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Herbstreise 2019

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Verlagsvorschau:
Sensationell:

Hier schreibt die wahre Effi Briest
 Bestseller:

Neuerscheinungen
LITERARISCHER WANDERFÜHRER DURCH LONDON:

Röttgers, Philipp
London and its genius loci
A journey beyond time and place
294 pp., 179 photos (20 in colour), 7 map sections of London, flex., € 22,00
978-3-96317-188-8
London is a powerful and mysterious city – its spirit stands outside of time, certain places have influenced the behaviour of its citizens. Philipp Röttgers leads you to these places. Follow him into the heart of darkness, into the area of Jack the Ripper, to the churches of Nicholas Hawksmoor, along the routes of »From Hell«. Meet William Blake and walk along »Ripper Street«. Discover London’s ›genius loci‹, its ›spirit of place‹.
This alternative travel guide has two sides: A scientific trip through the depiction of London’s ›genius loci‹ in literature by authors such as Iain Sinclair, Alan Moore, Ben Aaronovitch, Neil Gaiman and Peter Ackroyd. And the tour stories, that lead you to the historical ›genius loci‹. Connect places, become the flaneur, the walker, the wanderer.
This book approaches London the only two ways, according to Röttgers, that it can be experienced properly: through literature and through walking.

Michael Striss
Columbo - der Mann der vielen Fragen
Analyse und Deutung einer Kultfigur
512 S., farbiger Bildteil, br., € 25,00
978-3-96317-176-5
Kaum eine Gestalt der Fernsehgeschichte ist weltweit so bekannt wie der skurrile Inspektor Columbo aus Los Angeles - und dies seit mehr als fünf Jahrzehnten. Entscheidend für den Erfolg der nach ihm benannten Fernsehserie ist neben der ausgefeilten Krimihandlung vor allem ihr Protagonist. Columbo ist nicht nur dienstlich ein Mann der vielen Fragen: Auch seine Figur wirft zahlreiche Fragen auf. Mit Liebe zum Detail erzählt Michael Striss die Geschichte der Serie und ihrer Schöpfer. Er untersucht und deutet die kuriosen Marotten des Inspektors und macht seine Leserschaft mit Columbos Welt bekannt. Wir erfahren alles über die Tücken seines öffentlichen Auftretens, die ausgedehnte Verwandtschaft mit Mrs. Columbo an der Spitze, den Hund namens »Hund« oder die unverzichtbaren Requisiten wie Mantel, Zigarre und Auto. Für seine Analyse der Verhaltensweisen zieht der Autor psychologische und kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse heran und zeigt dabei auch die reichhaltigen kulturellen Bezüge von Columbo auf. So erfahren wir, was Columbo mit dem englischen Detektivroman, mit Dostojewski und Wim Wenders verbindet oder wie die Serie von der Mediensoziologie rezipiert wurde. Ein ausführlicher Episodenführer rundet dieses für Fans unverzichtbare Werk ab. Nach dem Tod von Columbo-Darsteller Peter Falk im Jahr 2011 vermittelt die hier vorgelegte überarbeitete und erweiterte Ausgabe nun erstmals ein vollständiges Bild der berühmten Serienfigur.
FONTANE 200 Theodor Fontane´s Effi Briest revisited:

Elisabeth von Ardenne
Jenseits von Effi
Elisabeth von Ardenne erzählt aus ihrem Leben
150 S., diverse, farbige Abb., geb., € 28,00
978-3-96317-173-4
Jede fiktionale Gestaltung nach einer wahren Vorlage bringt das Leben dahinter fast zum Verschwinden. So auch im Fall der Elisabeth von Ardenne, geborene von Plotho, die wir als »Effi Briest« in Fontanes gleichnamigem Roman oder Klotilde in Friedrich Spielhagens »Zum Zeitvertreib« zu kennen meinen. Ihr Leben umfasste beinahe ein ganzes Jahrhundert (1853-1952), während ihr Alter Ego bei Fontane in jungen Jahren sterben muss - wohl »zur Strafe« für den begangenen Ehebruch. Im echten Leben resultierten daraus der Duell-Tod ihres Liebhabers Emil Hartwich (1843-1886), die kurzzeitige Inhaftierung des Ehemanns Armand von Ardenne (1848-1919) und die darauf folgende langjährige Trennung von den eigenen Kindern. Von Ardenne hat in hohem Alter autobiografische Niederschriften verfasst, die hiermit erstmals in Gänze veröffentlicht werden. Sie blenden das Skandalon ihres Lebens nahezu vollständig aus und sind stellenweise fragmentarisch. Und trotzdem: Mit Kunstfertigkeit, Gespür für Humorvolles und manchmal überraschender Direktheit fügt von Ardenne Szenen ihres Lebens zu einer impressionistischen Collage zusammen.
Ergänzt wird diese Ausgabe durch zahlreiches Bildmaterial, historische Quellen zum Duelltod Emil Hartwichs und ebenfalls erstmalig edierte Briefe des württembergischen Theologen Christoph Blumhardt an Elisabeth von Ardenne, mit dem sie nach dem Bruch mit der eigenen Familie in engem Austausch stand.
  (C) Tell Schwandt
Grabstein der echten Effi in Stahnsdorf
Inschrift: Elisabeth Baronin von Ardenne, geb. Freiin und Edle von Plotho, geb. 26.10.1853 gest. 5.2.1952


Bubble Gum Studies
Der Kaugummi als Kulturträger
140 S., br., € 19,00
978-3-96317-162-8
Der Kaugummi ist im Alltag so allgegenwärtig, dass er als völlig gewöhnlich angesehen wird und nur noch als klebriges Ärgernis an der Schuhsohle ins Bewusstsein tritt. Doch hat man ihn einmal in den Blick bekommen, dann sind die Spuren, die er hierlässt, unübersehbar - als Quengelware an der Supermarktkasse ist er genauso präsent wie im Kaugummiautomaten, an dem viele ihre ersten Schritte in die Konsumwelt unternehmen. Dabei kommt ihm als Nahrungsmittel eine bemerkenswerte Sonderstellung zu, denn er wird gerade nicht durch Verzehr einverleibt, sondern widersetzt sich renitent jeder Vereinnahmung. Vielleicht ist diese Widerständigkeit auch ein Grund, weshalb der Kaugummi, trotz seiner Omnipräsenz, bislang kaum beachtet wurde. Diese Forschungslücke schließen die Autor_innen des vorliegenden Bandes. Ausgehend von einer Kulturgeschichte des Kaugummis verfolgen sie die Spuren, die der Kaugummi in Kunst, Werbung, Wissenschaft und Umwelt sowie vor allem in unserem täglichen Leben hinterlassen hat und beständig hinterlässt.

Wolfram Ette
Das eigensinnige Kind
Über unterdrückten Widerstand und die Formen ungelebten Lebens
120 S., Bildmaterial,br., € 16,00
978-3-96317-185-7
»Das eigensinnige Kind« ist das kürzeste Märchen in der Sammlung der Brüder Grimm und zugleich eines der schrecklichsten. Es handelt vom kurzen Leben eines Kindes, dessen Eigensinn von der alleinerziehenden Mutter bis über den Tod hinaus gebrochen wird. Für den Literaturwissenschaftler und Philosophen Wolfram Ette wird das Märchen zur ersten Station einer essayistischen Besichtigungstour, die sich für die komplexen Verdrängungs- und Unterdrückungsverhältnisse im zeitgenössischen Dreieck von Kind, Familie und Gesellschaft interessiert.
Für seine Galerie des Eigensinns greift Ette nicht nur auf Material aus kanonisierten Kinderbüchern, literarischen Klassikern und antiken Texten zurück. Ins Blickfeld geraten auch die vielfältigen Dramen zwischen Eltern und Kindern, die der Alltag zu bieten hat, sowie die dazugehörigen beschädigten Lebensläufe bis hin zum Amokläufer. Er untersucht die unausgesprochenen gesellschaftlichen Konflikte, die sich in diesen Szenen des Eigensinns abgelagert haben, und fragt  nach dem Schicksal von Widerstand gegen das Gesellschaftssystem, in dem wir leben (bzw. fragt er, warum es davon so wenig gibt). Er verbindet die Makroperspektive mit seinen Mikrobeobachtungen am Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern. Wolfram Ette, geboren 1966, studierte in Berlin und Paris und ist Literaturwissenschaftler, Philosoph und Freitag-Autor. Er lebt in Chemnitz und lehrt in München und Berlin. [  https://www.abenteuer.fak13.uni-muenchen.de/forschung/projekt-ette/index.html ]


Herbert Storn
GERMANY FIRST!
Die heimliche deutsche Agenda
Wie eine Doktrin Demokratie, Rechtsstaat und sozialen Zusammenhalt bedroht
156 S., br., € 18,00
978-3-96317-178-9
»America first!« - dieser Schlachtruf von Präsident Trump ist zum Markenzeichen der US-Politik geworden und mittlerweile haben die großen Exportnationen realisiert, wie ernst die zunächst belächelte Parole tatsächlich zu nehmen ist. Der deutschen Politikprominenz dient Trumps Slogan als Projektionsfläche für das, was man angeblich nicht will: den nationalen Vorteil über alles stellen. Unter den Schlagworten von Freiheit und Freihandel verfolgt die offizielle deutsche Politik vorgeblich die Interessen einer Weltgemeinschaft. Aber es sind die Spielregeln des Freihandels, die Deutschland zum Exportweltmeister küren und alle anderen Nationen in den Schatten stellen. Also doch »Germany first«?
Der deutsche Exportüberschuss belastet zunehmend das Ausland und wird massiv kritisiert. Denn mit einer solchen Politik lebt Deutschland auf Kosten anderer Staaten und macht ihnen das Leben schwer. Das ist auf längere Sicht nicht haltbar.
Warum die Strategie »Germany first!« so sehr die heimliche Agenda der deutschen Politik bestimmt, mit welcher Verklärung dies erfolgt und welch dramatische Folgen diese Politik auch im Inland hat - bis hin zur Aushöhlung von Rechtsstaat und Demokratie - ist Gegenstand des neuen Buchs von Herbert Storn.
AUS DEM INHALT:
Vorwort von Mechthild Schrooten
Einleitung
1. Wettbewerb oder Kooperation?
2. Das Narrativ vom ausgleichenden Deutschland stimmte noch nie
3. Das Exportüberschussmodell produziert Widersprüche und ist aggressiv
4. Die Wettbewerbsideologie und ihre Akteure – Wachstumswahn
5. Die massive Bedrohung der Demokratie
6. Die Bedrohung des Rechtsstaats
7. Das deutsche Exportüberschussmodell spaltet Europa
8. Raus aus einer absurden Politik!
9. Eine Alternative ist möglich!
10. Ohne eine ausreichend große ›kritische Masse‹ sind die nötigen Veränderungen nicht möglich
11. Der aufgeklärte und widerständige Mensch


Judith Kretzschmar
»Die Heimat hat sich schön gemacht…«
Stereotypen sozialistischer Heimat in Reportagen des DDR-Fernsehens
390 S., br., € 35,00
978-3-96317-180-2
In der DDR wurde »Heimat« weniger als Ort von Geburt und Abstammung gesehen, als vielmehr im Sinne eines besseren Vaterlands gebraucht. Heimat war somit eine Frage des politischen Standpunkts, forderte Handeln, Treue und Solidarität. Damit wurde das Wesen des Begriffs von einem subjektiven Gefühl zur politisch-gesellschaftlichen Aufgabe erhoben. Judith Kretzschmar zeichnet den offiziellen DDR-Heimatdiskurs umfassend nach. Die Rekonstruktion fördert Stereotypen zutage, die von der Partei- und Staatsführung bewusst eingesetzt und gesteuert wurden und die je nach politischer und gesellschaftlicher Ausrichtung Konjunkturschwankungen unterlagen. Im Fokus steht dabei das journalistische Genre der Heimatreportagen. Neben gesellschafts- und kulturpolitischen Rahmenbedingungen werden der Heimatdiskurs, die strukturelle und personelle Verfasstheit des DDR-Fernsehens und das Programm untersucht. Die Grundlage bilden alle Heimatreportagen des DDR-Fernsehens 1952 bis 1991.

Szabo, Sacha
Schaubudenromantik
Die Dresdner Vogelwiese vor 100 Jahren
140 S., br., € 19,00
978-3-96317-151-2
Wenn wir an Festplätze denken, haben wir sofort die heutigen Großveranstaltungen mit gigantischen Fahrgeschäften und riesigen Bierzelten vor Augen. Wie aber sah ein Festplatz vor rund hundert Jahren aus? Der Kultursoziologe Sacha Szabo öffnet ein Fenster in die Vergangenheit und zeigt anhand der Dresdner Vogelwiese, die über eine einzigartige Ausgewogenheit von Fahrgeschäften, Schaubuden und Festzelten verfügt, und am Beispiel von historischen Abbildungen, wie sich die modernen Massenvergnügungen entwickelten. Das Buch ist nicht nur eine Kulturgeschichte, sondern gleichzeitig auch eine Kulturphilosophie des Vergnügens.
Die unterschiedlichen Attraktionen stellten das Gewohnte des Alltags buchstäblich auf den Kopf und verunsicherten auf diese Weise die Besucher in ihrem Selbstverständnis. Die Erlebnisse in dieser Vergnügungswelt stehen somit auch in einer romantischen Tradition des »Sich-selbst-Vergessens«, was bis heute im Begriff »Schaubudenromantik« anklingt.
Dr. Sacha Szabo ist Soziologe am Institut für Theoriekultur Freiburg. Er promovierte mit einer Arbeit über Jahrmarktsattraktionen und gilt als einer der führenden Festforscher in Deutschland. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Alltagsphänomenen und -artefakten. Seine These: Diese scheinbar banalen Dinge haben das Potential ein Tor in ein Jenseits des Alltags zu öffnen.

David M. de Kleijn
Das Pferd im »Nachpferdezeitalter«
Zur kulturellen Neusemantisierung einer Mensch-Tier-Beziehung nach 1945
580 S., br., € 38,00
978-3-96317-161-1
Als die tierliche Arbeitskraft im Zuge der Motorisierung nach 1945 weitgehend obsolet geworden war, verloren Pferde unwillkürlich an Relevanz. Doch statt ihres mitunter befürchteten Verschwindens lassen sich für das Verhältnis zu Pferden Prozesse kultureller Sinnstiftung, Umwidmung, Neubesetzung und des Wiederauflebens beobachten. Nicht nur der Leistungsreitsport erlebte nach 1945 eine Blütezeit, auch das Pferd selbst erfuhr als Freizeitpartner, Fürsorgeobjekt und Freiheitssymbol neuerliche Signifikanz. Diese vielfältigen Ausprägungen von Mensch-Pferd-Beziehungen zeichneten sich zum einen durch Postulate der Erneuerung und Symbiose, zum anderen durch Traditionalität und die persistente Ausnutzung equiner Fähigkeiten aus. David de Kleijns Studie der heterogenen, stets emotional besetzten Diskurse um die Rolle des Pferdes im »Nachpferdezeitalter« (Koselleck) ermöglicht tiefe Einblicke in ein bislang wenig beachtetes Feld deutsch-deutscher Gesellschaftsgeschichte. Link: Pferde in der Geschichte


Simon Rettenmaier
Philosophischer Anarchismus oder anarchistische Philosophie?
Zum anarchistischen Gehalt der Philosophie Paul Feyerabends
166 S., br., € 21,00
978-3-96317-165-9
Paul K. Feyerabend gilt landläufig als ‚Enfant terrible‘ der Wissenschaftstheorie und Ur-Vater des ‚Anything goes‘. Doch bildet dieses anarchistisch-wissenschaftstheoretische Verständnis zugleich auch die Essenz von Feyerabends Philosophie? Simon Rettenmaier analysiert die Ideengeschichte des Anarchismus und betrachtet Feyerabends Anarchismusverständnis im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik sowie die wissenschaftstheoretische Basis seines Anarchismuskonzeptes. Rettenmaiers kurzweilige Analyse schließt mit der Darstellung eines wissenschaftlichen Anarchismus bei Feyerabend, in der sich das anarchistische Wissenschaftsverständnis von Feyerabend als kreatives, undogmatisches und problemlösendes Forschen manifestiert.

Reichert, Philipp
Hannah Arendts Literaturrezeption
Dichtung und Erzählen nach dem Traditionsbruch
110 S., br., € 15,00
978-3-96317-167-3
Die bedeutende deutsch-amerikanische Denkerin Hannah Arendt, bekannt für ihre Analysen totalitärer Herrschaft, erfreut sich in den letzten Jahren wieder großen Interesses. Dies gilt besonders für ihr politiktheoretisches Werk, in welchem sie totalitäre Herrschaft als vollendeten Bruch der abendländischen Tradition beschreibt. Weniger bekannt ist, dass Arendt sich zeitlebens mit Dichtung und Erzählungen beschäftigt hat. Diese Lektüre diente jedoch nicht allein ästhetischen Zwecken: Literarische Texte ziehen sich wie ein Faden auch durch ihre theoretischen Arbeiten, in denen ein eigenständiges Verständnis von Dichtung offenbar wird. Philipp Reichert zeigt, wie Dichten und Denken bei Hannah Arendt eng miteinander verwoben sind und wie Arendt damit einen Dialog über den moralischen Zusammenbruch europäischer Gesellschaften am Ende des Zweiten Weltkriegs anstoßen wollte, der noch heute lebendig ist. Mit Arendts Rezeption von Franz Kafka, Hermann Broch und Bertolt Brecht liefert Reichert drei verschiedene Perspektiven auf die Verarbeitung der gebrochenen Tradition und Arendts Verständnis von Dichtung und Erzählen.

Seelinger, Christoph
WALERIAN BOROWCZYKS
LITERARISCHE OBJEKTE DER BEGIERDE
Die Rezeption erotischer Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts
im transgressiven Kino der 1970er Jahre
244 S., zahlr. Abb., br., € 35,00
978-3-96317-170-3
Bücher kopulieren miteinander, versteckt in Schrankschubladen. Bettpfosten und Rosen nehmen die Stellung herbeigesehnter Liebhaber ein. Hehre Jungfrauen müssen sich der sexuellen Avancen sprechender Esel erwehren. ln der »Thérese-Philosophe«-Episode seiner »Contes lmmoraux« (1973), seinem Märchen für Erwachsene »La Bête« (1975) sowie der Stendhal-Adaption »Interno di un convento« (1978) stellt sich der polnisch-französische Regisseur Walerian Borowczyk in die Traditionen des literarisch-philosophischen Pornografie-Diskurses der europäischen Aufklärung sowie der surrealistischen Collagetechniken der Avantgarde-Kunst des frühen 20. Jahrhunderts und treibt gleichzeitig mit beiden sein ironisches Spiel.
Weit davon entfernt, ein »dekorativ ausgeschmücktes, leerlaufendes erotisches Kino« zu sein, »dessen Hauptziel die kommerzielle Verwertbarkeit ist«, wie es ihm Ulrich Gregor einmal vorgeworfen hat, fordert Borowczyk sein Publikum vielmehr dazu auf, ein dichtes Geflecht an kunsthistorischen, meta reflexiven Anspielungen zu entwirren, um da runter die verfemten Regionen der abendländischen Kulturgeschichte freizulegen.

