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Lesungen
14 VERÖFFENTLICHUNGEN SIND DIESMAL BUCH DES MONATS:
BÜCHERVIRUS  /  VIRUSBÜCHER




Echoräume des Schocks
Wie uns die Corona-Zeit verändert
Reflexionen Kulturschaffender und Kreativer.
Eine Anthologie herausgegeben von Franziska Richter mit Beiträgen von Saskia Ackermann, Ferda Ataman, Davide Brocchi, Carsten Brosda, Salome Dastmalchi, Judith Döker, Tanja Dückers, Annett Gröschner, Manaf Halbouni, Hanka Kliese, Barbara Lison, Gülin Mansur, Peggy Mädler, Jürgen Matschie, Jagoda Marinic, Jasmin Mittag, Thomas Mühlnickel, Michelle Müntefering, Martin Rabanus, Franziska Richter, Dieter Ripberger, Peer Mia Ripberger, Andreas Rost, Michael Schindhelm, Andrea Schmidt, Leander Scholz und Olaf Zimmermann.
192 S., br., 45 farbige Abbildungen, € 16,00
978-3-8012-0589-8
Im Frühjahr 2020 erreichte die Corona-Pandemie auch Deutschland. Covid-19 löste Schallwellen aus, die ein großes Echo nach sich zogen. In 25 Beiträgen zeichnen Kulturschaffende und Kreative den Widerhall dieser Zeit auf, berichten von Ereignissen aus Politik und Gesellschaft und erzählen von Ängsten und Hoffnungen in ihrem Alltag im Ausnahmezustand. Sie vermessen den Schock, der den Kulturbereich in dieser Zeit getroffen hat und stellen sich die Frage, wie Kunst und Kultur in und nach der Corona-Zeit gefördert beziehungsweise gestärkt werden können. Entstanden ist so ein berührendes, inspirierendes und authentisches Dokument der Corona-Zeit.
Die Beiträge dieser Anthologie entstanden unter dem Eindruck der Ereignisse seit den Ausgangsbeschränkungen im März bis Ende Juni 2020. Viele Beiträge enthalten persönliche Reflexionen zu den Erfahrungen in dieser Zeit. Sie analysieren die Frage, welche Konsequenzen wir aus der Corona-Zeit ziehen sollten und nehmen eine neue Perspektive ein. Sie entwerfen Chancen für ein neues solidarisches und demokratisches Miteinander. Und sie diskutieren die dringende Frage, wie es für Kunst und Kultur in und nach der Pandemie weitergeht.


Slavoj ˇi˛ek
Pandemie!
Covid-19 erschüttert die Welt
112 S., br., € 14,90
978-3-7092-0441-2
Wir leben in einer Zeit, in der der größte Ausdruck von Liebe darin besteht, zum Objekt seiner Zuneigung Distanz zu halten; in der Regierungen, die für die rücksichtslose Kürzung öffentlicher Ausgaben bekannt sind, plötzlich wie von Zauberhand Milliarden bereitstellen können; in der Toilettenpapier zu einer Ware wird, die kostbar ist als Diamanten. Es ist eine Zeit, in der, so ˇi˛ek, eine neue Form des Kommunismus der einzige Weg sein wird, um den Abstieg in globale Barbarei abzuwenden. Unser Planet wurde von einer beispiellosen globalen Pandemie erfasst. Wer könnte ihre tiefere Bedeutung besser ergründen, ihre schwindelerregenden Paradoxien besser aufzeigen und über die Folgen und deren Tragweite eindringlicher spekulieren als der einflussreiche slowenische Philosoph Slavoj ˇi˛ek – und das auf atemberaubende, schweißtreibende Art und Weise?
Mit seinem lebendigen Schreibstil und Hang zu populärkulturellen Analogien (Quentin Tarantino und H.G. Wells treffen hier auf Hegel und Marx) liefert ˇi˛ek eine ebenso scharfsinnige wie provokative Momentaufnahme dieser Krise, die sich mehr und mehr ausbreitet und uns alle erfasst.


Lockdown 2020
Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern
Herausgegeben von Hannes Hofbauer und Stefan Kraft
208 S., br., € 17,90
978-3-85371-473-7
Eine tiefe Rezession, massenhafte Arbeitslosigkeit und schwere soziale Verwerfungen sind die Folgen des Lockdown 2020. Als noch gravierender entpuppen sich die politischen Handlungen: Ohne offene Debatte setzte man Notverordnungen durch, wurden Grundrechte beiseite geschoben, geriet der Ausnahmezustand zur neuen Normalität. Gründe genug für die zwei Wiener Verleger Hannes Hofbauer und Stefan Kraft, kritische Stimmen in einem Buch zu versammeln, das sich mit den Hintergründen und Folgen der Virus-Maßnahmen auseinandersetzt.


