
Der Zeichentrickfilm
Eine Einführung in die Semiotik und Narratologie der Bildanimation
820 S., br., 58,00 €
978-3-89472-991-2
Die Arbeit untersucht die produktionstechnischen, semiotischen und narrativen Charakteristika des animierten Films. Es werden narrative Unterhaltungsfilme ebenso berücksichtigt wie primär illustrative Musikvideos, experimentelle Kunstfilme genauso wie didaktische Animationen und ungegenständliche Zeichentrickfilme genauso wie figürliche.
Auf diese Weise erschließt die vorliegende Arbeit die mediensemiotischen Grundlagen des Zeichentrickfilms, ermittelt dessen elementare Kommunikationsmodi und Struktureinheiten, bestimmt die narratologischen Elementareinheiten und Basiskonzepte der Zeichentrick-Diegese und untersucht das zentrale Element des Zeichentrickfilms, die Zeichentrickfigur, in ihrer rezeptionspsychologischen und narrativen Funktionalität. Damit präsentiert sich die Arbeit als Grundlagenwerk zur Analyse und Interpretation des Zeichentrickfilms und soll in dieser Hinsicht einer zukünftigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Zeichentrickfilm als Anregung und Ausgangspunkt dienen.

Helbig, Jörg
I saw a film today, oh boy!
Enzyklopädie der Beatlesfilme
320 S., br., 24,90 €
978-3-89472-716-1
Seit den 1960er Jahren drückten die Beatles nahezu allen kulturellen Bereichen ihren Stempel auf. Kaum hatten sie damit begonnen, die Popmusik zu revolutionieren, waren sie in der Presse allgegenwärtig, traten in Fernsehshows auf, setzten neue Akzente in der Mode und in der Sprache und wurden zum Gegenstand von Literatur, Theaterstücken und Musicals. John Lennon veröffentlichte eigene Bücher und Grafiken, und Paul McCartney fand Anerkennung als Maler und Komponist klassischer Musik. «Nothing is Beatle-proof» meinte daher folgerichtig John Lennon in dem Animationsfilm Yellow Submarine. Das Medium, in dem die Beatles neben der Musik am nachhaltigsten wirkten, war indes der Film. Als Schauspieler, Regisseure, Produzenten oder Komponisten waren sie an Dutzenden von Filmen beteiligt, und noch weitaus größer ist die Anzahl der Filme über die Beatles. Jörg Helbig hat allerlei Wissenswertes zu den Hintergründen und Dreharbeiten recherchiert und stellt die Filme mit Stabangaben und kurzer Inhaltsbeschreibung vor . Ein Muss für alle Beatles-Fans!