Klaus Dieter Spangenberg
Ernst Kelle - Befreite Kunst in Marburg
Aufbruch und Erneuerung
156 S., 68 Abb., br., € 22,00
978-3-96317-186-4
Als verfemter Künstler gehört Ernst Kelle zu den Malern der »verschollenen Generation«. Kriegsbedingt kam er 1943 nach Marburg und gründete dort nach dem Krieg die erste Privatgalerie. Es war ein Aufbruch und Neubeginn nach der Befreiung und eine echte Pionierleistung für das neu erwachende Kulturleben der Stadt. Als Mitglied des Oberhessischen Künstlerbundes gelang es ihm, regional und überregional ein Netzwerk von Künstlern, Kunsthistorikern und Mäzenaten aufzubauen.Mit seinem Spätwerk erreichte Ernst Kelle in Marburg, Kassel, Krefeld und Konstanz seinen künstlerischen Durchbruch. Seine Malerei knüpft an die Tradition der Moderne an. Auffallend ist ein zutiefst melancholischer und nachdenklicher Zug, der vor allem in seinen Figurendarstellungen zum Ausdruck kommt. In zurückhaltender Schwermut drückt sich in Kelles Werken die Erfahrung von Verlust und Krieg aus, parallel dazu vermittelt sich eine grundlegende Sehnsucht nach Harmonie. So entstanden Werke mit höchst eigenwilliger Bildsprache. Seine Werke sind mystisch, magisch und verbunden mit einem lyrisch empfundenen Sinn für Schönheit. Kelle ist ein Suchender auf eigener Insel. Klaus Dieter Spangenberg, geb. 1964, ist Diplom-Sozialarbeiter und Kunsttherapeut. Seit 2010 hat er diverse Bücher publiziert, u.a. Biografien, Künstlermonografien und zu Kunsttherapie mit Senioren. Spangenberg ist gebürtig aus Marburg und lebt in Berlin.
Geberland Indien und die Indisch-Afrikanischen Beziehungen:


Khan, Nina
Neue Geber, neue Diskurse?
Indien im Wandel der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
390 S., br., € 44,00
978-3-96317-168-0
Wie spricht ein Land, das in der Entwicklungszusammenarbeit lange Zeit an der Spitze der Empfänger stand, als Geberland über »Entwicklung«? Diese Frage gewinnt zunehmend an Relevanz, je mehr die sogenannten »neuen Geber« - darunter Indien, China und Brasilien - durch ihr Engagement in der Süd-Süd-Kooperation mit den traditionellen Gebern des Globalen Nordens in Konkurrenz treten. Am Beispiel Indien nimmt Nina Khan diese Umwälzungen in den Blick. Sie untersucht den staatlichen Entwicklungsdiskurs dieses als neu gehandelten Akteurs, dessen Geberaktivitäten tatsächlich bis in die Zeit der Unabhängigkeit des Landes 1947 zurückreichen. Ein umfassendes Materialkorpus auswertend - unter anderem Artikel, Publikationen, Filme, Webseiten, Reden und Abschlussdokumente von Gipfeltreffen -, zeichnet Khan die zentralen Aspekte und Charakteristika des aktuellen Diskurses nach und diskutiert die Selbstdarstellung Indiens, die Geber-Nehmer-Beziehungen, die Repräsentation der Nehmer sowie Konzepte von »Entwicklung«. Sie argumentiert, dass Indien westlich geprägte Kategorisierungen, Hierarchisierungen und Denkmuster herausfordert, teilweise aber auch übernimmt oder anpasst.

Christian Mayer
Die Grenzen meines Denkens sind die Grenzen meiner Welt
Wie wir vorhandene Potenziale für einen gesellschaftlichen Wandel mobilisieren können
220 S., br., € 18,00
978-3-96317-171-0
Die Klage über die neoliberalen Zwänge, die unser Leben bis in die privatesten Bereiche zu einer Angelegenheit von Effizienz, Rendite und Wachstum machen, ist berechtigt und reicht doch nicht aus. Wer unbefriedigende Lebens- und Gesellschaftsumstände tatsächlich verändern möchte, muss bei sich selbst beginnen. Christian Mayers neues Buch versammelt Ansätze, die in der Lage sind, unsere eingefahrenen Denkmuster in Bewegung zu bringen und damit Räume und Perspektiven zu öffnen für produktive Gespräche. Denn: Wirklich Neues entsteht im noch nicht Bekannten. Als passionierter Viel- und Allesleser findet Mayer Inspiration für sein Projekt auf den Gebieten von Literatur, Psychologie und Philosophie ebenso wie in der Quantenphysik oder in alternativen Bildungstheorien. Vom bedingungslosen Grundeinkommen bis zur Digitalisierung, den Problembezirken der Umweltverschmutzung bis hin zu den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung: Mayer führt seine Leserschaft an die Grenzen unseres Alltagsdenkens. Jenseits davon entdeckt er einen reichhaltigen Ideenschatz, der das Potenzial in sich trägt, die Gesellschaft voranzubringen - hin zu einem solidarischen und nachhaltigen Miteinander.

Mitreden
So gelingt kommunale Bürgerbeteiligung - ein Ratgeber aus der Praxis
200 S., br., € 18,00
978-3-96317-158-1
Dieser Band versammelt den reichen Erfahrungsschatz von Praktiker_innen aus Kommunalverwaltungen, politischen Gremien und der Dienstleistungsbranche - sie alle haben ganz konkret an Projekten kommunaler Bürgerbeteiligung mitgewirkt. Sie schildern, wie sie vorgegangen sind, worin die Herausforderungen und Probleme lagen, wodurch die Beteiligungsprozesse erfolgreich wurden oder woran sie scheiterten. Ergänzt werden die Beiträge durch Texte zur Qualitätssicherung in Beteiligungsprojekten und zu den Anforderungen an digitale Beteiligungsformen sowie durch die Schilderung der Potenziale des Open-Government-Konzepts.
Die Beitragenden kommen aus allen Teilen Deutschlands und repräsentieren ganz unterschiedliche Kategorien von Kommunen.
Die Bandbreite reicht dabei von der ostdeutschen Stadt mit 15.000 Einwohner_innen über Städte wie Wuppertal oder Ludwigshafen und Landkreise bis hin zu Projekten in der Bundeshauptstadt.

Kellner, Kathrin
Träume in der Kinder- und Jugendliteratur
Erscheinungsformen und Funktionen von erzählten Träumen
166 S., br., € 22,00
978-3-96317-179-6
Träume beschäftigen die Menschheit schon von jeher. Für den einen sind sie Leitlinie oder Warnung, für den anderen eine reine Nichtigkeit. Unabhängig von diesen verschiedenen Einstellungen Träumen gegenüber spricht man ihnen doch auch einen gewissen Einfluss auf unser tägliches Leben zu. Literaten greifen immer wieder die verschiedenen Aspekte von Geträumtem auf, spielen mit den sich auftuenden Möglichkeiten und nutzen sie für ihre Zwecke. Kathrin Kellner schließt mit ihrer umfassenden Analyse zur Funktion von Träumen die Forschungslücke im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Welche Arten von Traumerzählungen finden dort Verwendung? Welche Funktion erfüllen diese innerhalb der Geschichte und mit welcher Zielsetzung werden sie von den Autor_innen verwendet? Was wird durch den Einsatz von Traumsequenzen, Traumhaftem und Träumerischem erreicht und wie werden durch erzählte Träume Nachdenkprozesse angestoßen?


Altehenger, Jan
Mythos Social Media
Die Ästhetik der Täuschung
Mit farbigen Illustrationen des Autors/Grafikers.
132 S., br., € 22,00
978-3-96317-172-7
Soziale Netzwerke sind wie ein permanentes Klassentreffen, jeder will zeigen, dass er es zu etwas gebracht hat. Es werden Eindrücke, Momente und Urlaubsfotos gepostet und geteilt, mit dem Bestreben nach mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit, nach mehr Klicks, Likes und Followern.Für die meisten gehört der Blick auf das Smartphone mittlerweile zum Alltag wie das Zähneputzen oder die Morgentoilette.So bauen sich völlig neue soziale Rollen und Kreise auf. Sie bilden Verbindungen und Konstrukte - codiert von Einsen und Nullen -, die neue Zugehörigkeiten und Identitäten schaffen.
Mit »Mythos Social Media« legt Illustrator und Kommunikationsdesigner Jan Altehenger die visuelle Aufbereitung einer explorativen Fragebogen-Studie zum Social-Media-Gebrauch vor. Seine Auswertung ist eingebettet in einen Überblick über die Geschichte sozialer Medien und widmet sich vor allem den komplexen Beziehungen zwischen Fiktionalisierung und Wirklichkeit(en). Seine Illustrationen verdichten die Befunde der empirischen Auseinandersetzung zu Szenen, mithilfe deren neue Fragen entwickelt und Thesen ausprobiert werden und die sich dadurch auch in visuelle Formen des Nachdenkens verwandeln.


Glajc, Lukas
Bilderflut und Fotografie
Kontemplative Betrachtungs- und Bedeutungsweisen im Zeitalter der Digitalisierung
200 S., br., € 25,00
978-3-96317-174-1
Als Medien der Oberfläche scheinen Displays und Monitore jede tiefere Bedeutung des Sichtbaren zu verdecken. In ihrer digitalen Darstellungsform werden Bilder eher als visuelle Sensationen erfahren denn als Kreuzungspunkte allegorischer Bedeutungen und komplexer Verweise. Dabei birgt das Medium Fotografie selbst einen ideenhistorischen Schlüssel, der Perspektiven aus Philosophie, Theologie und Anthropologie vereint und inmitten der Bilderflut eine andere Lesbarkeit auch von digitalen Bildern ermöglicht.
Lukas Glajc arbeitet in seiner Studie die Voraussetzungen und Spezifika einer solchen kontemplativen Bildlektüre heraus. Er zeigt: Dort, wo Bilder aus dem unaufhaltsamen visuellen Strom isoliert werden können, gibt es - nach wie vor - verborgene Bedeutungsschichten freizulegen.

Schmidt, Hanns Christian
Transmediale Topoi
Medienübergreifende Erzählwelten in seriellen Narrativen
400 S., br., € 35,00
978-3-96317-163-5
Die populären Erzählwelten aus Romanen, Filmen, TV-Serien und Computerspielen sind aus unserer zeitgenössischen Medienlandschaft kaum noch wegzudenken. Doch wie werden transmediale Storyworlds - also Welten, in denen verschiedene Erzählungen in verschiedenen Medien realisiert werden - aus medienkulturwissenschaftlicher Sicht konstruiert und wahrgenommen? Welche technischen und narrativen Eigenschaften der jeweiligen Medien spielen dabei eine Rolle? Und was haben Einhörner damit zu tun? Hanns Christian Schmidt antwortet auf diese Fragen mithilfe von drei Fallbeispielen. Zombies, Aliens und Lego-Steine: Während die Comic-, TV-, Web- und Computerspiel-Serie »The Walking Dead« eine kontinuier/liche und weitgehend konsistente zombieapokalyptische Welt darstellt, entwirft das »Alien«-Franchise mehrere Welt-Versionen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Das Lego-Franchise hingegen nimmt das Prinzip des Weltenbaus ganz wörtlich und liefert uns in seinen Kinofilmen und seinem Toys-to-Life-Computerspiel »Lego Dimensions« nicht nur eine wortwörtliche Franchise-Maschine, sondern gleichzeitig auch eine Metaperspektive auf unseren Umgang mit diesen Welten - und der fällt außerordentlich spielerisch und ironisch aus. Schmidt grenzt das Konzept der Transmedialität von anderen, ähnlich gelagerten medienwissenschaftlichen Konzepten ab und schlägt darüber hinaus eine theoretische Modellierung vor, die formalen Beschreibungskriterien einen phänomenologischen Ansatz gegenüberstellen. Der Topos-Begriff, so zeigt sich, liefert dabei einen wichtigen Schlüsselterminus, der auf produktive Weise Worldbuilding- und Worldmaking-Vorgänge analysierbar macht.

Steiner, Jutta
Nostalgie im Upside Down
Das progressive Potenzial von Nostalgie in der Retro-Serie »Stranger Things«
240 S., br., € 28,00
978-3-96317-177-2
Nostalgie und Retro haben in der postmodernen Medienkultur Hochkonjunktur. Dazu gehören das Recyceln von Narrativen, Bildern, Sounds, Figuren und Stilistiken einer oftmals nicht weit zurückliegenden Vergangenheit. Häufig stehen Retroprodukte allerdings unter dem Verdacht, bloß oberflächliche Simulationen von Vergangenheit zu sein. Viele »Revival-Trend«-Formate bauen auf dem nostalgischen Kapital bereits erfolgreicher Vorgänger auf und präsentieren eine »gute alte Zeit«, ohne sie kritisch zu hinterfragen. Dennoch gibt es auch Filme und Fernsehserien, die ihre Rückschau auf Formate mit sozialkritischen und emanzipatorischen Potenzialen fokussieren. So zum Beispiel die erfolgreiche Netflix-Serie »Stranger Things«. Jutta Steiner argumentiert am Beispiel dieser Serie, die generations- und länderübergreifend eine wahre Nostalgiewelle unter ihrem Publikum auslöste, für eine differenziertere Betrachtungsweise des Phänomens der Nostalgie. Unter Bezugnahme auf aktuelle Forschungen zum Thema zeigt sie, dass Nostalgie verschiedene Formen des Rückblicks kennt. Sie untersucht, inwieweit Nostalgie dazu verwendet wird, um Rollenbilder, Klischees, Stereotype und Diskriminierungen fortzusetzen oder diese zu hinterfragen. Steiner analysiert das breite nostalgische Angebot von »Stranger Things« und spürt Trigger und Funktionen diverser Nostalgieformen auf. Dadurch hebt sie hervor, dass die Serie Nostalgie als kreative und progressive Ressource nutzt und durch die Neubearbeitung von Stilmitteln, Tropen und Figurenkonstellationen verschiedener Genres aus den späten 1970er und 1980er Jahren einen originären Status mit kritischem Potenzial erreicht - und ihr Publikum damit zu einer aktiven, reflektierten Auseinandersetzung auffordert.

Reutemann, Jeanine
Bewegtbilder der Wissenschaft und ihr Mediendesign
Eine Untersuchung zu »Massive Open Online Course«
Videos im Hochschulsystem
270 S., zahlr. Abb., br., € 35,00
978-3-96317-182-6
Im Zuge der Digitalisierung erleben Bewegtbilder im wissenschaftlichen Kontext einen weltweiten Aufschwung.
 »Massive Open Online Courses« (MOOCs) - Online-Kurse mit Videoinhalten, an denen viele Teilnehmer gleichzeitig partizipieren können und die nicht zugangsbeschränkt sind - machen digitale Hochschullehre weltweit verfügbar. Dennoch wird das Transformationspotenzial von filmischem Mediendesign in Forschung und Lehre immer noch unterschätzt. Jeanine Reutemann zeigt explizit die Herausforderungen und Chancen unterschiedlicher Videostile auf. Bewegtbilder der Wissenschaft sind keinesfalls neutral: Die Performanz des Talking Heads steht in Interferenz mit dem Mediendesign. Die Darstellung von sichtbaren Sprechern unterliegt einer kulturellen Prägung, welche in zeitgenössischen Produktionen oft selbstreferenziell auf historische Bildwelten der Institution Wissenschaft verweisen - bis hin zur Selbstkarikatur. Gerade für wissenschaftlich komplexe Themen sind Expertise und Reflexivität in der Rhetorik von Bewegtbildern vonnöten. Dabei ist eine anwendungsbezogene Vernetzung von wissenschaftlich-filmischen Praktiken zentral, wobei sich multidisziplinäre Felder aus Wissenschaft und Mediendesign im Co-Design verbinden. Und in einem solchen Co-Design kann sich im Bereich von Forschung und Lehre dann neues Wissen entfalten.

Bildgestalten
Topographien medialer Visualität
Hrsg: Grabbe, Kruse, Schmitz
250 S., br., € 29,00
978-3-96317-175-8
In der Ära der Digitalisierung hat eine große Bandbreite von multimodalen Technologien Einfluss auf die strukturelle Dimension von Medien, deren gestalterische Formung und Entwicklung sowie individuelle Nutzungs- und Wirkungsweisen auf Seiten der Menschen. Diese Entwicklung lässt sich innerhalb der Konsumkultur deutlich aufzeigen, wobei sowohl das Verhältnis von analogen und digitalen Medien als auch die gestalterischen, technologischen und soziokulturellen Wechselwirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind. Technisierung zeigt sich allerdings als ein Auslöser für vielfältige Transformationen des Medialen und von Nutzerdynamiken, was bedeutet, dass sich analoge Medien nicht nur erhalten (z. B. Zeitungen, Magazine, Bücher), sondern sich deren Herstellungs- und Verwendungsweisen aufgrund der Digitalisierung auch verändert haben (Stichworte digitale Gestaltung, digitales Lesen, interaktive Apps etc.) und sie in einigen Bereichen als vollends durch die Digitalisierung ersetzt erscheinen - etwa auf Online-Portalen, in Social Media oder bei immersiv-interaktiven Medientechnologien. Der Band will daher Gestaltung, Medialität und Technologie mit Fragen der Rezeption verknüpfen, um produktive Hypothesen für die akademischen und gestalterischen Arbeitsfelder abzuleiten.


Adina Lauenburger
Das Unschärfebild
Medientheorie einer Wissensform
270 S., br., € 30,00
978-3-96317-183-3
In der Kinematografie gibt es neben unscharfen Bildern auch Bilder der Unschärfe, die ein Wissen über die Techniken, Kontexte und Geschichte(n) des Kinos und der Unschärfe mitführen. Das Unscharfe ist das Medium der Wissensform. Adina Lauenburger typisiert diese »Unschärfebilder« zunächst anhand ausgewählter Materialzusammenhänge und Wissensbestände - von Schleier, Netz, Ornament und Raster zum Licht- und Datenbild - und identifiziert dann unter kultur- und medienwissenschaftlichen Gesichtspunkten zwei unabhängige Unschärfeparadigmen: Verschmutzung und Affizierung. So ergibt sich für das zweite Paradigma, etwa unter Rekurs auf McLuhans Fernsehtheorie oder eine vergessene Bedeutung von technÄ“, eine über die Bewegtbildforschung weit hinausweisende Qualifizierung des Unscharfen als Taktisch-Taktiles im Spannungsfeld von Infektion und Immunisierung - und es zeigt sich eine dem Medium eigene »Berührtheit«. Der »Umschlagplatz« Unschärfebild ist letztlich die Essenz aus einer Vielzahl von Folgerungen, die die Geschichte des Medienbegriffs als das Verhältnis von Exzess und Verwerfung, Übertragung und Spaltung offenbaren...


Cramer, Rabea
Sprachlos
Piktogramme in der visuellen Kommunikation mit Geflüchteten
204 S., zahlr. Abb., br., € 25,00
978-3-96317-184-0
Seit der sogenannten »Flüchtlingskrise« im Jahr 2015 besteht in Deutschland ein erhöhter Bedarf an sprachunabhängigen Kommunikationsmitteln. Piktogramme haben sich bereits überall dort als unverzichtbar erwiesen, wo sich Menschen über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg begegnen. Rabea Cramer befasst sich mit der Bedeutung und dem Ursprung von Zeichen und Piktogrammen, analysiert Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit und bietet mit einem Piktogrammsystem für das konkrete Beispiel des Jobcenters Münster einen Lösungsansatz. Ziel ist es, mittels kulturneutraler und sprachunabhängiger Begriffs- visualisierungen die Verständigung zwischen den Geflüchteten und Jobcenter-Mitarbeiter*innen zu erleichtern. So können Sprachbarrieren abgebaut und die Lebensumstände Geflüchteter in Deutschland verbessert werden.

Hämmerle, Tobias E.
Flugblatt-Propaganda zu Gustav Adolf von Schweden
Eine Auswertung der 85 Flugblätter der Königlichen Bibliothek zu Stockholm mit Abbildungen derselben
500 S., geb., € 45,00
978-3-96317-164-2
Am 6. Juli 1630 landet der schwedische König Gustav II. Adolf (1594-1632) auf der norddeutschen Insel Usedom in Pommern. Der Zeitpunkt der schwedischen Landung war von Seiten der schwedischen Propaganda nicht zufällig gewählt worden, sondern fiel bewusst mit dem 100-jährigen Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses zusammen. Diese beiden Ereignisse wurden in frühneuzeitlichen Massenmedien rege besprochen und vonseiten der proschwedischen Publizistik miteinander in Verbindung gebracht. In den zeitgenössischen Flugblättern, die während der Schwedischen Phase des Dreißigjährigen Krieges (1630-1635) herausgebracht wurden, inszenierte man Gustav II. Adolf unter anderem als militärisch-potenten Feldherren, als antike oder alttestamentarische Heldengestalt, als heilenden Arzt des erkrankten Heiligen Römischen Reiches oder als »Löwe aus Mitternacht«. Der österreichisch-schwedische Historiker Tobias E. Hämmerle untersucht, wie sich das publizistische Bild des schwedischen Königs Gustav Adolf vom Zeitpunkt seiner Landung bis zu seinem Tod in Lützen 1632 - und darüber hinaus - änderte. Mithilfe kunsthistorischer und geschichtswissenschaftlicher Ansätze werden 85 illustrierte Flugblätter, die als Abdrucke Eingang in das Buch finden, im Detail analysiert.