Rob Wallace
Was COVID-19 mit der ökologischen Krise,
dem Raubbau an der Natur und dem Agrobusiness zu tun hat
180 S., br., € 20,00
978-3-89438-738-9
Seitdem Menschen sesshafte Landwirtschaft betreiben, kommt es immer wieder zu tödlichen Epidemien. Aber warum nehmen diese Infektionen heute die Form weltweiter Pandemien an, so wie es bei COVID-19, SARS, MERS oder der Vogelgrippe der Fall war? Warum häufen sie sich – und was lässt sich dagegen unternehmen? Der US-amerikanische Biologe Rob Wallace erklärt, wie Pandemien entstehen und warum sie sich global ausbreiten. In seiner Analyse berücksichtigt er die evolutionäre Dynamik der Krankheitserreger ebenso wie die gegenwärtigen ökologischen und ökonomischen Strukturen. So skizziert er eine politische Virologie, die den »Eigensinn der Mikroben« ebenso berücksichtigt wie Freihandelsverträge, Tierzuchtmethoden und die Eigentumsverhältnisse. Die Ursache von COVID-19 sieht er in weltweit schwindender Biodiversität, Landübernutzung und Massentierhaltung, kurz: im herrschenden kapitalistischen Nahrungsregime. Und solange der ökologische Raubbau anhält, erklärt Rob Wallace, werden Epidemien außer Kontrolle geraten.


Peter Scheibe
Grundrechte in Quarantäne
Ein Virus infiziert den Rechtsstaat
160 S., br., € 18,00
978-3-8012-0578-2
Die Angst vor Corona greift tief in die Grundrechte ein. Bund und Länder regieren mit Rechtsverordnungen. Die parlamentarische Kontrolle bleibt oft auf der Strecke. Wo ist die Gewaltenteilung? Gerichte fällen Urteile ohne Anhörung. Wo bleibt die Rechtsstaatlichkeit? Virologen, Politiker und Ökonomen tauschen in atemberaubendem Tempo ihre Rollen. Ob mit Grund oder ohne: Die Demokratie verletzt ihre eigenen Spielregeln. Auch Populisten dürfen sich deshalb plötzlich als Verfassungshüter aufspielen. Unsere Gesellschaft fährt auf Sicht. Noch vertrauen die Menschen den Regierenden. Die Frage lautet: Wie lange geht so etwas gut? Peter Scheibe, früherer Justiziar der Tageszeitung taz, hinterfragt kritisch diese Einschnitte in den Rechtsstaat. Begriffe wie »Kontaktbeschränkung« oder »Lockdown« bemänteln die Aussetzung von Grundrechten. Der Autor schildert anhand zahlreicher Beispiele, welche Gefahren Politik und Staat drohen, wenn man Alternativlosigkeit als Mantra akzeptiert. Er gibt Anregungen, wie eine aufgeklärte Gesellschaft durch eine breite und offene Debatte gestärkt werden muss, damit sie nicht ihr eigenes Fundament zerstört.


Denis Newiak
Alles schon mal dagewesen.
Was wir aus Pandemie-Filmen für die Corona-Krise lernen können
120 S., br., 15,00 €
978-3-7410-0117-8
Binnen weniger Wochen hat sich unser aller vermeintlich so sicheres Leben geändert: Lockdown, Homeoffice, Kontakt-beschränkungen, tägliche Bulletins von Virologen, Protest-bewegungen und Verschwörungsfantasien.
Hätten wir darauf vorbereitet sein können? Aber ja – alles schon mal dagewesen: Im Kino!
Science-Fiction-Filme und -Serien setzen sich seit je her auf spekulative Weise mit der Zukunft und ihrem möglichen Verlauf, den sozialen Veränderungen und Konfliktfeldern auseinander, und haben viele Fragen, die mit der Viruserkrankung Covid-19 aufgeworfen wurden, bereits vorausgedacht, durchgearbeitet und versuchsweise beantwortet.
Der Blick auf einschlägige Filme wie Contagion (USA/AE 2011), Children of Men (USA/UK 2006) und Blindness (Die Stadt der Blinden, BR/CA/JP 2008) kann Handlungsoptionen aufzeigen und auf spielerischem Wege auf Konfliktlinien, die im Vorfeld, im Verlauf und im Nachgang von Pandemien gesellschaftlich relevant werden können, verweisen, sodass die aufmerksame und kritische Betrachtung Hilfestellung beim Umgang mit der Pandemie leisten kann. Denis Newiak sucht zwischen den Zeilen von Pandemie-Filmen und -Serien nach Ideen zur Bewältigung der sozialen, politischen und ökonomischen Herausforderungen der Krise. Können uns die filmischen Szenarien helfen, diese große Prüfung zu bestehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen?