Wolf Jahnke / Michael Scholten
Die 199 besten Action-Filme & Serien
288 S., zahlr. Abb., br., € 6,00 UVP
978-3-89472-811-3
Coole Helden, tollkühne Stunts, rasante Schnitte: Actionfilme sind ein äußerst beliebtes Genre. Die angesagtesten Filme und Serien - darunter Stirb Langsam, Terminator, Mission: Impossible, Heat und die Bourne-Reihe – werden in diesem Buch mit viel Insiderwissen und überraschenden Extras vorgestellt. Das sorgsam recherchierte Buch, das mehr als 300 Bilder enthält, stellt von Das A-Team bis Zwei wie Pech und Schwefel die 199 würdigsten Vertreter des Genres vor, klagt aber auch genüsslich die 19,9 miesesten Actionfilme an. Interviews mit Branchenkennern wie Hermann Joha (Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei) und Dominik Graf (Die Katze, Die Sieger), markante Zitate aus Actionfilmen, überraschende Hitlisten der besten Explosionen, Schießereien und Schlägereien sowie ein tragikomischer Nachruf auf 36 Stuntleute und Schauspieler, die durch Actionszenen ihr Leben verloren, runden diese einzigartige Sammlung ab.
Der moderne Action-Film stammt vom Abenteuer-, Piraten- und Westernfilm ab. Der heutige Action-Film ist Achterbahnkino – mit atemberaubender Rasanz erzählt und technischer Brillanz produziert. Er hat eine ganze Generation von neuen Stars geschaffen: Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Bruce Willis, Tom Cruise, Jackie Chan, Vin Diesel, Matt Damon, Jason Stathan, Christian Bale uvm. Das moderne Action-Kino besteht aus Meisterwerken wie Stirb langsam, Terminator, Mission Impossible, Heat und die Bourne-Reihe „Und Action!“, heißt es am amerikanischen Drehset.  Es geht um moderne Zeiten, also keine klassisch historischen Filme wie Ritterfilme oder Western. Es geht überhaupt um echte Menschen, die Schweiß und Blut spritzen – kein Fantasy á la Der Herr der Ringe, kein Superman oder Gen-Mutant wie Spiderman und alle X-Men, aber ein Bruce Wayne, der als Batman auf die Macht der Maschinen setzt, hat mit seinen Bat-Mobilen durchaus einen Platz im modernen Actionfilm. Nicht jeder Film ist ein Meisterwerk, aber darum geht es auch nicht im heutigen Actionfilm. Es geht um Unterhaltung, kostet es was es wolle! Popcorn-Kino, großes Entertainment, Rollercoaster! Und das man trotzdem mit den Helden – oft echte „Badasses“– mitfiebert und bei einer rasanten Autoverfolgungsjagd - die schon mal amokartig in den Gegenverkehr geht- mitschwitzt, ist die große Kunst!
.
Michael Scholten
Eigentlich gucke ich gar kein Fernsehen...
Überraschendes und alles andere als unnützes Wissen aus der Welt des Fernsehens
2. Auflage,
160 S.,  zahlr. Abb., br., € 5,00 UVP
978-3-89472-862-5
Wetten, dass Sie nicht wissen, wie groß die Löcher der Torwand im ZDF-Sportstudio und die China-Pfannen bei Stefan Raabs Wok-WM sind? Oder welche Gage die ARD einem Pfarrer für das Wort zum Sonntag zahlt? Und dass der Gong zu Beginn jeder Tagesschau auch im digitalen Zeitalter noch immer von Hand geschlagen wird? Natürlich braucht die Nation solche Fakten aus 60 Jahren Fernsehgeschichte genauso wenig wie die meisten Shows und Serien auf allen Kanälen. Doch Spaß macht derart unnützes Wissen über das liebste Medium der Deutschen auf jeden Fall! Das witzige Buch verrät Schlag auf Schlag, warum Claus Kleber für das heute journal an der Autobahn steht, wie Meister Eders Pumuckl heimlich für Brasilien wirbt, wie der chinesische Koch aus Bonanza starb und wer die Biene Maja schwängerte. Abgerundet wird diese Enzyklopädie des Flimmerns und Rauschens durch Interviews mit Stars und Machern, einem Blick in die Kinderstuben aller aktuellen Tatort-Ermittler sowie Tabellen, Schaubilder und vielen Fotos aller Fernsehhits und Bildschirmhelden wie Günther Jauch, Thomas Gottschalk, Hape Kerkeling, Dieter Bohlen und Pippi Langstrumpf.
Inhaltsübersicht: Kinderfernsehen /US-Serien (mit Kanada und Großbritannien) /Deutsche Serien /Tatort und andere Krimis /Shows und Moderatoren /Comedy /Nachrichten /Talkshow /Sport /Geschichte des Fernsehens /Andere Länder, anderes Fernsehen.
Michael Scholten kam 1971 zur Welt und somit im selben Jahr wie Dalli, Dalli, das Tor des Monats und die verfilmte Pippi Langstrumpf. Er wuchs in Rees am Niederrhein, vor allem aber vor dem Fernseher auf und nutzte dieses passiv erworbene Wissen später u.a. als Reporter der Zeitschrift TV Spielfilm, als Juror für den Deutschen Fernsehpreis und Deutschen Comedypreis sowie als Autor bei Wetten, dass..?-Online. Seit 2009 lebt Scholten in Phnom Penh, ist Chefredakteur der Kambodschanischen Allgemeinen Zeitung und berichtet als Korrespondent aus Südostasien. Dem deutschen Fernsehen hält er dank Internet, Mediatheken und Deutsche Welle weiterhin die Treue wie am ersten Tag. www.michaelscholten.com

---home[Beachten Sie bitte den Haftungsausschluss im Impressum!]
BesTellBuch@T-Online.de
zurück nach oben