Bickert, Hans Günther / Nail, Norbert
Das Wirtshaus an der Lahn
Der legendäre »Gasthof zum Schützenpfuhl« in Marburg und seine Gäste.
Mit einem Beitrag über »Himmelsbriefe« und historischen Fotografien, Postkarten und Faksimiles
176 S., br., € 22,00
978-3-96317-166-6
Erzählt wird die Geschichte des 1970 abgebrochenen »Gasthofs zum Schützenpfuhl«, des legendären »Wirtshauses an der Lahn«, poetische Heimstatt des gleichnamigen Volks- und Studentenliedes, von dem der Dichter Georg Büchner eine frühe Strophe im Drama »Woyzeck« überliefert hat. Schallplatte und Film haben das Lied medial verbreitet und so mit zum literarischen Ruhm auch des Marburger Gasthauses beigetragen. Dem einst vor den Stadttoren gelegenen Wirtshaus war in seinen Anfangsgründen im 18. Jahrhundert wenig Zukunft beschieden, lockte der Ort doch zur Abendzeit »allerhand liederliches weibsvolck« an mit der Folge, dass »die studierende jugend dadurch zu bößem leben verführet wird«. Nach Meinung der Marburger Professoren war die Schenke daher »hiesiger universität gar nicht fürträglich«. Der schlechte Ruf der Wirtschaft hielt nicht ewig, denn diese entwickelte sich zu einer in der Stadt und unter Professoren wie Studenten beliebten Gastwirtschaft, die später gar einen künftigen Nobelpreisträger, den Russen Boris Pasternak, beherbergen sollte.

Köhnlein, Sandra
Begegnungsrunde Glück
Materialsammlung für die themenorientierte Gruppenarbeit mit Senioren.
Mit Download-Link für zusätzliches Material
100 S., br., € 18,00
978-3-96317-169-7
»Begegnungsrunde Glück« erweitert Sandra Köhnleins Reihe »Aktiv mit Senioren« um einen weiteren Band. Er liefert vielfältige Praxisvorschläge zur ganzheitlichen Aktivierung von Senioren, die um die Bereiche Glück und Glücksbringer kreisen. Betreuungskräfte finden darin konkrete und sorgfältig durchdachte Ideen für alle Phasen der Gruppenstunde - vom Einstieg bis zum Ausklang. Der aufwendig gestaltete Band eignet sich besonders zum Austausch und gemeinsamen Tun im Rahmen der Biografiearbeit, um an die kleinen und großen Glücksmomente des Lebens zu erinnern. Auch der Weltglückstag, der internationale Tag des Lächelns, Silvester und Fasching sind Anlässe zur näheren Betrachtung des Alltagsglücks, des persönlichen Glücks und von Glücksbräuchen. Der Band kann alleine genutzt werden, empfiehlt sich allerdings für den kombinierten Einsatz mit Band 2 der Reihe: »Themenorientierte Begegnungsrunden planen und umsetzen«.

Adela Sophia Sabban
Goethes Werke in der Bilddeutung von Wilhelm von Kaulbach und seinen Schülern
Die »Gallerie zu Goethe’s sämmtlichen Werken« (1840-1841)
270 S., geb., € 35,00
978-3-96317-181-9
In den Jahren 1840 und 1841 erscheinen im J. G. Cotta’schen Verlag 40 Stahlstiche von Wilhelm von Kaulbach und seinen Schülern mit Illustrationen zu den Werken Johann Wolfgang von Goethes. Diese Stiche stellen ein herausragendes Dokument der Goethe-Rezeption des 19. Jahrhunderts dar. Sie formen wesentlich den Rahmen, in dem sich die Vorstellungen von den Figuren Goethes in der Folgezeit bewegen. Adela Sophia Sabban erläutert detailliert Eigenart und Entstehungszusammenhänge der Illustrationen und untersucht eingehend das Verhältnis von Texten und deutenden Bildern. Vergleichend werden Goethe-Illustrationen weiterer bekannter Künstler wie Ramberg, Naeke und Nisle herangezogen. So ergibt sich zugleich ein Überblick über die verschiedenen Modi visueller Goethe-Deutungen des 19. Jahrhunderts. Beispielhaft wird damit das spannungsvolle und spannende Verhältnis zwischen Wort und Bild belichtet.

Bauer, Liza
»Am not I / A fly like thee?«
Human-Animal Relations in William Blake’s »Songs of Innocence and Experience«
110 pages., br., € 24,00
978-3-96317-159-8
Ecocriticism - a firm branch of literary criticism by now - first emerged back in the 1980s, when literary scholars started to reassess Romantic texts in terms of their ecological merit. Based on the assumption that humanity’s anthropocentric conceptions of their relationship to the nonhuman world are largely responsible for today’s environmental crisis, »Green Romanticism« primarily focused on the poetry written by Wordsworth, Coleridge, or Shelley. However, later critical stances on the anthropocentric nature of the Romantic sublime triggered a profound rethinking of Romantic ecology. Second-wave Green Romanticism revives an interest in the radical poetics by William Blake, the one canonical Romantic who had remained largely absent from the earlier debate. Tying in with this desideratum, Liza Bauer introduces the revolutionary visions of Blake’s animals in his illuminated work »Songs of Innocence and Experience« (1789), which innovatively combines verbal and visual poetic visions. Bauer relates the poet’s conceptions of the natural world to those prevailing in the 18th century and sketches out possible routes for future research. Her close readings of selected poems alongside with their designs show that Blake’s reputation as one of nature’s biggest Romantic antagonists needs to be reconsidered.
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Verena Brunschweiger
Kinderfrei statt kinderlos
Ein Manifest
NEUAUFLAGE
128 S., br., € 16,00
978-3-96317-148-2
Kinderfrei leben heißt, gegen soziale Erwartungen zu rebellieren - und ist deshalb auch eine feministische Entscheidung. Frauen, die sich gegen Nachwuchs entscheiden, sind die mutigen Vorreiterinnen einer Bewegung, die an Zuspruch gewinnen muss, wenn unser vom westlichen Lebensstil maßlos ausgebeuteter Planet noch länger bewohnbar und lebenswert bleiben soll. Verena Brunschweiger begibt sich als Soziologin und Philosophin, aber vor allem als feministische und ökologische Aktivistin mitten hinein in die Tabuzone unseres gesellschaftlichen Konsenses, der sich ein Lebensglück ohne Kinder nur schwer vorstellen kann. Sie setzt sich kritisch mit dem pronatalistischen Dogma auseinander, das Politik, Kultur und Alltag durchdringt und sich in die Tiefenschichten unseres Denkens, Fühlens und Wünschens eingeschrieben hat. Sie zeigt, wer von diesem Konsens profitiert, und dass er nicht für Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft sorgen wird. Ihr Fazit: Deutschland braucht eine echte Frauenpolitik, keine unreflektierte pronatalistische Bevölkerungspolitik!
Dr. Verena Brunschweiger, geb. 1980, studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie/Ethik und promovierte 2007 in der Mediävistik. Sie ist aktive Feministin und arbeitet hauptberuflich als Gymnasiallehrerin. Außerdem ist sie überzeugte Nicht-Mutter.

FC-Kollektiv
Finanzcoop oder die Revolution in Zeitlupe
Über Menschen, die ihr Geld miteinander teilen
Mit Illustrationen von Paula Bulling und einem Nachwort von Bini Adamczak
140 S., br., € 18,00
978-3-96317-149-9
Das Buch stellt eine Gruppe von Menschen vor, die etwas anders machen als der Rest der Gesellschaft: Sie teilen ihr Geld, obwohl sie weder in derselben Stadt leben, noch durch familiäre Bande zusammengehalten werden. Mehrmals im Jahr kommen sie zusammen und regeln ihr finanzielles Auskommen der nächsten Monate. Dieses Modell heißt Finanzcoop. Hervorgegangen aus dem Experiment einer WG im Jahr 1998 ist das gemeinsame Bankkonto für die mittlerweile sieben Mitglieder zum Alltag geworden. Ihr regelmäßiger Austausch über Geld, materielle Werte und vor allem die eigenen Bedürfnisse hat sie zu Expert_innen gemacht. Dafür, was Geld in unserer Gesellschaft bedeutet, was es leistet, aber auch verunmöglicht. Und dafür, welche unentdeckten Freiräume eine andere Art von Ökonomie schaffen kann. In dieser Zwischenbilanz zu ihrem auf Lebenszeit angelegten Experiment geben sie Einblicke, was ihre Neuerfindung einer Solidargemeinschaft, die quer zu Familie und Staat steht, bedeutet: für Partner_innen, Eltern und Kinder, für ihre Einstellung zu Erwerbsarbeit und unbezahlten Tätigkeiten, Nachwuchsplanung, Alterssicherung. Dabei wird deutlich - diese Neuordnung der eigenen Verhältnisse ist gar nicht so radikal und doch auch das: eine Revolution in Zeitlupe.
Die Mitglieder der Finanzcoop sind zwischen 40 und 47 Jahren alt und haben ihren Lebensmittelpunkt aktuell in verschiedenen deutschen Städten. Vier der insgesamt sieben Mitglieder (plus drei Kinder) feiern im Jahr 2018 bereits das 20-jährige Bestehen ihres ökonomischen Gemeinschaftsprojekts.
Paula Bulling, geb. 1986, arbeitet freiberuflich als Illustratorin und Comiczeichnerin in Berlin. Sie studierte Illustration an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und widmet sich vorrangig politischen Themen. Sie publiziert in zahlreichen Ländern und wird von renommierten Magazinen nachgefragt.
Bini Adamczak, geb. 1979, ist eine politische Autorin zu Themen des Kommunismus und queerer Sexualität. Bini Adamczak lebt in Berlin und ist Mitglied der Jour fixe initiative berlin, einem Kreis vorwiegend in Berlin lebender linksgerichteter Philosoph_innen und Gesellschaftskritiker_ innen.

Axel Stommel
Basics der Ökonomie
Wirtschaftspolitik, Staat und Steuern. Herrschende Lehren auf dem Prüfstand
350 S., br., € 24,00
978-3-96317-129-1
Wirtschaft ist existenziell. Sie ist nicht nur das Gravitationszentrum der Politik, sondern prägt unser alltägliches Leben. Dennoch ist das Wissen über Wirtschaftsdinge erstaunlich unterentwickelt - und das selbst dort, wo der Hort ihrer Expertise sein sollte: in den Wirtschaftswissenschaften. In seinen Basics der Ökonomie macht der erfahrene Wirtschaftspädagoge Axel Stommel Schluss mit der weitverbreiteten Ahnungslosigkeit in Wirtschaftsfragen. In kritischer Auseinandersetzung mit herrschenden Lehren und in satirisch-leichter Atmosphäre zeichnet er für Fachfreunde und Fachfremde ein verständliches Bild unserer Wirtschaftsgesellschaft mit ihren Problemen und Stellgrößen. Umfangreiche Hinweise am Ende der Basics bieten Material für eine weiterführende Beschäftigung mit der Ökonomie und ihren Eigenheiten.
Dr. Axel Stommel, Dipl. Volksw., Dipl. Hdl., StudDir a. D., gehörte schon zu jenen Wissenschaftlern, in deren Namen 1978 das erste und auf Solidarität und Nachhaltigkeit zielende Memorandum
Alternativen der Wirtschaftspolitik vorgelegt wurde. Er war Dozent an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin sowie viele Jahre als Wirtschaftspädagoge tätig. Über 100 Aufsätze in Fachzeitschriften und Sammelbänden sowie mehrere Monografien (u. a. Handlungsorientierter und traditioneller Unterricht. Aus dem Labyrinth der Unmittelbarkeit und Die Reichen, die Banken, die Schulden und wir. Wirtschaft verstehen) hat er im Laufe der Zeit veröffentlicht. Die Basics sind das Ergebnis der Feststellung, wie schwierig es ist, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen.
TEXTPROBE AUS DEM BUCH:
Umsatzsteuer: ergiebig, aber unsozial …

Im Alltagsleben ist die Umsatzsteuer unter dem Namen »Mehrwertsteuer«
bekannt. Sie ist der Shooting Star unter Deutschlands Steuern, denn sie hat
im Weltkriegsjahr 1916 einmal mit einem Satz von 0,5 % angefangen und ist
danach ständig erhöht worden. Seitdem sie 2005 entgegen allen dezidierten
Wahlversprechen plötzlich von 16 auf 19 % angehoben wurde, hat sie die anderen
Steuern hinter sich gelassen. Seitdem ist sie die Ergiebigste von allen.
Allerdings ist die ergiebigste eine besonders unsoziale Steuer, denn die Umsatzsteuer
belastet Geringverdiener stark, während sie Spitzenverdiener
schont. Geringverdiener nämlich geben alles aus, was sie verdienen. Dazu
sind sie gezwungen. Oft verschulden sie sich, müssen sich gar verschulden
für kaum abwendbare, womöglich lebensnotwendige Konsumausgaben. Sie
unterwerfen mithin prinzipiell ihr gesamtes Einkommen der Umsatzsteuer
(im Falle der Verschuldung sogar noch mehr als 100 % ihres Einkommens).
Ausgenommen sind lediglich umsatzsteuerbefreite Ausgaben.
Besonders hart werden deshalb die Obdachlosen zur Steuer herangezogen,
denn bei ihnen entfallen die einzigen umsatzsteuerbefreiten Ausgaben von
Bedeutung, die für Miete, Bank- und Wertpapiergeschäfte; jeder Cent, den
sie erhalten, wird ausgegeben und dabei umsatz- sowie zusätzlich hoch
verbrauchbesteuert, und zwar Letzteres überdurchschnittlich stark (mit
Tabak- und Alkoholsteuern; die Lebensumstände von Obdachlosen machen
entsprechende Ausgaben nachvollziehbar ). Im Ergebnis können die Wohnungslosen
– es sollen 2017 in Deutschland über eine Million Menschen gewesen
sein –, was ihren kumulierten persönlichen Steuersatz angeht, locker
mit so manchem Spitzenverdiener mithalten.
Wer dagegen 100.000 Euro und mehr im Monat verdient, gibt nur einen
Bruchteil davon für Konsumzwecke aus. Er unterwirft demnach auch nur diesen
Bruchteil seines Einkommens der Umsatzsteuer. Sein persönlicher Umsatz-
und Verbrauchsteuersatz ist folglich niedrig.
Es gilt die Regel: Die Masse füllt die Kasse.


Alfred Wolfensteins Kleine Bibliothek der Weltliteratur, herausgegeben von Hermann Haarmann,  Band 3

Arthur Rimbaud
RIMBAUD
Leben - Werk - Briefe
übersetzt und herausgegeben von Alfred Wolfenstein
280 S., geb., € 24,00
978-3-96317-147-5
Arthur Rimbaud (1854-1891) gilt insbesondere durch seine Lyrik als Kultfigur. Entstanden in seinen Jugendjahren, lebt sie von dem Bruch mit literarischen Konventionen, von der Faszination der Sprache und den modernen Sprachbildern, die bis heute nichts von ihrer Wirkmächtigkeit eingebüßt haben. Die ästhetische Radikalität Rimbauds findet dann ihre Entsprechung in seinem unsteten und kompromisslosen Leben: die homoerotische Liaison mit dem älteren, verheirateten Paul Verlaine, den Ausbruch in die Welt - ob als Söldner, Matrose oder Waffenhändler im Orient und in Afrika - und schließlich das elende Ende in einem Marseiller Krankenhaus. Der Expressionist und Wortschöpfer Alfred Wolfenstein findet in Rimbaud seinen Projektionsraum für die eigenen Dichtungen; Rimbaud wird ihm zum Leitstern: »Er ist als Dichter und Anti-Poet Vorläufer einer neuen unmittelbaren und hintergründigen Kraft.« Wolfensteins Beschäftigung mit dem Leben Rimbauds, die Übersetzung und Herausgabe des Rimbaud’schen Œuvre, welches hier als dritter Band der von Hermann Haarmann verantworteten Edition »Alfred Wolfensteins Kleine Bibliothek der Weltliteratur« erscheint, bekräftigen die immerwährende Hochachtung für das Vorbild einer ganzen Schriftstellergeneration. Lyrik-Leseprobe
Alfred Wolfenstein (1883–1945) war ein expressionistischer Lyriker, Dramatiker und Übersetzer. Protegiert von Dichtern wie Robert Musil und Rainer Maria Rilke hielt er sich lange Zeit im Zentrum der   literarisch-politischen Avantgarde Frankreichs und Deutschlands auf. Verfolgt von den Nationalsozialisten, nahm er sich im Januar 1945 in Paris das Leben.
Prof. Dr. Hermann Haarmann, geb. 1946, ist Seniorprofessor für Kommunikationsgeschichte und Medienkulturen an der Freien Universität Berlin. Die Schwerpunkte seiner Lehre und Forschungen sind die Exilliteratur und -publizistik, die Kultur- und Medientheorie der Moderne sowie die Kommunikationsgeschichte vom 18. Jahrhundert bis heute.


Dago Schelin
Vision and Blindness in Film
140 S., br., € 24,00
978-3-96317-144-4
In order to understand »vision«, we have to look into concepts of blindness, both diegetically in typical film characters and in the representation of sight or lack thereof. A critical-historical investigation into theories of vision shows that the way we understand visuality today - scientifically and culturally - is very different from pre-modern notions and practices.
In this book, Dago Schelin questions categories such as active and passive vision, tactile visuality, as well as blind vision, and discusses them alongside a variety of movies that deal with vision and blindness.
Is there a connection between the filmmaker’s gaze and an older pre-Keplerian ontology of vision? What is the role of sound in vision? Are our eyes mere camcorders or might they be projectors? These and other questions comprise the fascinating journey on which this study embarks.
Dago Schelin is a Brazilian-German filmmaker/musician. After receiving his B. A. in Languages (Portuguese and English), as well as a B. A. in Popular Music in Brazil, Dago Schelin was awarded DAAD scholarships for his M. A. studies in Media Production and his PhD in Media Studies. Among other publications, Dago Schelin has edited and co-authored a book on the interdisciplinarity of cinema called Cinema Invites Other Gazes. Currently, Dago Schelin is a researcher at Philipps-University Marburg.