Pandemische Zeiten
Corona, Kapitalismus, Krise und was wir dagegen tun können
Herausgegeben von Sascha Stanicic und René Arnsburg mit Beiträgen von Angelika Teweleit (Sprecherin VKG – Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften), Dorit Hollasky (ver.di-Betriebsgruppensprecherin am städtischen Klinikum Dresden), Julian Koll (ver.di-Vertrauensmann und Erzieher in  Dortmund), Marius Sackers und Jens Jaschik (Linksjugend ['solid] - NRW), Martin Löber (ver.di-Betriebsrat in einem  Bäderbetrieb), Ursel Beck (Mieten-Aktivistin Stuttgart), Leila Messaoudi (Stadträtin in Le Petit-Quevilly, Frankreich), Hannah Sell (Generalsekretärin der Socialist Party England & Wales), Siritunga Jayasuriya (United Socialist Party Sri Lanka), Claire Bayler & Jacob Bilsky (Independent Socialist Group USA), Carl Simmonds (CWI Japan), Andreas Pittler (Autor aus Österreich),  Inge Höger (Landesvorsitzende DIE LINKE. NRW), Christian Krähling (Gewerkschafter Amazon Bad Hersfeld), Christa Hourani (Sprecherin VKG), Winfried Wolf (Chefredakteur LunaPark21), Danny Albrecht (ver.di-Vertrauensmann real Wildau), Ferat  Kocak (Linkskanax), Margit Glasow (Inklusionsbeauft ragte der Partei DIE LINKE), Huschke Mau (Netzwerk Ella), Michael  Bonvalot (Journalist aus Österreich) u.a.*
300 S., br., € 14,90
978-3-96156-091-2
Die Auswirkungen der Corona-Krise und die Maßnahmen zu Eindämmung der Infektionen haben die bereits kränkelnde Weltwirtschaft so hart getroffen, dass wir momentan nahtlos von einer Krise der Gesundheitssysteme und öffentlichen Infrastruktur in eine weltumspannende Wirtschaftskrise übergehen. Innerhalb weniger Wochen mobilisierten die nationalen Regierungen tausende Milliarden Dollar, Euros, Yen usw. - um ihr marodes System, den Kapitalismus, zu retten und jene, die davon profitieren. Die Zeche müssen Beschäftigte, Arme, jung und alt zahlen; für eine Krise, die sie nicht verursacht haben. Dabei ist es nicht mehr als eine Schutzbehauptung der Herrschenden, diese Krise mit „Corona-Krise“ zu betiteln, denn es ist die Krise ihres Systems, eines Systems, das den Interessen einer reichen Minderheit entspricht.
Aktivist*innen, Gewerkschaftsmitglieder, Kolleg*innen aus Deutschland und anderen Ländern kommen zu Wort. Sie berichten von der Krise aus der Sicht derer, die am meisten von ihr betroffen sind – und sie diskutieren, wie dem ein Ende gemacht werden kann und wir zu einer Gesellschaft kommen, in der die Gesundheit und die Interessen der Mehrheit an oberster Stelle stehen und nicht mehr die Gewinnerwartungen einiger weniger.
*) Die Angaben in Klammern dienen lediglich zur Kenntlichmachung der beitragenden Personen.
REZENSIONEN: Junge WeltFixpoetry,