Daniel Möhle
Überlegungen zur Dramaturgie des Kurzspielfilms
332 S., br., € 29,00
978-3-96317-154-3
Vielfach dient die Arbeit an Kurzspielfilmen als Einstieg in die Filmbranche, da sich in Zusammenhang mit ihrer Konzeption und Umsetzung das Handwerk des Filmemachens erlernen lässt. Gleichzeitig fungieren Kurzspielfilme auch als Visitenkarte für den Sprung zur Produktion abendfüllender Spielfilme. Daniel Möhle zeigt in seinen Überlegungen zur Dramaturgie des Kurzspielfilms, dass es sich bei Letzterem keineswegs bloß um eine Fingerübung, ein marketingorientiertes Mittel oder um einen kurzen Langspielfilm handelt. Ihm geht es um die Essenz des Kurzspielfilmischen, der er mit Hilfe von 200 Filmen aus 100 Jahren Kurzspielfilmgeschichte auf die Spur kommt. In seiner Auswahl findet er wiederkehrende Merkmale, die sich u. a. auf Anfänge, Enden, Figuren und Genres beziehen und aus denen sich die Kernqualitäten des Kurzspielfilms konturieren. Die Studie richtet sich an Medienwissenschaftler_innen und Filminteressierte sowie an Filmemacher_innen, die mehr über die strukturelle Vielfalt einer bislang kaum erforschten Filmgattung erfahren möchten.
Seine Leidenschaft für den Film führte Daniel Möhle, geb. 1986 in Hamburg, dazu, im Anschluss an das Abitur in unterschiedlichen Bereichen an verschiedenen Sets von Film- und Fernsehproduktionen in Hamburg zu arbeiten. Danach studierte er Pädagogik und Deutsch an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wobei er Schwerpunkte in Medienpädagogik, Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft setzte. Während seines Studiums stieg er als redaktioneller Mitarbeiter beim Lexikon der Filmbegriffe ein. Seit 2014 arbeitet er als Mediendidaktiker bei einer Fernschule. Überlegungen zur Dramaturgie des Kurzspielfilms ist die Veröffentlichung seiner Dissertation, die er 2018 abschloss 

Fabian Schudy
#Form und Funktion von Hashtags in sozialen Netzwerken
Linguistische Analysen
164 S., br., € 19,00
978-3-96317-146-8
Soziale Netzwerke haben neuartige Formen der Verständigung hervorgebracht, zu denen auch das Hashtag gehört. Doch obwohl dieses Element mittlerweile sogar in der gesprochenen Sprache anzutreffen ist, ist dieses Feld kaum erforscht. Mit der Analyse der Verwendung von Hashtags im Kommunikationsbereich Werbung betritt Fabian Schudy Neuland. Er untersucht Hashtags aus verschiedenen sprachwissenschaftlichen Perspektiven und geht dabei auf Morphologie, Orthografie, Syntax, Textlinguistik, Semantik sowie Pragmatik ein. In seiner innovativen Arbeit fragt Schudy: Wie werden Hashtags heute eigentlich benutzt? Dazu betrachtet er deutschsprachige Facebook-Posts der Unternehmen Coca-Cola, Douglas, IKEA, UNICEF und McDonald‘s. Zielgruppe des Buches sind nicht nur Linguisten, sondern alle, die sich für soziale Medien und Online-Marketing interessieren. Fabian Schudy, geb. 1994 in Marburg, studierte von 2013 bis 2018 Linguistik an der Philipps-Universität Marburg. Seine Schwerpunkte im Masterstudium setzten sich hauptsächlich aus Online-Kommunikation, Pragmatik und Textanalyse zusammen. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Ahnenforschung und ist in der Improvisationstheaterszene aktiv. Praktische Erfahrungen im Bereich Online-Kommunikation hat Fabian Schudy durch seine ehrenamtliche Tätigkeit als Social-Media-Koordinator bei MyAnimeList.net erlangt.

»Mit Pauken und Trompeten«
Elefanten in Geschichte, Literatur und Kunst
274 S., br., € 34,00
978-3-96317-143-7
Bereits in prähistorischer Zeit waren Elefanten wichtige Begleiter des Menschen. In Asien und Afrika gehörten sie seit jeher zum Leben der Menschen und in Europa waren sie spätestens seit dem Feldzug Alexanders des Großen bekannt. Ob in der Zirkusarena oder auf dem Schlachtfeld - Elefanten hinterließen beim Menschen stets einen gewaltigen Eindruck. Sie dienten und dienen dem Vergnügen der Massen, der Herrschaftsrepräsentation der Mächtigen, der Imagination des Einzelnen. Der Sammelband widmet sich diesen vielseitigen Beziehungen zwischen Mensch und Dickhäuter und vereint dabei historische, kulturelle und mediale Perspektiven. Er leistet dabei einen Beitrag zu den Human-Animal-Studies und bietet vielfältige Einblicke, wie Elefanten auf sehr spezifische Weise das Umfeld von Menschen geprägt haben und prägen.



Heiner Stahl
Urbane Soundfabrik
Vom Hörwissen der Herrschaft und dem Hören von Menschen in Städten (1890-1960)
250 S., br., € 28,00
978-3-96317-131-4
Menschen hören. Sie bilden Kommunikationsbeziehungen. Interagieren sie miteinander, entstehen Geräusche. Ihr Verbreiten, Vernehmen und Verstehen spurt Hörwege. Lärm zu machen, bedeutet Macht auszuüben. Geräusche zu regulieren, verweist auf Praktiken von Herrschaft. Und auch der Verzicht auf Lärmminderung ist ein Verfahren der Machtausübung. Heiner Stahl untersucht die historischen Dimensionen von Machtverhältnissen, die durch die gesellschaftliche Produktion von Geräusch entstehen. Dabei beleuchtet er Konstruktionsprozesse von Geräusch, Lärm und Sound im städtischen Raum und setzt sich mit Geräuschkulissen in Gebäuden (Fabrik, Wohnen), am Boden der Straßen und Plätze (Verkehr, öffentliche Versammlungen) sowie über den Köpfen der Menschen (Luftraum und -alarmierung) auseinander. Urbane Soundfabrik wird so auch zur historisch fundierten Handlungsanleitung zur Widerständigkeit - gegenüber Entscheidungen von Gemeinde- und Stadtverwaltungen, Landratsämtern oder Regierungspräsidien. Am Ende entsteht eine vielfältige Kartografie der Klänge aus historischen Dokumenten des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts.
Dr. Heiner Stahl, 2002 Magister Artium in Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Potsdam. 2008 Promotion an der Universität Potsdam zu »Jugendradio im Kalten Ätherkrieg. Berlin als eine Klanglandschaft des Pop«. 2009–2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt. 2013–2015 Lehrkraft für besondere Aufgaben in Neuerer und Neuester Geschichte am Historischen Seminar der Universität Siegen. Seit Oktober 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Siegen. 

Lukas Linek
Zwischen Schallplatten und Streamingdiensten
Wie Digital Natives Musik rezipieren
142 S., br., € 18,00
978-3-96317-142-0
Der Musikkonsum wandelt sich - wir hören mehr Musik als je zuvor, gleichzeitig war Musik noch nie so billig. Billig hinsichtlich Produktion, Vermarktung, aber auch Konsum. Dem gegenüber steht das Comeback der totgeglaubten Vinylschallplatte - Menschen unterschiedlichsten Alters schätzen die Vorzüge des »entschleunigten« Musikhörens. Begleitet wird das Erstarken der Vinyl- schallplatte jedoch durch die vielfältigen Möglichkeiten der Streamingportale. Lukas Linek fragt: Wie hat sich der Wandel des Konsumverhaltens auf Musikindustrie, Künstlerinnen und Künstler sowie auf Tonträger und die Tonqualität ausgewirkt? Erleben wir tatsächlich eine Renaissance des audiophilen Musikhörens und der Hi-Fi? Wie haben sich Qualität und Ton von Musik verändert und wie bekommen Hörerinnen und Hörer heute überhaupt einen Zugang zu Musik? Welche Fehlentwicklungen lassen sich in der Vermarktung und Produktion von Musik feststellen? Abschließend wagt der Autor einen Blick in die Zukunft der Musikindustrie und zeigt aktuelle Chancen, Gefahren und Perspektiven für die Branche auf.

Gero Schwager
Wenn (andere) Medikamente nicht mehr helfen
Cannabis als eine Option bei Epilepsie in der Kindheit?
172 S., br., € 22,00
978-3-96317-140-6
Der medizinische Einsatz von Cannabis wird seit Langem sehr kontrovers diskutiert. Eine emotionale Färbung kommt noch hinzu, wenn es um den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen geht. Während so die einen in der Cannabispflanze ein wahres Wundermittel der Natur mit breit gefächertem Einsatzpotenzial sehen, bleibt es für die anderen ein gefährliches Rauschmittel mit unberechenbaren Nebenwirkungen. Doch die weltweiten Erfolgsberichte von medizinisch eingesetztem Cannabis sind nicht mehr zu ignorieren. Vor allem in Verbindung mit Epilepsien, die sich mit herkömmlichen Medikamenten nicht oder nicht zufriedenstellend therapieren lassen, konnten gerade bei Kindern durch den Einsatz von Cannabis teils herausragende Resultate erzielt werden. Gero Schwager klärt auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten und der aktuellen Forschung auf, welchen Beitrag medizinisches Cannabis zur Therapie pharmakoresistenter Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen tatsächlich leisten kann - besonnen und systematisch.

Holger Speier
Im Ringen um die existenzielle Unbedingtheit
Der Einfluss der Philosophie Søren Kierkegaards auf die Theologie Helmut Thielickes
280 S., geb., € 34,00
978-3-96317-150-5
Der vorliegende Band ergänzt die Rezeptionsgeschichte der Philosophie Søren Kierkegaards um einen bisher kaum beachteten Interpreten: den evangelischen Theologen Helmut Thielicke (1908-1986).
Thielickes Kierkegaard-Rezeption stellt eine Besonderheit dar. Thielicke bezweifelt auf der einen Seite den theologischen Nutzen einer Beschäftigung mit dem dänischen Philosophen, lässt aber andererseits innerhalb seiner Theologie den Kierkegaard’schen Geist in einer Weise aufleben, als habe er nie ein kritisches Wort über Kierkegaard geäußert. Der Theologe Holger Speier stellt die Rezeption Kierkegaards in Thielickes Werk dar, beleuchtet dessen dafür ausschlaggebende Motive und diskutiert schließlich die Frage, inwieweit Thielickes Vorstellung von Theologie - verstanden als Wissenschaft sui generis - auf die Philosophie als Hilfswissenschaft angewiesen ist.
Dr. Holger Speier studierte ev. Theologie, Philosophie und Pädagogik. 2009 promovierte er an der Philipps-Universität Marburg im Fach ev. Theologie mit einer Dissertation über die Apologetik Helmut Thielickes. Er unterrichtet an den Kaufmännischen Schulen in Marburg. Zusammen mit seinen Schüler_innen sowie Vertreter_innen verschiedener Glaubensgemeinschaften hat er mehrere ökumenische Buchprojekte realisiert



Annette Wiegelmann-Bals
Metaphern im Kontext interdisziplinärer Forschung
Methodendiskussion zur interdisziplinären Erforschung
von Bildwirkungen am Beispiel einer
triangulativ angelegten empirischen Studie
496 S., geb., € 49,00
978-3-96317-152-9
Im Zentrum der vorliegenden Habilitationsschrift steht die Erforschung medialer Bildwirkungen, die sich in ihrer Vielschichtigkeit nur im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsdesigns und unter Einbezug verschiedener kulturwissenschaftlicher Bezugsfelder erfassen lassen. Die Arbeit stellt sich einer ausführlichen Diskussion darüber, welcher Methoden es bedarf, um interdisziplinäre Forschungen auf diesem Feld erfolgreich durchzuführen. Im Rahmen einer triangulativ angelegten empirischen Studie werden eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen, darunter Interviews, Beobachtungen, schriftliche Befragungen und Zeichnungen ausgewertet, wobei der Metapher als Ausdrucksphänomen und Untersuchungsinstrument eine hohe Relevanz zukommt. Im Wechselspiel von empirischer Auswertung, Methodenreflexion und theoretischen Überlegungen entsteht ein allgemein anwendbares wissenschaftlich fundiertes Modell zur Erforschung interdisziplinärer Forschungsfragen. Sowohl das erarbeitete Modell als auch die Forschungsergebnisse und weiterführenden Überlegungen dieser Arbeit, die das Potenzial von ästhetischen Erfahrungen, Imagination und Kreativität einbeziehen, sind für eine Vielzahl von Forschungsfeldern relevant. Dazu zählen die Kunstpädagogik und Ästhetische Bildung, die Bild- und Erziehungswissenschaften, die Medienpädagogik, die Kinder- und Jugendpsychologie, die Psychotherapie sowie insbesondere auch die Kunsttherapie.
Priv.-Doz. Dr. Annette Wiegelmann-Bals, geb. 1970, Preisträgerin des bundesweiten Forschungspreises der Friedrich-Stiftung 2009, Privatdozentin für Kunstpädagogik an der Universität Paderborn und Studienrätin (Kunst und Pädagogik) am Gymnasium; Promotion (Dr. phil.) über die Kinderzeichnung im Kontext der Neuen Medien (2007); Habilitation (2013) über Metaphern im Kontext der neuen Medien. Weitere Informationen: www.wiegelmann-bals.de.

Anett Müller
Erinnern und Vergessen
Medienformen im digitalen Wandel
480 S., geb., € 44,00
978-3-96317-156-7
Erinnern und Vergessen sind Prozesse, die durch Film- und Fernsehproduktionen wie auch durch das Internet eine neue Dynamik erhalten. Anett Müller untersucht hierzu die Präsentationsformen und Wirkungsweisen von Bildern und deren Materialitäten in ihren einzelnen Medienformen. Die Beispiele aus Film, Fernsehen und digitalen Medien verfolgen ein gemeinsames Ziel: Geschichte durch das Erzählen von Geschichten mit vergangenen und gegenwärtigen Bildern über die Funktionen der Reproduktion und Reflexion erfahrbar zu machen und Vergangenheit für die Gegenwart zu aktualisieren. Erinnerungskulturen, die in Film, Fernsehen und dem World Wide Web etabliert werden, prägen die Zukunft entscheidend mit und stehen damit zwischen dem Erinnern und dem Vergessen erst am Anfang ihrer Wirkung.
Dr. Anett Müller ist Beraterin für interne Kommunikation und Projektmanagement in Frankfurt. Zuvor hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Philipps-Universität Marburg gearbeitet und war als Online-Redakteurin beim ZDF tätig. Sie studierte Medien-, Theater- und Literaturwissenschaften in Bayreuth und Marburg und machte 2008 ihren Masterabschluss. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Film und Geschichte, Fernsehen und kulturelles Gedächtnis sowie digitale Medien und Erinnerungskultur.

Merle Otholt
Integration und Bildungserfolg
Einflussfaktoren für die schulische Integration
von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
am Beispiel der Herkunftsländer Iran und Türkei
120 S., br., € 19,00
978-3-96317-153-6
Laut nationalem Integrationsplan ist Bildung der Schlüsselfaktor für eine gelungene Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft. Doch obwohl der Begriff ›Migrationshintergrund‹ nahelegt, dass es sich hierbei um eine homogene Gruppe handelt, die sich am stärksten dadurch auszeichnet, dass sie keinen deutschen Hintergrund hat, setzt sich jeder einzelne dieser Migrationshintergründe aus einer spezifischen Kultur und Sprache, einer individuellen Einbindung in soziale Verhältnisse und der Erfahrung von unterschiedlichen Migrationsauslösern und -formen zusammen.
Welche Vorerfahrungen und kulturellen Ressourcen bringen die einzelnen Jugendlichen mit? Was sind die psychosozialen He/raus/forderungen bei ihrer Integration in das deutsche Schulsystem und damit die deutsche Gesellschaft? Am Beispiel der Herkunftsländer Iran und Türkei veranschaulicht Merle Otholt die Vielschichtigkeit dessen, was unter dem Begriff ›Migrationshintergrund‹ gefasst wird, und zeigt, welche kulturellen und migratorischen Einflussfaktoren den Erfolg von Jugendlichen mit iranischem oder türkischem Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem in verschiedenem Umfang beeinflussen.
Die Erkenntnisse finden sich in Optimierungsvorschlägen für die verschiedenen Ebenen des Schulsystems - Bildungspolitik, Schule und Unterricht - wieder.
Merle Otholt, geb. 1993 in Oldenburg, schloss ihr Lehramtsstudium in den Fächern Ethik und Englisch erfolgreich mit dem Ersten Staatsexamen an der Philipps-Universität Marburg ab. Derzeit ist sie Studienreferendarin an einer Integrierten Gesamtschule bei Hannover. Drei längere Auslandsaufenthalte, u. a. sieben Monate in der Türkei, legten den praktischen Grundstein für ihre Beschäftigung mit den Themen Migration und Integration.

Literarische Werdegänge
Lesebiografien von Nachwuchswissenschaftler_innen
Herausgegeben von Kathrin Heintz und Walter Kühn
204 S., br., € 24,00
978-3-96317-145-1
Literatur prägt unser Welt- und Selbstverständnis - von der Kindheit an. Dabei ist es nicht nur von Bedeutung, welche Werke man liest, sondern auch, wann dies geschieht. Bücher lösen in verschiedenen Lebensphasen ganz Unterschiedliches aus. Zunehmend beeinflussen und erweitern andere Medien wie Film, Fernsehen und Internet die Lektüreerlebnisse und -prägungen.
Den Spuren, die ihre Lektüren hinterlassen haben, folgen in diesem Band zehn Nachwuchswissenschaftler_innen. Ihre Lesebiografien zeugen von einer bunten Vielfalt an unterschiedlichen Lektüreerfahrungen und medialen Zugängen, aber auch davon, dass der bildungsbürgerliche Kanon keineswegs obsolet geworden ist. Das Suchen und Finden der eigenen Identität und individueller forschender Zugänge zur Literatur ist dabei ebenso zentral wie die Frage, ob der eigene Werdegang überhaupt rekonstruierbar ist. Mit Beiträgen der Herausgeber_innen Kathrin Heintz und Walter Kühn sowie von Michael Bahn, Iuditha Balint, Markus Engelns, Nicolai Glasenapp, Björn Hayer, Nicole Mattern, Michaela Nowotnick und Timo Rouget.
Dr. Kathrin Heintz, Studium der Soziologie und Germanistik in Mannheim, Teaching Assistant an der University of Virginia, 2015 Promotion über Hans Henny Jahnns Perrudja, seit 2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Koblenz- Landau am Campus Landau im Bereich Literaturwissenschaft und -didaktik. Forschungsschwerpunkte: Kinder- und Jugendliteratur, Bilderbücher und die Literatur des 19. bis 21. Jahrhunderts.
Dr. Walter Kühn, Studium der Germanistik und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Promotion über die Heidegger-Rezeption bei Günter Eich, Ilse Aichinger, Wolfgang
Hildesheimer, Ingeborg Bachmann und Paul Celan (Vermischte Zustände: Heidegger im literarisch-philosophischen Leben der fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, Würzburg 2015). Kühn arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau


Neue Modelle für die Prävention in der Altenpflege
- vor dem Hintergrund von Berufsbiografieorientierung,
Dienstleistungsvielfalt und High-Tech
200 S., br., € 28,00
978-3-96317-155-0
Die Altenpflege hat durch den demografischen Wandel ein großes Personalproblem. Immer weniger Pflegekräfte stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die Gesundheit und Motivation der Beschäftigten ist damit eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die zukünftig weiter steigende Zahl der Pflegebedürftigen kompetent und sicher versorgt werden kann.
Dieses Buch stellt wissenschaftlich fundierte, praxisfähige Ansätze für Präventionsstrategien in stationären Pflegeeinrichtungen vor, die einerseits die Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeit, andererseits das Angebot von individuellen Präventionsmaßnahmen in den Betrieben umfassen. Auch Zukunftsthemen der Branche wie veränderte Berufsbiografien, die Entwicklung der Dienstleistungsvielfalt und der Einsatz moderner Technologien in der Pflege werden diskutiert. Die Beiträge des Bandes stammen von Pflege- und Arbeitswissenschaftler_innen, aber auch von Expert_innen aus der betrieblichen Praxis, die moderne, integrierte Präventionsmodelle erfolgreich in verschiedenen Einrichtungen umgesetzt haben. Das Buch richtet sich damit sowohl an die einschlägigen wissenschaftlichen Disziplinen wie auch an die Praxis der Altenpflege.


Björn Vedder
Reicher Pöbel
Über die Monster des Kapitalismus
160 S., br., € 18,00
978-3-96317-126-0
Die Superreichen stehen unter heftigem Beschuss: Sie plündern die Welt und mästen sich an fremder Arbeit, verspielen unsere Zukunft und zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die »Fuck-You-Politik der Oberschicht« (Michael Naumann) hat einen »Krieg der Klassen« (Warren Buffet) provoziert, der größtenteils noch in den Medien, vielleicht aber bald schon in den Parlamenten und auf den Straßen geführt wird. Mit den geschulten Augen des Kulturphilosophen zeigt Björn Vedder: Die Kritik am »reichen Pöbel«, wie sie derzeit in Debatten, Filmen, Büchern und Fernsehserien Konjunktur hat, ist halbherzig und heuchlerisch. Sie dämonisiert eine kleine gesellschaftliche Gruppe, ohne das dahinterstehende Wirtschaftssystem und unsere eigene Rolle darin infrage zu stellen. Wie gefährlich diese fehlgeleitete Kritik für die politische Kultur und die unter Druck geratene Mittelschicht werden kann, zeigen die jüngsten Wahlerfolge von Populisten, etwa von Donald Trump oder der AfD. Denn während es sich die vermeintlichen Gesellschaftskritiker beim Reichen-Bashing gemütlich machen, entsteht eine brandgefährliche politische Allianz: Der arme und der reiche Pöbel schicken sich gemeinsam an, der von ihnen umklammerten Mitte der Gesellschaft den Garaus zu machen.  Bulli Talk: Bjoern Vedder
Am 23.3. wird Vedder im Forum der Kurt Wolff Stiftung mit Wolfgang Ulrich (Autor Verlag Klaus Wagenbach und Konsumkritiker) auf der Leipziger Buchmesse diskutieren.

Herbert Storn
MIT DEMOKRATIE ERNST MACHEN
Für eine radikale ökonomische Aufklärung
Überlegungen zum Politischen Unterricht
204 S., br., € 22,00
978-3-96317-139-0
Werte wie demokratische Mitbestimmung, Gerechtigkeit, Solidarität, Rücksichtnahme auf Mensch und Natur können im politischen Unterricht auch ohne ökonomischen Sachverstand auskommen. Wer aber verstehen will, welche Strukturen und Prozesse diesen Werten entgegenarbeiten, sollte sich tunlichst mit den diversen Widersprüchen unseres Wirtschaftsmodells befassen. Herbert Storn schaut zurück auf 50 Jahre 68er-Bewegung und hinter die Fassade von Demokratie und deutschem Exportüberschussmodell. Der erfahrene Berufsschullehrer, Personalrat beim Kultusministerium und aktive Gewerkschafter öffnet den Blick für die realen aktuellen Entscheidungsmechanismen und liefert ganz konkrete Empfehlungen für den politischen Unterricht. Beispiele aus dem Politikunterricht und der gewerkschaftlichen Praxis beleuchten diese. Herbert Storn schaut als »Alt-68er« hinter die Fassade unserer Demokratie. In seine Analysen und Überlegungen gehen fast ein halbes Jahrhundert konkreter Erfahrungen als Lehrer an einer Beruflichen Schule in Frankfurt am Main, als aktiver Gewerkschafter und als Lehrer-Hauptpersonalrat beim hessischen Kultusministerium ein.

Hier schreibt Paris
Ein  Wolfenstein’sche Sammelwerk, über die Zeitläufe aktuell und lesenswert
mit Texten von André Gide, Jean Cocteau, Paul Valéry, Le Corbusier u.a.
300 S., br., € 24,00
978-3-96317-125-3
1931 gibt der deutsche Expressionist Alfred Wolfenstein eine viel beachtete Anthologie in der Internationalen Bibliothek Berlin heraus: »Hier schreibt Paris«. In ihr versammelt er Vertreter aus ›Tout-Paris‹, der kulturellen und literarischen Elite Frankreichs. Sie richtet ihren Blick auf die französische Metropole, um ein intellektuelles Panorama dieser großen Stadt in ihrer sozialen und mentalitätsgeschichtlichen Verfasstheit zu liefern. Es sind keine Betrachtungen von außen, sondern Innenansichten, die - heute wieder gelesen - zum virtuellen Reiseführer ins Paris der 20er- und frühen 30er-Jahre werden. Es sind poetische, eindringliche und aufregende Einblicke von Zeitzeugen wie Paul Valéry, Iwan Goll, Jean Giraudoux, Jean Cocteau, André Gide und Le Corbusier mit ihren unterschiedlichen Auffassungen und Blickwinkeln, Eindrücken, Empfindungen und Einschätzungen.
Diese Sammlung wird als zweiter Band der von Hermann Haarmann herausgegebenen Edition Alfred Wolfensteins Kleine Bibliothek der Weltliteratur wieder zugänglich gemacht:
EDITIONSPLAN: 1. Emily Brontë: Umwitterte Höhen / 2. Alfred Wolfenstein (Hg.): Hier schreibt Paris / 3. Gérard de Nerval: Erzählungen I–III / 4. Edgar Allan Poe: A. G. Pyms abenteuerliche Erlebnisse / 5. Paul Verlaine: Gedichte / 6. Victor Hugo: Der letzte Tag eines Verurteilten / 7. Jean-Arthur Rimbaud: Leben, Werk, Briefe / Weitere Bände in Vorbereitung
Alfred Wolfenstein (1883–1945) war ein expressionistischer Lyriker, Dramatiker und Übersetzer. Protegiert von Dichtern wie Robert Musil und Rainer Maria Rilke hielt er sich lange Zeit im Zentrum der literarisch-politischen Avantgarde Frankreichs und Deutschlands auf. Verfolgt von den Nationalsozialisten, nahm er sich im Januar 1945 in Paris das Leben.


Klaus Vogel
Zauberhaftes Denken
Annäherungen an Max Kommerell
190 S., br., € 25,00
978-3-96317-132-1
Kennern gilt Max Kommerell (1902-1944) als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Vom Rang eines Walter Benjamins - und mit diesem immer wieder in einem Atemzug genannt. Dass er aber, im Unterschied zu Benjamin, bis dato hartnäckig ‚Geheimtipp‘ blieb und es trotz wiederholter und in jüngerer Zeit gar verstärkter Bemühungen nicht gelingen konnte, Kommerell entsprechend zu lancieren, als geistige ‚Größe‘ zu etablieren, gründet wohl nicht zuletzt in der Schwierigkeit, sein nach außen verkappt als ‚Literaturgespräch‘ auftretendes Denken theoretisch zu identifizieren, diesem - wie im Falle Benjamins den einer ‚Kulturwissenschaft’ - überhaupt einen Namen zu geben. Annäherungen an Max Kommerell versteht sich als Versuch, aus beständig wechselnder Perspektive, die hierfür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Dabei kommen nacheinander in den Blick: Status und Sprechweise einer ‚verschluckten Theorie‘; Genre und Selbstverständnis einer poetischen Psychologie (am Beispiel Schiller); das Zentralproblem ‚Ästhetizismus’ (am Beispiel Hölderlin); Goethe als Vorbild und andere, daran anschließende ‘Wahlverwandtschaften’ im Geiste (Benjamin und Cassirer); abschließend das ausdrückliche methodische Selbstportrait als ‚deutscher Calderon‘.

Eyke Isensee
Das Justiz-Bild im Spielfilm der NS-Zeit
532 S., br., € 45,00
978-3-96317-135-2
Eyke Isensee liefert mit seiner Untersuchung die erste umfassende Darstellung des Justiz-Bildes im Spielfilm der NS-Zeit. Den Autor interessieren in diesem Zusammenhang vor allem diejenigen Filme, die viele Jahrzehnte als ideologisch unbelastet galten und deswegen teilweise bis in die jüngste Vergangenheit eine unkritische Rezeption erfahren haben. Neben exemplarischen Filmen der heiteren wie ernsten Unterhaltungssparte (u. a. „Mazurka“, „Schlußakkord“, „Sensationsprozeß Casilla“, „Der Fall Deruga“ oder „Der Maulkorb“) und einem Blick auf die Propagandafilme „Jud Süß“ und „Ich klage an“ finden vor allem „Der Gasmann“ (1943/44) und „Der Verteidiger hat das Wort“ (1941) ausführliche Berücksichtigung - beides Filme, die durch Publikumslieblinge wie Heinz Rühmann und Heinrich George in den Hauptrollen seinerzeit für eine breite Rezeption gesorgt hatten. Isensee fragt danach, wie die Justiz in diesen Werken dargestellt und welche Funktion ihr in den Filmen zugeordnet wurde, wie sehr filmpolitische Entscheidungen das Justiz-Bild im Spielfilm beeinflussten und wie im Abgleich damit die tatsächliche Entwicklung des Justizsystems in der NS-Zeit aussah. Zwischen filmischem Zerrbild und historischer Praxis sucht Isensee die Wirkungsabsichten dieser Filme zu rekonstruieren und schafft damit den Boden, auf dem eine kritische, medienwissenschaftliche Reflexion stattfinden kann.

Striss, Michael
Gnade spricht Gott - Amen mein Colt
Motive, Symbolik und religiöse Bezüge im Italowestern
672 S., br., € 39,00
978-3-96317-123-9
Die Filmhelden nennen sich Halleluja, Amen und Spirito Santo. Zum Stammpersonal gehören Pfarrer, Priester, Ordensleute. Häufig wird die Bibel zitiert und gebetet. Worum handelt es sich? Um erbauliche Unterhaltung für fromme Christen? Keineswegs. Die Rede ist vom zynischen und gewalttätigen Italowestern, dem populärsten und innovativsten Vertreter des europäischen Genrekinos der 60er- und 70er-Jahre. Er hat seither nicht nur Kultstatus unter vielen Filmliebhabern erreicht, sondern übt bis heute prägenden Einfluss auf die Gestaltungsmöglichkeiten des Films aus. Michael Striss nähert sich dem Phänomen aus der Sicht eines Kenners und Liebhabers des italienischen Genrefilms, aber auch aus der des Theologen. Aus dieser doppelten Per/spektive gelingt ihm nicht nur eine ausführliche Analyse der Motive des Genres, sondern erstmals auch eine umfassende Darstellung der vielfältigen religiösen Bezüge. Der Leser begegnet auf diesem Streifzug Huren und Heiligen, wahren Teufeln ebenso wie Racheengeln oder messianischen Erlöserfiguren. Er erlebt Passion, Kreuzigung, Auferstehung, aber auch die Hölle und das göttliche End/gericht. Am Schluss steht die erstaunliche Erkenntnis: Der Italowestern ist ohne seine Verwurzelung im biblisch-christ/lichen Glauben - und sei er noch so verschüttet oder gebrochen dargestellt - nicht zu denken.

Udo Köpke
Die Vergötterung der Märkte
Warum die Natur zum Mittelpunkt der Ökonomie werden muss
250 S., br., € 22,00
978-3-96317-138-3
Obwohl unser Wirtschaftssystem an seine Grenzen stößt, wird von neoliberalen Ökonomen immer mehr Wachstum gefordert. Dabei ist Wachstum nicht die Lösung, sondern die Ursache vieler Missstände. Mehr Wachstum fordert immer mehr Rohstoffe, doch die Ressourcen unseres Planeten sind endlich, der Kampf um sie hat längst begonnen. Die entfesselten, auf Wirtschaftswachstum ausgerichteten Märkte werden die sozialen, ökologischen und ökonomischen Probleme nicht lösen. Erst recht nicht die Probleme, die im Zusammenhang mit einem lebenswichtigen, aber wenig beachteten Stoff, nämlich Kohlenstoff, stehen. Mit seiner Erfahrung als Wirtschaftslehrer zeigt Udo Köpke plastisch und mit Nachdruck: Es ist höchste Zeit, dass wir die maßlose Ausbeutung der Naturschätze stoppen und die Gestaltung der Gesellschaft nicht länger den Märkten überlassen. Nicht das Kapital steht im Mittelpunkt der Wirtschaft, sondern die Natur, die uns Kohlenstoff als Lebensgrundlage zur Verfügung stellt, und die von ihr lebenden Menschen. Eindrücklich kritisiert Köpke die neoliberale Denkweise und macht sich stark für eine dekarbonisierte Ökonomie und eine ökologische Steuerreform. Die Klimakatastrophe können nur wir aufhalten, nicht die Märkte.

Klaus Simon
Zur Welt kommen
Wie alles mit allem verbunden ist
100 S., br., € 14,00
978-3-96317-122-2
Keine ausgedachte Geschichte könnte verblüffender sein als das, was in Wirklichkeit geschieht. In mitreißender Begeisterung schildert Klaus Simon den bisherigen Verlauf der Evolution. Mit Hilfe von Denkbildern, die er auch als philosophische Augenöffner einsetzt, macht Simon begreifbar, was sich unserem Verstehen gewöhnlich entzieht - selbst die Erkenntnisse der modernen Physik werden fassbar. Simons Blick in die Vergangenheit und zum Ursprung entpuppt sich als Fahrplan in die Zukunft. Denn die Zeit ist reif für ein neues Verstehen - und damit für das Überdenken festgefahrener weltanschaulicher Auffassungen. Jenseits von Atheismus und Theismus findet Simon einen dritten Ort zur Betrachtung der Frage, wie das Leben gelingen kann. Es zeigt sich: Wir stehen vor einem ganz neuen Schritt evolutionärer Entwicklung, einer Ausweitung unserer Wahrnehmung. Dabei braucht es eine Allianz der Vernunft quer durch alle Schichten und Gruppierungen, um den Herausforderungen des religiösen Extremismus sowie politischen und ökologischen Krisen wirksam zu begegnen. Ein einfühlsames, animierendes Nachdenkbuch, das unter die Haut geht.

Lisa Uhlig-Elsebach
Hara Yoga
Achtsam fließen
102 S., br., € 22,00
978-3-96317-121-5
Yoga ist eine uralte und bewährte Tradition aus Indien, die das eigene Körpergefühl verbessern, körperliche Beschwerden lindern und zu einem allgemeinen Wohlbefinden beitragen kann. Die erfahrene Yogalehrerin Lisa Uhlig-Elsebach hat in Zusammenarbeit mit ihrer Kollegin Shora Fallahi das Konzept des Hara Yoga Flows entwickelt. Diese spezielle Form des Yogas ist geprägt von fließenden Bewegungen, die im Körperzentrum ihren Ursprung finden, sanft ineinander übergehen und so zu einem ganzheitlichen Bewusstsein und Körpergefühl beitragen. Die Autorin hat sich damit beschäftigt, wie sich das Hara sinnvoll in Yoga einbeziehen lässt. Eine Besonderheit dieses Yogas sind die wellen- und spiralförmigen Bewegungen sowie ein angemessener Einsatz der Beckenboden- und Bauchmuskulatur, bei dem ein implizites Körper- und Bewegungsverständnis im Mittelpunkt steht. Im ersten Teil des Buches wird der Ansatz des Hara Yoga Flows beschrieben. Zudem erläutert die Autorin anschaulich allgemeine Ausrichtungsprinzipien des Körpers und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der eigenen Wahrnehmung. Den zweiten Teil des Buches bildet ein umfassend illustrierter Übungs- und Anleitungsteil, der dazu anregt, kleine Sequenzen oder ganze Bewegungsabfolgen zu üben. Mit diesem Band lädt die Autorin dazu ein, den eigenen Körper besser kennen und lieben zu lernen.

Claudia Böttcher
»Fortschrittlich« versus »reaktionär«
Deutungsmuster des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus
in historischen Dokumentationen des DDR-Fernsehens
450 S., br., € 40,00
978-3-96317-136-9
Claudia Böttcher rekonstruiert Deutungsmuster des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in historischen Dokumentationen des DDR-Fernsehens von 1952 bis 1989. Sie analysiert und erfasst die engen Verschränkungen des (partei-)offiziellen Geschichtsdiskurses über den antifaschistischen Widerstand in der DDR mit dessen Darstellung in historischen Dokumentationen des DDR-Fernsehens. Insgesamt 548 historische Dokumentationen wurden von der Autorin zunächst quantitativ ausgewertet, um erste Tendenzen in Bezug auf den filmischen Umgang mit dem antifaschistischen Widerstand ablesen und Konjunkturen herausstellen zu können. Daran anknüpfend werden Einzeldokumentationen mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet, welche die Diskurse über den antifaschistischen Widerstand für einzelne Zeitphasen berücksichtigt. Die abschließende interpretative Verknüpfung beider Untersuchungsebenen macht die Entwicklung von Deutungsmustern in den Darstellungen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in den historischen Dokumentationen sichtbar und lässt Rückschlüsse auf die Entwicklung des thematischen Gegenstandes insgesamt zu.

Svenja Maria Dilger
Neue Väter
Zur Vereinbarkeit von Sorge- und Erwerbsarbeit
92 S., br., € 14,00
978-3-96317-120-8
Wird heutzutage über Familie und Elternschaft diskutiert, dann geraten moderne Leitbilder in den Fokus, die auf eine Abkehr vom klassischen Familienernährer-Modell und die Entstehung neuer Männlichkeitskonzepte hindeuten. Die Rede ist von „aktiver Vaterschaft“ und „neuen Vätern“. Heutige Väter wollen nicht mehr nur auf ihre Funktion als Familienversorger reduziert werden, sondern sich aktiv an der Fürsorge ihrer Kinder beteiligen. Warum halten dennoch viele Familien an der traditionellen Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit fest? Welche Männlichkeitskonzepte werden von der Gesellschaft propagiert und warum fällt es so schwer diese herkömmlichen Modelle hinter sich zu lassen? Svenja Maria Dilger veranschaulicht, warum die Umsetzung aktiver Vaterschaft so schwierig ist und zeigt wie Vorstellungen von einer egalitären Partnerschaft und einer Ausbalancierung von Sorge- und Erwerbsarbeit eher umsetzbar werden.

Technobilder
Medialität, Multimodalität und Materialität in der "Technosphäre"
230 S., br., € 29,00
978-3-96317-116-1
Die voranschreitende Evolution der Medien hat eine Flut an Interface- und Displaytechnologien hervorgebracht, die neuartige multi-modale Repräsentationsformen erlauben und forcieren. Will man demnach der Beschreibung und Analyse moderner Medientechnologien in bildtheoretischer Perspektive gerecht werden, sollte dem traditionellen Bildbegriff ein aktualisiertes Verständnis dieser Phänomene zur Seite gestellt werden. Hierbei erscheint vor allem ein multi-modales Verständnis einer materiell induzierten Bildlichkeit - im Kontext aktueller Medientechnologien des interaktiven und digitalen Bewegtbildes - als zielführend, wenn es darum geht, gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen adäquat fassen zu wollen.
Der Band zieht daher Medialität, Modalität und Materialität als Konzepte für eine Medien- und Bildtheorie der "Technosphäre" heran, um deren Tragfähigkeit, Reichweite und Beziehungen interdisziplinär auszuloten.

Carolin Tillmann
Niemand sollte vor seinem Tod sterben müssen
Ein Mutmachbuch für Schwerkranke und ihre Angehörigen
140 S., br., € 16,00
978-3-96317-127-7
Wenn man schwer kranke Menschen danach fragt, wann sie sich erstmals ihrer Endlichkeit bewusst wurden, so berichten diese nicht etwa von Krankenhausaufenthalten und Medikamenteneinnahmen. Sie schildern die Momente, wo ihnen bewusst wurde, im Job nicht mehr auf dem alten Niveau mithalten zu können; sie berichten über Situationen, in denen sie eigene Hobbies und Interessen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben mussten und vor allem: über Erlebnisse, in denen sie das erste Mal sozial ausgegrenzt oder diskriminiert wurden. Dieser Prozess eines sozialen Sterbens kann aufgrund des medizinischen Fortschritts ganze Lebensjahrzehnte von Menschen bestimmen. Carolin Tillmann hat mit Menschen in genau diesen Situationen gesprochen und die wichtigsten Hürden in ihrem Lebens- und Arbeitsalltag aufgedeckt. Sie fragt: Was können diese Menschen tun, um sich Lebensqualität zu erhalten, welche Teilhabemöglichkeiten gibt es und wie kann das soziale Umfeld Unterstützung bieten? Ein authentischer Ratgeber, der tiefe Einblicke in Lebenswelten eröffnet, vor denen wir alle gern die Augen verschließen.