Axel Stommel
Die unerträgliche Leichtigkeit der Schulden
Corona, das Klima und die Schwarze Null
150 S., br., € 17,00
978-3-96317-218-2
Gerade noch im Wachstumswahn, dann das: die Corona-Pandemie. Plötzlich hat sie das wirtschaftliche und soziale Leben auf allen Kontinenten weitgehend stillgelegt. In dieser extremen Situation ist der Staat gefordert, die Schwarze Null zunächst passé. Aber nicht völlig und nicht für immer. Denn auch in der Corona-Krise geht es darum, den Staat nicht ungebremst zu verschulden. Während selbst diese Krise irgendwann ein Ende haben wird, gilt dies für die Klimakrise nicht. Sowohl das gesellschaftliche als auch das meteorologische Klima und ihre jeweiligen Probleme und Gefahren bleiben bestehen. Spätestens dann beginnt für die Schwarze Null ein neuer Frühling: Die Schuldentragfähigkeit sowie die Frage, welche Aufgaben der Staat zu übernehmen habe und wie sie zu finanzieren seien, werden unvermeidlich wieder aktuell – wohl noch dringender als zuvor. Axel Stommel zeigt, dass sich weder die Null noch die Schuldenbremse für einen Streit zwischen konservativen und progressiven Politikansätzen eignet. Damit entlarvt er einen verbreiteten Denkfehler und stellt die entscheidenden Fragen: Wie und mit welchen Steuermitteln sind die wirtschafts-, sozial-, umwelt- und klimapolitischen Ziele anzusteuern? Stommel liefert so eine allgemein verständliche Darstellung der Dreiecksbeziehung zwischen Staatsfinanzierung, Klima- und Sozialpolitik – auch jenseits von Corona, Schuldenbremse und Schwarzer Null – und dies mit konzentrierten alltagspraktischen Konsequenzen.

Verena Kreilinger, Winfried Wolf, Christian Zeller
CORONA, KRISE, KAPITAL
EINE SOLIDARISCHE ALTERNATIVE IN DEN ZEITEN DER PANDEMIE
260 S., br., € 17,90
978-3-89438-739-6
Wir stehen vor einer Zeitenwende: Ein Virus breitet sich aus, doch es ist der Kapitalismus, der aus ihm eine globale Krise macht. Die Pandemie verstärkt die wirtschaftliche Rezession zu einer weltweiten Depression. Der Klimawandel verschärft sich weiter. Eine dramatische Verdichtung gesellschaftlicher Krisen erschüttert unser Leben. Verantwortungslos haben die Regierenden anfänglich die Gefahr einer Pandemie ignoriert. Zu spät, ungenügend, einseitig und autoritär haben sie dann reagiert. Die Interessen der Wirtschaft stehen vor dem Schutz der Menschen. Die Konzerne sichern sich immense staatliche Unterstützung. Zugleich nimmt die Bereitschaft vieler Menschen zu, über Alternativen zum kapitalistischen System nachzudenken. Kreilinger / Wolf / Zeller argumentieren für eine solidarische und globale Strategie. Es gilt die Machtfrage zu stellen. Um die Krise gerecht zu bekämpfen, geht es darum, den gesamten Gesundheitssektor nach den gesellschaftlichen Bedürfnissen auszurichten und einen solidarischen und ökologischen Umbau der Wirtschaft zu erreichen. 

#HOCHSCHULINITIATIVE DEMOKRATISCHER SOZIALISMUS (HG.)
«DIE WELT WIRD EINE ANDERE»
VIRUS UND GESELLSCHAFT
Perspektiven ds [1/2020]
318 S., br., € 12,80
978-3-7410-0234-2
 Diese Ausgabe der perspektiven ds fragt im Schwerpunkt  nach den gesellschaftlichen Folgen der Pandemie. Wird die Welt eine andere? Welche Schockwellen aus Zusammenbrüchen und beschleunigtem Zeitenwandel wird das Virus auslösen? Wie nachhaltig verändert das social distancing und der vorübergehend weitgehende Stillstand unsere sozialen Strukturen, das politische Handeln und die finanzmarktgetriebene Ökonomie? Europa hat lange gebraucht, um gemeinsame Antworten zu finden, ein „Zerfall Europas“ schien nicht mehr ausgeschlossen. Alle Entscheidungen wurden mit starken nationalen Exekutiven gefällt. Demokratie, Menschenrechte und liberale Politik kamen weiter unter Druck, auch in Deutschland fürchten sich viele, dass die früheren Freiheiten nicht wiederhergestellt werden. Die „neue Normalität“, das Leben mit dem Virus, ist eine anstrengende Angelegenheit mit vielen Einschränkungen und Auflagen. Wie lange wird die Gesellschaft das durchhalten, solange es keinen Impfstoff und keine Medizin gibt?
Wer wird die Krise bezahlen müssen, wie sind Wohlstandsverluste und die Verschärfung sozialer Spaltungen abzuwenden? Läuft das alles auf ein großes Katastrophenszenario zu? Oder birgt diese Krise gerade Chancen für den Einstieg in eine bessere Welt, etwa weil das „Systemrelevante“ jetzt der Willkür des Marktes entzogen wurde? Haben ein starker fürsorglicher Staat, öffentliche Güter, eine neue Solidarität, Vernunft und neuer Gemeinsinn nicht gerade ein Comeback erlebt? Kann die Krise gar die Transformation hin zu einem nachhaltigen und entschleunigten Konsum- und Lebensmodell fördern?