Daniela Molnar
Arbeitsanforderungen und -belastungen in der niedrigschwelligen Drogenhilfe
Eine Betrachtung von bayerischen und hessischen Kontaktläden
490 S., br., € 40,00
978-3-96317-130-7
In Kontaktläden der niedrigschwelligen Drogenhilfe findet sich eine eigene, der ‚Normalgesellschaft‘ fremde Welt, die man meist nur vom schnellen, fast heimlichen Blick im Vorbeigehen kennt. Dort trifft man auf Menschen, die langjährig exzessiv Drogen konsumieren, die persönliche und doch miteinander vergleichbare Erlebnisse mitbringen - und man trifft auf diejenigen, die in dieser Welt professionelle Unterstützung und Hilfe anbieten: Die Mitarbeiter*innen von Kontaktläden. Deren Perspektive stellt Daniela Molnar ins Zentrum ihrer gleichermaßen einsichtsreichen wie eindrucksvollen Untersuchung: Wie erleben sie es, in dieser Welt zu arbeiten? Woran erfreuen sich Kontaktladenmitarbeiter*innen und was frustriert sie? Die Rekonstruktion dieses Felds der Sozialen Arbeit eröffnet nicht nur einen Blick in den Arbeitsalltag von Kontaktläden, sondern vermittelt auch eindrücklich, inwiefern Arbeitsanforderungen und -belastungen mit (drogen-)rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen und den Interessen gesellschaftlich-politischer Akteur*innen verwoben sind und wie die Mitarbeiter*innen diese speziellen Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse erleben - um eine Verbesserung der Arbeitssituation in Kontaktläden zu erreichen.

Sandra Köhnlein
Begegnungsrunde Handwerk
Materialsammlung für die themenorientierte Gruppenarbeit mit Senioren
120 S., br., € 15,00
978-3-96317-128-4
Mit »Begegnungsrunde Handwerk« legt Sandra Köhnlein eine Erweiterung zu Ihrem Grundlagenbuch »Themenorientierte Begegnungsrunden planen und umsetzen« vor. Der neue Band versammelt eine Fülle an Praxisvorschlägen zur ganzheitlichen Aktivierung von Senioren, die um das Thema Handwerksberufe und Heimwerken kreisen. Betreuungskräfte finden darin konkrete Ideen für alle Phasen der Gruppenstunde - vom Einstieg bis zum Ausklang. Um auf eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten der Teilnehmenden eingehen zu können, sind die Aktivitäten geordnet nach kognitiv stimulierenden Einheiten sowie Einheiten, die motivierende Impulse für Körper und Seele liefern. Der Band eignet sich besonders zum Austausch und gemeinsamen Tun mit Personen, die beruflich mit dem Handwerk in Berührung kamen, die zu Hause selbst handwerklich tätig waren, im ländlichen Raum mit einer Vielzahl an Handwerksbetrieben aufgewachsen sind, aber auch für all diejenigen, die aufgeschlossen sind für Neues. Weitere Themen-Bände in Planung: Pfingsten & Schawuot, Gegensätze, Glück.

Stefanie Vollmann
Innovationsmanagement unter extremer Unsicherheit
Neue Methoden zur Ideenbewertung zu Beginn des Innovationsprozesses
188 S., br., € 25,00
978-3-96317-119-2
Unternehmerischer Erfolg braucht Innovation, doch mehr als die Hälfte aller Innovationen scheitert bei der Markteinführung. Warum sind es so viele und warum scheitern sie so spät? Immerhin sind bis zur Markteinführung viel Geld und Zeit in die Entwicklung geflossen. Eine wesentliche Ursache liegt in fehlerhaften Weichenstellungen in der frühen Phase des Innovationsprozesses, im sogenannten „Fuzzy Front End“ (FFE), wo erstmalig über das Ob und Wie einer Innovation entschieden wird. Gerade hier kann aber mit niedrigem Ressourcenaufwand die richtige Richtung eingeschlagen werden. Obwohl dies grundsätzlich bekannt ist, gilt das Fuzzy Front End als weitestgehend unerforscht und in der Praxis häufig als vernachlässigt. Die Konsequenz ist gravierend: Insbesondere im frühen Bewertungs- und Auswahlprozess („Opportunity Evaluation“) von Innovationen werden vage Bauchentscheidungen getroffen oder es finden unflexible kennzahlenbasierte Methoden Anwendung, für die insbesondere bei radikalen Innovationen jegliche Grundlage fehlt. Auf Basis innovativer Methoden und Bewertungstools entwickelt Stefanie Vollmann deshalb ein neuartiges Phasenmodell für die Bewertung von Ideen und Innovationen im unsicheren, aber für den Erfolg entscheidenden Anfangsstadium des Innovationsprozesses.

Image Evolution
Technological Transformations of Visual Media Culture
225 pp., hardbound., € 49,00
978-3-96317-137-6
The history of images can be described as a history of technology and mediality. The development of images is deeply rooted in the potentials of media technologies and the numerous human inventions in the range of traditional craftsmanship, engineering science, computer science, and art and design. The factual embedding of images in the historical-technological processes constitutes a complex structure of an autonomous »image evolution« that must be highlighted, characterized and analyzed by the interdisciplinary academic discourses that are related to the functions and structures of visuality, pictoriality, and forms of multi-sensoric representations. The chosen term »evolution« is deliberately indicating structural laws that underlie historical events. These laws are intentional and logical processes of a historical and technological interdependency. In this interdependency, technology is evolving out of its inherent structures and additionally embedded in anthropological conditions and sociocultural dynamics. In this context, we should work with the concept of an »image evolution«.

Literaturen des Pathos
Ästhetik des Affekts von Aristoteles bis Schlingensief
Herausgegeben von Björn Hayer und Walter Kühn
192 S., br., € 22,00
978-3-96317-124-6
Das Pathos ist ein maßgeblicher Faktor in Literatur, Kultur und Politik. Die Kontexte, in denen Pathos bemängelt, beschworen und beschrieben wird, sind vielfältig - sei es in sozialen Netzwerken, in parlamentarischen Debatten, in Zeitungsressorts wie dem Feuilleton, in zeitgenössischer Literatur und bildender Kunst oder in den Geisteswissenschaften. In Anknüpfung an Forschungen aus dem Bereich der kulturwissenschaftlich orientierten Philologie, die seit den 1990er Jahren ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf Emotionen verwendet, versammelt der vorliegende Band Pathoskonzeptionen bei Aristoteles, Platon, Heinrich von Kleist, Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Hilde Domin, Alexander Kluge, Heiner Müller und Christoph Schlingensief.
Wolfensteins Kleine Bibliothek der Weltliteratur


Brontë, Emily
Umwitterte Höhen
Übersetzt von Alfred Wolfenstein
340 S., geb., € 20,00
1.Auflage
978-3-96317-107-9
Mitte der 1980er-Jahre gab Hermann Haarmann der Witwe Alfred Wolfensteins - Henriette Hardenberg, die nach der Scheidung 1938 neu heiratete - das Versprechen, die ihm übertragenen Rechte an den Wolfenstein-Übersetzungen zu nutzen, um diese vor dem Vergessen zu bewahren. Gut 30 Jahre später steht nun Emily Brontës einziger Roman »Wuthering Hights«, dieses Meisterwerk der viktorianischen Erzählkunst, am Beginn von »Alfred Wolfensteins Kleiner Bibliothek der Weltliteratur«, mit der die wichtigen Übersetzungen Alfred Wolfensteins einer interessierten Leserschaft wieder zugänglich gemacht werden. Weitere Übertragungen werden folgen - auf der Autorenliste stehen u.a. Gérard de Nerval, Edgar Allen Poe, Arthur Rimbaud, Gustave Flaubert, Percey Shelley sowie auch die von Alfred Wolfenstein besorgte Anthologie »Hier schreibt Paris«.
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Nehring, Christopher
Millionär in der DDR
Die deutsch-deutsche Geschichte des Kunstmillionärs Siegfried Kath
200 S., br., € 18,00
978-3-96317-100-0
Der Antiquitätenhändler Siegfried Kath war der wohl einzige Selfmade-Millionär der DDR und dabei ein Grenzgänger zwischen Ost und West. Wenige Monate nach Schließung der innerdeutschen Grenze wanderte er im Jahr 1961 in die DDR ein - scheinbar aus Versehen. Innerhalb von zehn Jahren baute er sich vom sächsischen Pirna aus ein extrem lukratives Kunsthandels/imperium auf und geriet damit ins Visier des Ministeriums für Außenhandel: Alexander Schalck-Golodkowskis Kommerzielle Koordinierung, die legendäre KoKo. Der Historiker Christopher Nehring hat die Archiv/quellen zu Siegfried Kath ausgewertet und im familiären Umfeld geforscht. Mit »Millionär in der DDR« legt er die erste Biografie dieser schillernden Figur vor. Vom Tellerwäscher zum Antiquitätenmogul - Kath lebte mitten im Sozialismus den American Dream. Dafür musste er auf drastische Weise bezahlen, als er 1974/75 von der KoKo abserviert, von der Stasi verhaftet und dann abgeschoben wurde. Doch Kath ließ sich nicht lange fernhalten. Schon kurze Zeit später betrat er wieder den Boden der DDR, konnte allerdings weder im Osten, noch im Westen Deutschlands jemals wieder an alte Zeiten anknüpfen. Nehring folgt Kaths Geschichte in all ihren erstaunlichen Wendungen. Ihm gelingen spannende Einblicke in eine unkonventionelle deutsch-deutsche Geschichte, in der die historischen Hintergründe von Bundesrepublik und DDR in ihrer Unterschiedlichkeit, aber auch in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit hervortreten.
REZENSION: DIE WELT  ......REZENSION: BERLINER KURIER......Trailer: Christopher Nehring – Millionär in der DDR
"Albert T. Lieberg hat ein kluges, hochaktuelles Buch verfasst. Seine Analyse der neoliberalen Wahnidee .und des Konsumterrors der Warengesellschaft ist bestechend. 
Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. 
Lieberg zeigt den Weg zur dringend notwendigen Entmonetarisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse.und zur Befreiung des Identitätsbewusstseins im Menschen." 
Jean Ziegler,.....
Autor des Buches "Der schmale Grat der Hoffnung".....
und Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrates......

Albert Tullio Lieberg
Der Systemwechsel
Utopie oder existenzielle Notwendigkeit?
120 S., br., € 17,00
978-3-96317-105-5
Revolution oder Evolution? Konsumwahn, Stress, Verdummung, Umweltzerstörung, Kriege, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Ausgrenzung und Vereinsamung - dies sind nur einige Aspekte unserer globalen Wirklichkeit. Um die Fehlentwicklungen und Missstände unserer Evolution auf Dauer überwinden zu können, brauchen wir einen tiefgreifenden, vielleicht sogar radikalen Systemwechsel. Das hier skizzierte Modell der Gesamtgesellschaftlichen Modernen stellt sich dieser Herausforderung. Albert Lieberg erarbeitet eine konkrete alternative Gesellschaftsoption. Er geht damit über die bekannte Materialismus- und Kapitalismuskritik hinaus, verliert sich nicht in der Betrachtung isolierter Reformansätze, sondern wagt ohne Tabus die Formulierung eines ganzheitlichen politischen Ansatzes. Weite Teile der Weltbevölkerung sehnen sich nach Vorschlägen für fundamentale Veränderungen in unserer Gesellschaft - dieses Buch möchte nicht nur einen konkreten Beitrag dazu leisten, sondern damit auch eine konstruktive Debatte einleiten. 

Yasujiro Ozu und die Ästhetik seiner Zeit
Mit Beiträgen von Kayo Adachi-Rabe, Andreas Becker, Marcos P. Centeno Martín, Kerstin Fooken, Simon Frisch, Woojeong, Joo, Stefanie Kreuzer und Jörg Schweinitz.
192 S., br., € 25,00
978-3-96317-111-6
Die Beiträge dieses zweisprachigen Bandes ordnen die Ästhetik von Yasujiro Ozus Filmen in die seiner Zeitgenossen ein. Dabei rückt der Blick auf die zahlreichen Resonanzen und Synchronismen zwischen Ozu und dem globalen Film. Ozu und der Westen, das sind schon in den 1920er Jahren keine bloßen Gegensätze, sondern sich überlagernde Felder. Ozu entkontextualisiert Darstellungselemente des westlichen Films, kombiniert sie, reißt sie mitunter aus dem Zusammenhang und ordnet sie um, erfindet sie neu. Film über 0zus Filme
Ozus Filme z.B.: I Was Born But...LATE SPRING, OHAYO
Das große Buch über Berlins fast vergessenen Freizeitpark:

Christopher Flade / Ludwig Neumann / Sacha Szabo
Rummel im Plänterwald
Kulturpark - Spreepark - Lost Place
303 S., 20 cm², zahlr. farbige Abbildungen, geb., € 34,00
978-3-96317-103-1
Rechtzeitig vor der Wiedereröffnung des Spreeparks erscheint im Büchner-Verlag eine opulente Chronik zur Geschichte des Rummels im Plänterwald. Der vollfarbige Bildband versammelt eine Fülle an Fotos, Anekdoten, Insiderwissen und teils noch nie veröffentlichten Dokumenten zu einer fast vergessenen Berliner Institution. Am 4. Oktober 1969 wurde der »VEB Kulturpark Berlin« als einziger ständiger Rummelplatz der DDR eröffnet. Nach der Wende wurde er privatisiert, modernisiert und als Freizeitpark »Spreepark Plänterwald« weitergeführt. Nach jahrelangen Versuchen, den Park zu retten, musste er am 4. November 2001 seine Tore schließen. Die meisten Attraktionen stehen noch heute im Park: das 45 Meter hohe Riesenrad dreht sich quietschend im Wind, durch die Schienen der Parkbahn wachsen Bäume, in den Pfeilern der Achterbahn nisten Vögel. Als poetischer Ort des Verfalls ist der Park in den letzten Jahren auch zum begehrten Drehort für Foto- und Film/aufnahmen geworden ist (Hollywood-Film »Wer ist Hanna?«, die deutschen Serien- und Filmproduktionen »GZSZ«, »Anna und die Liebe«, »Löwenzahn« sowie »Tatort Berlin« u. a.). Das dreiköpfige Autorenteam zeichnet nicht nur die Geschichte dieses berühmtesten Berliner Lost Places nach, sondern beleuchtet auch seine anhaltende Faszinationskraft.


Christopher Flade / Ludwig Neumann
Spreepark
Lost Place mitten in Berlin
52 S., br., € 6,00
978-3-941310-96-4
Verlassen, mitten im Wald und doch im Herzen der Millionenmetropole Berlin befindet sich der Spreepark Plänterwald. Gräser wachsen durch Achterbahnschienen, das Riesenrad dreht sich langsam quietschend im Wind, zerschlagene Dinosaurierfiguren liegen verwittert am Boden - was klingt wie die Einleitung zu einem Gruselroman, war in Berlin mehr als ein Jahrzehnt Realität. Wo sich einst über eine Million Menschen im Jahr tummelten und Kinder lachten, wurde es ab November 2001 plötzlich ruhig. Die Achterbahnen und Karussells stehen seither still. Wie kam es dazu? Hätte man das verhindern können? Warum fand man so viele Jahre keine Lösung für den Berliner Freizeitpark? Und wie soll es mit dem Areal direkt an der Spree weitergehen? Machen Sie gemeinsam mit den beiden Spreepark-Experten Christopher Flade und Ludwig Neumann eine Zeitreise! Beide Autoren kennen den Park sehr gut noch aus der Zeit, als er in Betrieb war und archivieren seit der Schließung Erinnerungen für das Informations-Portal berliner-spreepark.de. Erleben Sie in diesem Band die bewegendsten Momente des Vergnügungsparks von seiner Gründung zu DDR-Zeiten, über die Privatisierung und Schließung bis heute.

Marcel Veneman
Sprühliebe
Professionelle & kreative Gestaltung
64 S., br., € 22,00
978-3-96317-118-5
Sprühliebe bietet ein einmaliges Portfolio an gestalterischen und werbetechnischen Lösungen für innen und außen, die sich durch die Fusion von Kunst und Corporate Design sehr bewährt haben. Sprühliebe steht seit 2014 für höchste Qualität im Bereich der künstlerischen Fassadengestaltung und hat in Zusammenarbeit mit Städtischen Ämtern und privaten Auftraggebern, große Erfolge im Bereich Werbung und auch der präventiven Vorsorge gegen illegales Graffiti verzeichnen können.

Gero Schwager
Kann Musiktherapie die sozialen Fähigkeiten von Kindern
mit Autismus-Spektrum-Störungen verbessern?
Eine Auswertung aktueller Studien
110 S., br., € 16,00
978-3-96317-115-4
Autismus-Spektrum-Störungen sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen. Sie zeichnen sich bei den Betroffenen vor allem durch Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation aus. Durch gezielte Therapie lassen sich aber die Symptome reduzieren. Nachdem die Musiktherapie in diesen Bereichen bei Kleinkindern schon erste positive Effekte verzeichnen kann, wird in diesem Band der Fokus auf schulpflichtige Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren gelegt. Dazu erläutert Gero Schwager im ersten Teil die wissenschaftlich relevanten Hintergrundinformationen und widmet sich im zweiten Teil der Auswertung aktueller Studien, um auf dieser Grundlage eine Implementierung von Musiktherapie in den Förderschulalltag zu diskutieren.
Unterbringungssituation von Geflüchteten contra Willkommenskultur


Küster, Franziska
Architektur als Ausdruck politischer Kommunikation
Zur Unterbringungssituation von Geflüchteten in Deutschland
160 S., br., € 19,00
978-3-96317-108-6
Die jüngste Flucht- und Migrationsbewegung hat deutsche Städte und Gemeinden vor immense Herausforderungen gestellt: Die Ankommenden müssen angemessen betreut, versorgt und untergebracht werden. Allerdings prägen vielerorts provisorische Notunterkünfte wie Leichtbauhallen und Containerdörfer das Bild. Und auch die Reaktionen der Bevölkerung auf die Zufluchtsuchenden und die damit verbundenen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben bewegen sich auf einem Kontinuum zwischen gelebter Willkommenskultur und der Sorge, dass Deutschland dieser Aufgabe nicht gewachsen ist. Je stärker Themen wie die Wohnsituation und Integration von Geflüchteten in den öffentlichen Fokus rücken, desto dringlicher ist die Frage, wie dieser Situation nicht nur gesellschaftlich und politisch, sondern auch mit Architektur und Städtebau begegnet werden kann. Auf Basis von qualitativen Expertengesprächen untersucht Franziska Küster die Unterbringungssituation von Geflüchteten in Deutschland und geht der Frage nach, inwiefern architektonische und städtebauliche Maßnahmen die Integration der Geflüchteten beeinflussen. Dabei identifiziert sie integrationsfördernde und -hemmende Faktoren und analysiert, ob die öffentliche Meinung sowie die massenmediale Berichterstattung Einfluss auf die Ausgestaltung von Wohnraum für Geflüchtete haben. Darüber hinaus werden die intendierte gesellschaftliche Außenwirkung der Geflüchtetenunterkünfte sowie die angenommenen Auswirkungen auf deren Bewohner untersucht.
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Mayer, Christian
Rettet die Wirtschaft … vor sich selbst!
Faszinierende Reise ans Ende des neoklassischen Universums
220 S., br., € 18,00
978-3-96317-101-7
»Rettet die Wirtschaft … vor sich selbst!« rechnet ab mit der Mainstream-Ökonomie, mit ihren mathematischen Modellen und kühnen Kalkulationen einer Zukunft, die sich dann doch immer ganz anders gestaltet. Wie kann es sein, dass eine Profession, die häufig mit grotesken Fehleinschätzungen auffällt, in der Öffentlichkeit dennoch als unverzichtbarer Hort der Weisheit wahrgenommen wird? Christian Mayer hilft uns, ein ganz neues Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen zu entwickeln. Eines, das ökonomisches Geschehen in der Welt nicht auf eine Sammlung fehlerhafter Formeln reduziert. Das den Menschen als vielschichtiges, komplexes Wesen anerkennt, der mit dem Modell des Homo oeconomicus nur wenig gemein hat. Dabei führt uns der Autor zugleich auf ein Feld, auf dem der Kampf um die Ökonomie der Zukunft bereits begonnen hat. Denn der Widerstand gegen die neoklassische Sichtweise der Wirtschaft ist längst erwacht. So zeigt Mayer nicht nur die Schwächen des alten Ansatzes auf, sondern auch den Reichtum neuerer Ideen und Modelle.....DER AUTOR AUF YOUTUBE

Szabo, Sacha
Außeralltägliche Welten
Oktoberfest, Disneyland, Computerspiele. Sozioanalyse des Vergnügens
140 S., br., € 19,00
978-3-96317-106-2
Warum besuchen Millionen Menschen Volksfeste, was begeistert Millionen Besucher an Freizeitparks und was fasziniert Millionen Spieler an den Simulationen dieser Vergnügungswelten in Computerspielen? Dieser Frage spürt der Kultursoziologe Sacha Szabo nach. Er zeigt, dass es das Erleben des Außeralltäglichen ist, das die Besucher anzieht. Es ist das Erlebnis eines Jenseits des Alltags, in dem es weder Sorgen noch Nöte gibt; einem zeitweiligen Paradies im Hier und Jetzt. Und so entwickelt Szabo ausgehend von diesen Orten en passant eine Theorie des Vergnügens. Das Besondere ist, dass dieses Vergnügen in einem exklusiven Raum stattfindet, den es nur für diesen besonderen Zweck gibt: einem Heterotop. Diese Eigenheit verbindet sowohl die analogen als auch die digitalen Vergnügungswelten. Damit sind Oktoberfest, Disneyland und RollerCoaster Tycoon nicht nur drei prominente Beispiele, sondern zugleich Wegweiser, die zeigen, wie die Zukunft des Vergnügens aussehen kann.

Dumke, Thomas / Turgay, Aylin / Mosell, Vandana
Soziale Medien als Konfliktarena
Alltagskonflikte Jugendlicher und wie sie über die Nutzung von Social Network Sites bearbeitet werden
174 S., br., € 20,00
978-3-941310-94-0
Welche Relevanz haben soziale Medien im Alltag von Jugendlichen? Wie werden sie von diesen genutzt, wie werden darüber gesellschaftlich dominante Moraldiskurse von ihnen verhandelt und wie wehren sie sich gegen die Aneignung und Kontrolle ihres Medienhandelns durch Erwachsene - vor allem durch problematisierende Zuschreibungen wie „Cybermobbing“ oder „Sexting" und die damit verbundenen Reglementierungen durch Elternhaus, Schule und Gesellschaft. Das Forscher_innenteam unter Leitung von Elke Schimpf und Johannes Stehr hat diese Fragen im Rahmen eines Forschungsprojekts untersucht. In den von ihnen geführten Gruppendiskussionen mit Jugendlichen haben sie nach Konflikthemen, aber auch nach Ressourcen und Strategien der Bewältigung gefragt. Mit Hilfe eines konflikttheoretischen Ansatzes beschreiben sie in diesem Sammelband die Handlungspraktiken und Deutungen der Jugendlichen in Bezug auf ihre Nutzung sozialer Netzwerke. Sie zeigen, inwiefern social media als Ressource zur Bearbeitung von Konflikten dienen und welche Rolle Institutionen wie die Schule in diesem Zusammenhang spielen. Die Beiträge machen social networking sites als Bestandteil der Alltags- und Lebenswelten von Jugendlichen greifbar und verdeutlichen, welche alltäglichen Interaktionsformen dort praktiziert werden, welche Konflikte thematisiert werden und welche Relevanz diese für die (Re)produktion von Geschlechter- und Generationsverhältnissen besitzen.

Köhnlein, Sandra
Themenorientierte Begegnungsrunden planen und umsetzen
Die große Ideensammlung für die Seniorenarbeit
140 S., br., € 20,00
978-3-96317-104-8
Jeder Mensch ist einzigartig - in HInblick auf seine körperlichen Voraussetzungen, besonderen Fähigkeiten und Glaubenssätze. Für eine ganzheitliche Betreuung von Senioren bedeutet dies, Begegnungsrunden auf unterschiedliche Kompetenzen abzustimmen. Das Personal in Pflege- und Betreuungseinrichtungen muss Interessen und Bedürfnisse in der Gruppe berücksichtigen und somit verschiedene Aktivierungsformen unter einen Hut bringen. In ihrem neuen Anleitungsband stellt Sandra Köhnlein eine Vielzahl von Aktivitäten vor, die zum Ausgangspunkt für themenorientierte Begegnungsrunden werden können. Diese reichen vom Erinnern und Erzählen über Gedächtnistraining und Spielen, Wahrnehmungs- und Bewegungsübungen bis hin zu Musik und Rhythmik. Neben konkreten Vorschlägen liefert sie als erfahrene Betreuungskraft auch Wissen und Material, um eigene Begegnungsrunden planen und umsetzen zu können. Sie zeigt, wie man diese modellhaft entwickelt, erfolgreich umsetzt - auch mit Hilfe von Ritualen - und wie man sie im Nachgang professionell reflektiert. So können mit Begegnungsrunden schlüssige und sinnerfüllte Akzente gesetzt werden, sowohl für die Seniorengruppe als auch für das Team.

Immersion - Design - Art: Revisited
Transmediale Formprinzipien neuzeitlicher Kunst und Technologie
232 S., br., € 29,00
978-3-96317-109-3
Eintauchen in eine künstliche Welt, den Unterschied zwischen Artefakt und Realität nicht mehr erkennen, ein Versprechen, das in Kunst und Design zwischen antiken Maleranekdoten und den digitalen Spielen unserer Tage nichts von seinem Faszinosum eingebüßt hat.
Immersionsästhetiken haben spätestens seit der Renaissance immer wieder Konjunkturen, die in der Regel den Einbruch neuer Medientechnologien markieren. So zuletzt in den aufgeregten Debatten der Jahrtausendwende, als unter dem Eindruck digitaler Simulation gar ein vollständiger Bruch mit allen überkommenen Vorstellungen des Wirklichen konstatiert wurde. Mehr als ein Jahrzehnt später hat sich diese Realität als äußerst resistent erwiesen und die Technologien der Immersion wurden selbstverständlicher Bestandteil von alltäglicher Kommunikation und ästhetischem Erleben. In dieser Gewöhnlichkeit verbirgt sich die eigentliche künstlerische Herausforderung.
Die Autoren zielen auf eine eigenständige medientheoretische Perspektive ab, in der Medienkunst weder als einfacher Effekt der Medientechnologie erscheint, noch die gesellschaftliche Realität der Medien mit der künstlerischen Phantasie der Medienkünstler verwechselt wird. Die Analyse dieses Designs der Gegenwart sowie seiner künstlerischen Reflexion zielt auf eine zeitgemäße Ästhetik des Digitalen ab, welche die naiven Pole zwischen Euphorie und Apokalypse, die die Debatte einst prägte, hinter sich lassen kann.

Stefanie Vollmann
Videojournalisten als Storyteller
Eine Chance für neue authentische Narrationsformen in der TV-Landschaft
170 S., br., € 25,00
978-3-96317-113-0
Digitalkameras und einfache Schnittsoftware ermöglichen es, dass heute potenziel jeder Fernsehjournalist Beiträge als Videsoumalist (VJ) selbst drehen und schneiden kann. Online hat diese Entprofessionalisierung bereits zu innovativen Genre-Mischungen geführt. Im Fernsehen aber verstärkt sich aktuell im Bereich erzählerischer Genres (Reportage, Feature, Dokumentation) der Trend, Inhalte in festgezurrten Formaten zu präsentieren. Können die innovativen Potenziale von VJs in der deutschen Fernsehproduktion also gar nicht genutzt werden? Stefanie Vollmann untersucht dies am Beispiel des Einsatzes von VJs in erzählerischen Genres. Sie kombiniert eine Literaruranalyse mit einer Befragung von Redakteuren und VJs sowie Zuschauern des für diese Arbeit produzierten VJ-Films "Paris par Hasard". Es zeigt sich VJs können durch Authentizität, Nähe, Kreativität und Flexibilität überzeugen. Doch in der Praxis werden VJs meist in fomatierten tagesaktuellen Produktionen eingesetzt.

Journalismus auf Smartwatches
Komplementäre Erweiterung zu Smartphones oder technisches Tor zu eigenständigen digitalen Erzählformen?
Analysen, Bewertungen und Prognosen
150 S. plus virtueller Anhang, br., € 24,00
978-3-96317-114-7
Die Zukunft des Journalismus ist digital - und mobil: Smartphones haben Desktop-PCs inzwischen als primäres Online-Nachrichtenmedium abgelöst. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Smartwatches stellt sich die Frage: Droht das gleiche Schicksal nun den Smartphones? Können Smartswatches neue journalistische Darstellungsformen prägen und Smartphones als primäres Online-Nachrichtenmedium vom Thron stoßen? Anis Micijevic liefert hier die erste wissenschaftliche Analyse zum journalistischen Potenzial von Smartwatches im deutschsprachigen Raum und gibt eine wertvolle Orientierung und Kategorienbildung auf einem bislang kaum erforschten Gebiet.

Marcus Voigt
Die “Lügenpresse“ ein nützliches Instrument für den Rechtspopulismus?
180 S., br., € 24,00
978-3-96317-110-9
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich - zumindest vorläufig - im deutschen Parteiensystem etabliert Sowohl in der Forschung zum Rechtspopulismus allgemein als auch im spezifischen Fall der AfD weist der Forschungsstand noch große Lücken auf. Ziel des Buches ist es daher, am Beispiel der AfD die politischen Kommunikation rechtspopulistischer Parteien offenzulegen. Marcus Voigt hat dazu Leitfadeninterviews mit Politikern der AfD und einem ehemaligen Politiker der Partei geführt. Es zeigt sich, dass die politische Kommunikation der AfD in idealtypischer Weise der rechtspopulistischer Parteien entspricht. Bewusste Provokationen und strategische Tabubrüche, insbesondere bei den Themen Flüchtlingskrise und Islam, sollen mediale Aufmerksamkeit erregen und so den politischen Diskurs verschieben. Die Presse ist Feindbild, wird Lügenpresse genannt, doch zugleich als Multiplikator genutzt und instrumentalisiert, um Rechtspopulismus zu verbreiten und die pluralistische Gesellschaft anzugreifen.

Jacek, Rzeszotnik
Stanislaw Lems literarische Gedankenexperimente
Eine Essaysammlung
180 S., br., € 22,00
978-3-96317-112-3
Stanislaw Lem gilt als „Exportschlager“ der polnischen Literaturszene. Die Werke des bedeutenden literarischen Visionärs wurden in 57 Sprachen übersetzt und mehr als 45 Millionen Mal verkauft, übersetzte Ausgaben seines Werkes können in Buchhandlungen in aller Welt gefunden werden. Der „dialektische Weise aus Kraków“ (Rottensteiner) gehört somit zu den am intensivsten gelesenen polnischen Autoren auf beiden Uferseiten der Elbe. Gelingt es Lem also, mit der Rezeption seines Schrifttums das Paradigma der prinzipiellen gegenseitigen (Nicht-)Wahrnehmung der Deutschen und der Polen im Bereich kultureller Errungenschaften infrage zu stellen? Jacek Rzeszotnik hat festgestellt, dass bislang nur wenige größere (wissenschaftliche) Abhandlungen über Lems Werk vorliegen. Das Hauptgewicht der rezeptiven Leistung im deutschen Sprachraum bilden bisher Interviews, gefolgt von Feuilletons, Sammelrezensionen und Einzelbesprechungen sowie kurzen Pressenotizen. Diesem Sachverhalt möchte Rzeszotnik mit dem Essayband „Stanislaw Lems literarische Gedankenexperimente“ Rechnung tragen. In 13 Beiträgen, die im Zeitraum von 2005 bis 2017 entstanden sind, hat sich der Autor zum Ziel gesetzt, das in der deutschen Öffentlichkeit funktionierende Bild von Lem als Schriftsteller und (Wissenschafts-)Philosoph und seinem Schaffen punktuell zu rekonstruieren. Dabei verfolgt der Autor der Essays nicht das Ziel, die Besprechungen zu Lems Werken zu rezensieren, sondern möchte die jeweils individuellen „Deutungsdispositionen“ der Kritiker und ihren Ausschlag für das kreierte Lem-Werk-Bild herausarbeiten.

Image Temporality
Time, Space and Visual Media
210 S., br., € 49,90
978-3-941310-92-6
Media technology plays a significant role in addressing the different sense modalities of the recipient or user. This role seems to deeply influence our concepts of time and space: The more a media technology is becoming a trigger for sensory and perceptual experiences, the bigger is the influence on temporality and spatiality. Image Temporality could be one part of the temporality discourse to connect the concepts of static and dynamic images with the approaches in modern media theory, philosophy of mind, perceptual theory, aesthetics, and film studies as well as the complex range of image science.This volume monitors and discusses the relation of time, space and visual media within the perspective of an autonomous image science.


Kai Eicker-Wolf
Wirtschaftswunderland
Eine Abrechnung mit der Wirtschaftspolitik von Gerhard Schröder bis heute
160 S., br., € 16,00
978-3-941310-82-7
Deutschland geht es gut, Industrie und Handwerk gelten als hochgradig wettbewerbsfähig und die Außenhandelsüberschüsse als Beleg, dass alles fabelhaft läuft. Wer die Lage so einordnet, blickt jedoch vorbei an den Schattenseiten dieser Wirtschaftsentwicklung: an der Schere zwischen Arm und Reich, Abstiegsängsten oder dem Unbehagen des Auslands an der deutschen Entwicklung. Kai Eicker-Wolf zeigt, dass die ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilung und der hohe Exportüberschuss die Kehrseiten ein und derselben Medaille sind. Seit Gerhard Schröder lebt Deutschland massiv unter seinen Verhältnissen - das ist bedenklich. Denn die Sparpolitik hat uns gravierende Fehlentwicklungen beschert wie die Unterfinanzierungen sozialer Bereiche, darunter Gesundheit und Pflege sowie Erziehung und Bildung. Mit fundierten Lösungs- und Finanzierungsvorschlägen plädiert Eicker-Wolf für eine deutliche Neuorientierung der Struktur- und Wirtschaftspolitik in Deutschland, die Verteilungsgerechtigkeit nur dann herstellt, wenn sie auch Sozialpolitik ist.

banal  trivial  phaenomenal
Spielarten des Trash
Herausgegeben von Jonas Nesselhauf und Markus Schleich
236 S., br., € 29,90
978-3-941310-87-2
Trash, der, Substantiv, aus dem Engl. ›Müll‹, ›Abfall‹, ›Schund‹; bezeichnet in den Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften eine scheinbar ›minderwertige‹ Ästhetik trivial-populärer Artefakte (-> lowbrow), wobei die Grenzen zur absichtlichen Erzeugung von T. (-> Meta-T.) teilweise fließend verlaufen und T. somit wiederum zu einem Schreibverfahren werden kann. Die Spielarten des T., des Meta-T. und der Verbindung von Kunst und ›Abfall‹ umfassen verschiedenste Medien und Genres, darunter den T.film (bspw. in britischen »Hammer«-Produktionen), Literatur und Lyrik (u.a.Friederike Kempner, Julie Schrader), Comic (Chris Ware etc.), Popmusik (etwa Blumfeld), Bildende Kunst (bspw. Kurt Schwitters), TV-Formate (›Reality-TV‹), Computerspiele sowie als deren Performanz die Fanfiction oder »Bad Taste Partys«.

Ernst Wolff
Finanz-Tsunami
Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht
200 S., br., € 19,00
978-3-00-057533-4
„Das Finanzwesen erschließt sich nur Fachleuten und braucht euch Normalbürger nicht zu interessieren, weil es euer Alltagsleben nur am Rande berührt“ - so wurde es uns jahrzehntelang eingebläut. Das Gegenteil ist der Fall: Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat sich die Finanzindustrie zur mächtigsten Größe auf unserem Planeten entwickelt. Dabei bleibt ihr Führungspersonal im Dunkeln und lenkt die Geschicke der Welt auf eine Weise, die selbst bei genauer Betrachtung nur schwer zu durchschauen ist.
Mit seiner packenden Darstellung der Machenschaften und Akteure der Finanzwirtschaft weist Ernst Wolff ein weiteres Mal auf sein zentrales Anliegen hin: die Herrschaft einer übermächtigen Elite zu beenden, deren Gier unsere Lebensgrundlagen zerstört und unsere Zukunft gefährdet. (erscheint in der edition e.wolff)

Sacha Szabo
Lunaparks
Auf den Spuren einer vergessenen Vergnügungskultur
Bildband
200 S., zahlreiche farbige Abbildungen, geb., € 35,00
978-3-941310-83-4
Lunaparks - noch Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet, sind heute aus dem Bild von Freizeit- und Vergnügungskultur verschwunden. Dabei gab es allein in Deutschland fast ein halbes Dutzend derartiger Parks. Der Hugo-Haase-Park in Hamburg und später der Lunapark Hamburg-Altona bestanden zeitgleich mit den Parks in Dortmund, Köln und Leipzig. In Berlin existierten in dem Zeitraum von Anfang des Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg zeitgleich sogar drei derartige Parks. Sacha Szabo hat dieses Stück Kultur liebevoll aufbereitet und vielfältiges Quellen- und Bildmaterial zusammengestellt. Er fragt: Was macht die Besonderheit dieser Parks aus und wie kam es zu ihrem Verschwinden aus dem Erscheinungsbild deutscher Städte? Er nimmt die Leser mit auf eine spannende Entdeckungsreise zu den Ursprüngen dieser besonderen Begegnungsorte, für die - im Unterschied zu heutigen Parks - Tanzsalons, Bierhallen und Kneipen bestimmend waren und die einen festen Bestandteil urbaner Unterhaltungskultur bildeten.

Bildverstehen
Spielarten und Ausprägungen der Verarbeitung multimodaler Bildmedien
Herausgegeben von Lars C. Grabbe, Patrick Rupert-Kruse und Norbert M. Schmitz
248 S., br., € 29,90
978-3-941310-79-7
In der menschlichen Wahrnehmung, Verarbeitung und Speicherung bewegter (interaktiver) Bildtypen spielen die Systeme des Mentalen und Leiblichen eine zentrale Rolle: Wir entschlüsseln Zeichen und Symbole, verstehen und erleben multimodale Artefakte, lassen uns vom Realismus digitaler Bilder überrumpeln oder koppeln uns mental und motorisch mit Filmen oder Computerspielen. Folglich formieren sich erst im Zusammenwirken von sinnlicher Adressierung, kognitiver Organisation und leiblicher Partizipation sowohl phänomenale als auch semiotische Prozesse des Verstehens oder Erlebens. Die davon geprägten spezifischen Verarbeitungs- und Speicherungsvorgänge medialer Impulse stehen im Fokus des Bandes.

Sandra Köhnlein
Basteln und Gestalten mit Senioren
Mit zahlreichen Schablonen und Kopiervorlagen
140 S., br., € 22,00
978-3-941310-84-1
Kreative Begegnungsrunden verbessern die Lebensqualität von Pflegebedürftigen in Senioreneinrichtungen. Sie ermöglichen ein Zusammentreffen, geben Senioren die Möglichkeit, sich einander anzunähern und dabei sich und andere in der gemeinsamen Tätigkeit besser kennenzulernen. Als Expertin in der Arbeit mit Pflegebedürftigen hat Sandra Köhnlein ein Praxisbuch für das Basteln und Gestalten mit Senioren entwickelt. Ein erster Teil vermittelt Basiswissen, das in der Seniorenarbeit Tätige bei der Planung und Umsetzung von Begegnungsrunden unterstützt. Ein zweiter Teil liefert kreative Techniken und Bastelvorschläge. Diese werden ergänzt von wertvollen Zusatzinformationen und Tipps sowie genauen Angaben zum Materialbedarf. Der übersichtlich gestaltete Band liefert eine Fülle an kreativen Ideen und thematisiert praxisnah, wie die konkrete Umsetzung der Begegnungseinheiten aussehen kann.

Werner Brinker
Denkfehler Wachstum
Wege in eine zukunftsfähige Wirtschaft
134 S., br., € 14,90
978-3-941310-21-6
'Wohlstand braucht Wachstum' - so lautet das ständig wiederholte Mantra unserer Wirtschaftspolitik. Ohne Wachstum drohen leere Kassen, ist der Sozialstaat gefährdet, kann es keinen Wohlstand geben. Aber Wachstum zerstört unsere Lebensgrundlagen, gefährdet den sozialen Frieden, verschärft die globale Armut und ist gar die Ursache für Kriege. Ein unentwirrbares Knäuel wechselseitiger Abhängigkeiten? Werner Brinker bringt Ordnung in das Durcheinander, zeigt Zusammenhänge und Widersprüche auf und erläutert, wie sich Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Umweltzerstörung gegenseitig beeinflussen. Warum muss die Wirtschaft ständig wachsen? Wo ist der (Not-)Ausgang? Dies sind die zentralen Fragen des Buches. Wo andere sich in einer Analyse der Probleme erschöpfen, zeigt Werner Brinker einem eleganten Ansatz, der den Weg aus dem Dilemma öffnet, hin zu einer Wirtschaftsform ohne Wachstum, Umweltvernichtung und Sozialabbau.

Nicklas Baschek
Anfeindungen
Carl Schmitts "Begriff des Politischen" aus Perspektive der Systemtheorie Niklas Luhmanns
102 S., br., € 14,90
978-3-941310-11-7
Die Unterscheidung von Freund und Feind. In seinem Buch "Der Begriff des Politischen" sieht Carl Schmitt darin die Triebfeder politischen Handelns. Trotz dieser aggressiven Grundtendenz nimmt seine politische Theorie neuere Ansätze zur Politik der Differenz, der Abweichung und des Anderen vorweg. Doch wer unterscheidet bei Schmitt zwischen Freund und Feind? Und aus welchen Gründen wird jemand zum Feind? Das Buch untersucht den "naturwüchsigen" Charakter dieser Unterscheidung bei Carl Schmitt. Unter Verwendung Niklas Luhmanns Systemtheorie entlarvt der Autor die bedrohliche Ausgangssituation der Fremdheit und Feindschaft bei Schmitt als reaktionäre Konstruktion.

Nils Adamo
Bedingungsloses Grundeinkommen
Sozialromantik oder Zukunft des Sozialstaats?
137 S., br., € 19,90
978-3-941310-19-3
Immer weniger Menschen erzielen durch Erwerbsarbeit ein existenzsicherndes Einkommen. Eine der zentralen politischen Fragen der letzten Jahre ist daher: Wie lassen sich unter den Bedingungen schrumpfender Verteilungszuwächse noch soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe organisieren? Als Lösungsmöglichkeit rückt das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens immer mehr in den Blickpunkt der kontrovers geführten Debatte um die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Nils Adamo stellt in diesem Band die verschiedenen Modelle für ein bedingungsloses Grundeinkommen vor. Er verfolgt den bisherigen Weg der politischen Auseinandersetzung, der letztlich in die entscheidende Frage mündet: Wie wollen wir in Zukunft leben?

Jong Uk Yun
Die Spielfilme von Ken Loach
Perspektive eines realistischen Kinos
215 S., br., € 26,90
978-3-941310-10-0
Ken Loach begann seine Karriere 1964 als Fernsehregisseur bei der BBC. Seitdem hat er mehr als 40 Kino- und Fernsehfilme gedreht. Die Spielfilme von Loach sind gekennzeichnet durch das Interesse am Leben der ‚einfachen’ Leute und der Arbeiterklasse, die normalerweise in der Kinolandschaft kaum beachtet werden. Ebenfalls charakteristisch ist die Verwendung von bestimmten stilistischen Merkmalen und die künstlerische Konstruktion, womit versucht wird, das Leben jener Bevölkerungsschicht so ‚realistisch’ wie möglich wiederzugeben. In diesem Buch zeigt der Autor die thematische und stilistische Charakteristik der Spielfilme von Ken Loach unter der Berücksichtigung der gesellschaftlichen und medialen Kontexte von Großbritannien auf.
16 Spielfilme von Ken Loach werden hier eingehend behandelt: UP THE JUNCTION (1965), CATHY COME HOME (1966), POOR COW (1967), KES (1969), LOOKS AND SMILES (1981), FATHERLAND (1986), HIDDEN AGENDA (1990), RIFF-RAFF (1991), RAINING STONES (1993), LADYBIRD LADYBIRD (1994), LAND AND FREEDOM (1995), BREAD AND ROSES (2000), SWEET SIXTEEN (2002), 11`09`01 - SEPTEMBER 11 (2002), TICKETS (2005) und THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY (2006).

Körperinszenierungen im japanischen Film
302 S., br., € 37,90
978-3-941310-73-5
Kaum eine Kinematographie weist eine solche Variation von Körperdarstellungen auf wie die japanische. Der Körper scheint nicht festgestellt. Er ist variierbar, überformbar, kann prothetisch ergänzt werden, ohne dass dies mit einer emotionalen Wertung verbunden wäre. Diese ›andere Körperlichkeit‹ betrifft nicht allein die dargestellten Stoffe. Sie hat eine filmtheoretisch weitreichende Bedeutung, fordert sie doch dazu auf, sich den Themenkomplexen der Identifikation und der Rolle des Zuschauers neu zu nähern. Der interdisziplinäre, deutsch- und englischsprachige Band stellt Fragen nach der Funktion dieser Art von (kulturell) alterner Körperlichkeit: Worauf reagiert die Imaginationswelt des Films? Welche kulturellen Bilder und Traditionen ruft diese wiederum auf? Behandelt werden unter anderem Arbeiten von Yasujirô Ozu, Akira Kurosawa, Shôhei Imamura, Shûji Terayama, Shinya Tsukamoto, Takeshi Kitano, Takashi Miike und Shunji Iwai.

Hercule Poirot trifft Miss Marple
Agatha Christie intermedial
Herausgegeben von Judith Ktetzschmar, Sebastian Stoppe und Susanne Vollberg
216 S., br., € 34,90
978-3-941310-48-3
Wie kaum eine andere Autorin des 20. Jahrhunderts hat Agatha Christie das Genre des Kriminalromans geprägt. Bis heute ist sie eine der meistgelesenen Schriftstellerinnen der Welt.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass Christies Werk vielfältig für Film, Fernsehen und Theater adaptiert wurde. Diese Intermedialität ist der Ausgangspunkt des Bandes. In welchem Verhältnis stehen literarische Vorlage und mediale Transformation? Warum bleiben manche Adaptionen sehr werkgetreu, während andere stark vom Original abweichen? Welche Rolle spielen exotische Orte, wiederkehrende Motive und Figurenkonstellationen? Wo sind Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Medientypen auszumachen?

Bildkörper
Zum Verhältnis von Bildtechnologien und Embodiment
Herausgegeben von Lars C. Grabbe, Patrick Rupert-Kruse und Norbert M. Schmitz
242 S., br., € 29,90
978-3-941310-71-1
Im internationalen philosophischen und kognitionspsychologischen Diskurs erleben Überlegungen zum Embodiment momentan einen nie dagewesenen Aufschwung. Daher verwundert es nicht, dass auch im Kontext aktueller Entwicklungen der digitalen und immersiven Medientechnologien die Rolle des Leibes sowohl im theoretischen als auch im anwendungsorientierten Bereich mit neuer Verve betont wird. Auf diese Entwicklung Bezug nehmend, stellt der Band die Interaktion zwischen dem Medialen und den somatischen, neuronalen und mentalen - also verkörperten - Prozessen, die bei der Rezeption von Medieninhalten aktiv sind, in den Fokus. Denn erst die Analyse des Verhältnisses von Bildtechnologien und Embodiment erlaubt es, die Erlebnisdimensionen und Sinnhorizonte audiovisueller Artefakte von ihrer leiblichen Basis her näher zu beschreiben.

Iris Oberth
Der Narr als Epochenmotiv und metatheatrale Reflexionsfigur bei Shakespeare
'I am indeed not her fool but her corrupter of words'
240 S., br., € 25,90
978-3-941310-44-5
Vom karnevalesken Außenseiter zum scharfsinnigen corrupter of words - der Narr als eine zentrale Reflexionsinstanz der Frühen Neuzeit und ihrer (Welt-)Bühne: Die Studie untersucht zum einen den Narren als Epochenmotiv, als eine in dieser und für diese Zeit besonders signifikante Gestalt. Zum anderen erschließt sie eine Bedeutung und Funktion als Figur metatheatraler Reflexion in einem exemplarischen Werk der Zeit, bei Shakespeare. Dabei zeigt sich, dass Shakespeares weise Narrenfiguren über ihre charakteristische Lach- und Erkenntnisgemeinschaft mit dem Publikum hinaus zu vorrangigen Figuren des Reflektierens grundlegender Aspekte des frühneuzeitlichen Theaters selbst werden: Im liminalen Spiel des Narren beleuchtet ein in dieser Form neuartiges Medium sein eigenes Funktionieren und Vermögen - nicht zuletzt auch mit Blick auf seine Rolle im sozio-politischen Kontext der Epoche.

Daniel Schröder
Der Komponist Frank Zappa
Über die Aktualität der "Neuen Musik"
133 S., br., € 19,90
978-3-941310-28-5
The present-day composer refuses to die. Bereits in seinem ersten Album formulierte Frank Zappa den Anspruch, ein bedeutender Komponist zu werden. Und tatsächlich sollte es ihm gelingen, nicht nur zu einer einzigartigen Musikikone aufzusteigen, sondern auch in Kompositionen für große Orchester oder dem Projekt The Yellow Shark einen unverkennbaren Stil zu entwickeln. Doch wo genau im weiten Feld der "Neuen Musik" des 20. Jahrhunderts begegnen wir dem Komponisten Frank Zappa und wen trifft man neben Edgard Varèse noch in seinem Werk? War John Cage für ihn nur ein skurriler Pilzsammler und Karlheinz Stockhausen bereits in einem Helikopter auf dem Weg zurück zum Planeten Sirius? Haben eher Pierre Boulez’ Serialismus oder Conlon Nancarrows gestanzte Löcher ihre Punkte auf der Karte von Zappas musikalischen Kosmos hinterlassen? Was an Zappas Musik war konventionell, was innovativ? Und: Hat sich Zappa tatsächlich geweigert zu sterben? ENGLISCHE AUSGABE:  Frank Zappa - The Composer = 978-3-941310-85-8, € 19,90
Zappa - MontanaZappa - Bobby BrownZappa - Watermelon In Easter HayZappa- Why Does It Hurt When I Pee?

Creative Crowds
Perspektiven der Fanforschung im deutschsprachigen Raum
408 S., br., € 39,90
978-3-941310-42-1
Die Vorstellungen von Fans als hysterischen Teenies, aggressiven Hooligans oder nerdigen Einzelgängern haben sich drastisch gewandelt. Wurden Trekkies, Live-Rollenspieler oder Gothics vor einigen Jahren noch kritisch beäugt, debattiert heute jeder über die Hobbit-Filme oder die neue Sherlock-Staffel und kann sein Ramones-Shirt beim Discounter kaufen. Durch das Internet sind Fans nicht nur im Mainstream angekommen, sondern mündiger und kreativer geworden. Längst geben sie sich nicht mehr nur der Verehrung ihrer Lieblingsfiguren und Idole hin, sie erobern auch für sich selbst und ihren kreativen Output einen Platz in der Popkultur. Der Band versammelt Beiträge aus verschiedenen Disziplinen zu einem facettenreichen Spektrum von Fandoms, Fankulturen und Fankreationen im deutschsprachigen Raum: vom Fußballstadion bis ins Onlineforum, von Cosplayern zu Viddern, von Prince bis Twilight.

Pferde in der Geschichte
Begleiter in der Schlacht, Nutztier, literarische Inspiration
Herausgegeben von Frank Jacob
281 S., br., € 34,90
978-3-941310-45-2
Pferde waren lange bedeutend für die Geschichte des Menschen und wurden zu wesentlich mehr als nur zur Freizeitgestaltung genutzt. Gerade die Geschichtswissenschaft hat die Rolle von Tieren für den Lauf der Ereignisse zu lange unterschätzt. Der Band hat es sich zum Ziel gesetzt, im Besonderen die Bedeutung von Pferden für historische Entwicklungslinien und geschichtliche Prozesse etwas genauer zu untersuchen und einen möglichst chronologisch wie geographisch breit angelegten Überblick über die Bedeutung dieser Vierbeiner zu geben. Dafür werden nicht nur militärhistorische, sondern auch wirtschaftliche sowie kulturelle Aspekte untersucht, um dem interessierten Leser einen guten Einblick in die Geschichte der Pferde sowie deren Rolle für die Geschichte des Menschen zu gewährleisten.

Florian Lamp
"Die Wirklichkeit, nur stilisiert"
Die Filme des Ulrich Seidl
192 S., br., € 24,90
978-3-941310-04-9
Ulrich Seidl eilt der Ruf voraus, ein „Enfant Terrible“ des Dokumentarfilms zu sein - ein Regisseur, der die Wirklichkeit so lange manipuliert, bis sie in sein Bild von Wirklichkeit passt und damit zur „Wirklichkeit, nur inszeniert“ wird. Aber ist die Wirklichkeit als solche nicht schon an und für sich ein Konstrukt? Seidl hat mit seinen Werken immer wieder provoziert. Nach seinem Film DER BALL fliegt er von der Filmhochschule, nach TIERISCHE LIEBE erhält er einerseits Lob durch Werner Herzog, der beeindruckt feststellt, „im Kino noch nie so geradewegs in die Hölle geblickt“ zu haben, andererseits wird er als Vampir betitelt, der Menschen aus dem Kuriositätenkabinett vor die Kamera zerrt und Sozialpornographie betreibt. Erst als Seidl mit MODELS und später mit HUNDSTAGE beginnt, nicht mehr explizit Dokumentarfilme zu drehen, wendet sich das Blatt und er erlangt international Anerkennung. Ulrich Seidl inszeniert die Wirklichkeit neu und löst so die Grenzen zwischen Dokumentar- und Spielfilm immer wieder auf. Florian Lamp untersucht Ulrich Seidls Filme von EINSVIERZIG (1980) bis JESUS, DU WEISST (2003) und legt dadurch nicht nur die zentralen Entwicklungslinien im Oeuvre des österreichischen Regisseurs frei, er hinterfragt auch kritisch den von Seidl selbst für sein Verfahren verwendeten Begriff der „Faction“. Abgerundet wird der Band von einem ausführlichen Interview, das der Autor mit Ulrich Seidl in Wien geführt hat.

Patrick Hilpisch
Cinema Goes Pop
Populärkultur in den Filmen Cameron Crowes
205 S., br., € 24,90
978-3-941310-06-3
In einem Zeitraum von 16 Jahren hat der amerikanische Regisseur Cameron Crowe sechs Filme geschaffen, die durchdrungen sind von populärer Kultur: SAY ANYTHING, SINGLES, JERRY MAGUIRE, ALMOST FAMOUS, VANILLA SKY und ELIZABETHTOWN. Sie alle zeichnen sich zum einen durch Soundtracks aus, die sich nahezu ausschließlich aus moderner Pop- und Rockmusik zusammensetzen. Zum anderen sind sie bevölkert von Charakteren, die sich entlang Popkultur definieren oder direkt mit ihrer Produktion bzw. Entstehung verbunden sind. Musik in Crowes Filmen ist immer mehr als ein „soundtrack with pictures“ und der Bezug auf Film, Fernsehen oder andere Bereiche populärer Kultur alles andere als willkürlich. Wie lässt sich die Größe „Popkultur“ bestimmen? Welche Bedeutung, welche Macht wird ihr zugeschrieben? Auf welche Weise nutzt sie Cameron Crowe für seine Filme? Wie setzt er seine Soundtracks ein? Wie bindet er popkulturelle Zitate und Referenzen in seine Geschichten bzw. seine filmischen Texte ein? Und welche Ziele verfolgt der ehemalige Musikjournalist mit diesen Strategien? Diesen Fragen geht Patrick Hilpisch hier auf den Grund.

Kim Ki-Duk
Barbar oder Sündenbock?
Herausgegeben von Jeong Seong-Il
441 S., br., € 39,90
978-3-941310-35-3
Kim Ki-Duk hat das koreanische Kino revolutioniert. Während seine Filme wie zuletzt "Pieta" (2012) auf internationalen Festivals gefeiert werden, ist der aus einfachen Verhältnissen stammende Autodidakt in seiner Heimat höchst umstritten. Vielen Koreanern gelten seine Werke als Ausgeburten eines sadistischen Wilden und nur wenige erkennen in ihnen die Abgründe ihres Landes und dessen Geschichte. Wer Korea verstehen will, muss Kim Ki-Duk verstehen - diese Maxime hat Jeong Seong-Il diesem Band zu Grunde gelegt. Dazu hat er nicht nur führende Experten versammelt, um Kims Filme von dessen Debüt "Crocodile" (1996) bis zu seinem meditativen Meisterwerk "Frühling, Sommer, Herbst, Winter … und Frühling" (2003) zu analysieren. Auch den unbequemen Regisseur selbst und seine Mitarbeiter lässt er ausführlich zu Wort kommen. Abgerundet wird dieses vielstimmige Porträt von Kim Ki-Duks unverfilmtem Drehbuch "Die Überquerung der Straße bei Rot".

Andreas Becker
Erzählen in einer anderen Dimension
Zeitdehnung und Zeitraffung im Spielfilm
187 S., br., € 24,90
978-3-941310-25-4
Beschleunigungen, Zeitlupen, Absencen: Verschiedenste Formen der Zeitdehnung und Zeitraffung sind charakteristische Merkmale des aktuellen Kinos. Seit den 1960er Jahren werde n im Film immer kühnere Expeditionen in neue Zeitdimensionen gewagt. Dabei ist der zunehmende Einsatz dieser Stilmittel keineswegs eine Modeerscheinung, sondern der filmästhetische Ausdruck des vielschichtigen menschlichen Zeitempfindens. Unsere täglichen 'Zeitreisen', Erinnerungen, Absencen und Irritationen werden durch sie thematisiert und sinnlich erfahrbar gemacht.

Sebastian Bauer
Welten im Untergrund
Das Motiv der U-Bahn im Film
214 S., br., € 29,90
978-3-941310-23-0
Die U-Bahn taucht immer dann auf, wenn das Kino in den Großstadt-Untergrund abtaucht. Sie markiert einen dramaturgischen Knotenpunkt im urbanen Netz, von dem aus die filmischen Geschichten in Bewegung geraten, entscheidende Wendungen vollziehen oder zum Stillstand gelangen. Vordergründig wird die U-Bahn dabei als funktionaler Transit-Ort inszeniert und wahrgenommen. Bei genauerem Hinsehen verfügt sie jedoch über spezifische Qualitäten, die den Vorstellungen einer modernen Welt zuwider laufen: Die U-Bahn wird zu einem geradezu mythischen Raum. Sebastian Bauer demonstriert dies anhand von fünf beinahe durchgängig in der U-Bahn spielenden Filmen aus verschiedenen Epochen und Ländern: La première nuit (F 1958), The Incident (US 1967), Subway (F 1985), Moebius (ARG 1996) und Kontroll (H 2003). Welten im Untergrund wird so zu einem wegweisenden Buch über einen der spannendsten Schauplätze der Filmgeschichte.

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