Alain Badiou
Nach Corona: Für eine Politik der Zukunft
Ein Gespräch mit Peter Engelmann
80 S., br., € 14,90
978-3-7092-0439-9
Die Corona-Krise ist weder der verheißungsvolle Beginn eines gesellschaftlichen Umbruchs noch etwas prinzipiell Neues. Aber sie verweist auf die Dringlichkeit eines radikalen Wandels im politischen Denken und Handeln. Für Alain Badiou offenbart die aktuelle Krise in aller Deutlichkeit den Widerspruch, der heute zwischen der globalisierten Wirtschaft und der weitgehend national orientierten Politik besteht. Auch wenn die Staaten in der Krise gezwungen sind, die Imperative der kapitalistischen Profitmaximierung temporär zurückzustellen, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten, bedeutet das nicht, dass dadurch das Primat der kapitalistischen Wirtschaft gebrochen wird. Wie kann dieser Widerspruch langfristig aufgehoben werden? Die Antwort liegt für Badiou in einer dritten Etappe des Kommunismus: Nach seiner glorreichen Erfindung und dem tragischen Scheitern des ersten Versuchs seiner Implementierung muss nun ein globaler Kommunismus entwickelt werden, der der Situation er heutigen Welt angemessen ist und dessen revolutionäres Subjekt nur das nomadische Proletariat sein kann: die Flüchtlinge und Migranten auf der ganzen Welt, die heute die Hauptlast der kapitalistischen Ausbeutung tragen.

Fragmente: Die Zeit danach
Eine Anthologie mit Beiträgen von Corinna Antelmann, Judith Auer, Katharina Goetze, Andrea Grill, Elisabeth R. Hager, Silvia Hlavin, Rebecca Heinrich, Marianne Jungmaier, Julia D. Krammer, Ursula Laudacher, Melamar, Cordula Nossek, Karin Peschka, Antje Rávic Strubel, Marlen Schachinger, Siljarosa Schletterer, Angelika Stallhofer, Katharina Tiwald und Renate Welsh.
264 S., br., € 22,00
978-3-85371-480-5
Covid-19 und das Corona-Virus haben in diesem Buch Platz- und Auftrittsverbot. Keine Jammerlappenliteratur, keine Trauergesänge, keine Klagelieder. 20 Schriftstellerinnen werfen in Form von Erzählungen, Essays, Dramoletten, Gedichten und Graphic Stories einen Blick auf das Danach. Auf eine Zeit nach der Krise. 

Franz Müntefering
Zwanzigzwanzig plus
Übers Einmischen, Mittun und ein gutes Stück Leben auch im Ältersein
144 S., geb., € 16,90
978-3-8012-0580-5
Mit Corona kamen Beschränkungen, Sorgen, Krankheit, Einsamkeit, Pleiten und auch Tod. Belastend für alle, für viele eine persönliche Katastrophe. Das fordert heraus. Die Demokratie ist in der Bewährung. Wenn die Sorgen um die Gesundheit nachlassen werden, drängen verstärkt ökonomische, finanzielle, soziale und ökologische Fragen auf die Tagesordnung. Da wollen und können Ältere einen wichtigen Beitrag leisten für die Gesellschaft. Da müssen wir ran. Wir brauchen Liebe zum Leben und Zuversicht, kühlen Kopf und heißes Herz, damit es gut gemeinsam weitergeht. Was kommt, wenn das Virus gezähmt ist? Franz Müntefering denkt in seinem neuen Buch über die Bedingungen unseres Zusammenlebens nach, über Anerkennung und Solidarität zwischen Jüngeren und Älteren. Über die Chancen der Demokratie und die Bedeutung der Gleichwertigkeit. Und über das Älterwerden und -sein als ein gutes Stück Leben. Wir haben nicht kapituliert vor der Krise. Das ist gut. Nun geht es darum, hinaus- und voranzukommen. Das wird kein absoluter Schmusekurs zwischen Gesellschaft und Politik. »Wir haben ja 1,5 Meter Distanz gelernt. Aber das gibt Vertrauen, und das ist der Gewinn. Wir alle dürfen zuversichtlich sein.« 

Karl Berger
Ohne Maulkorb?
Cartoons zum Zeitgeschehen
88 S., br., € 14,90
978-3-85371-477-5
Masken tragen. Nicht nur dann, wenn ein Virus bzw. der Kampf gegen dasselbe der Gesellschaft den Atem nimmt.
Masken tragen sind wir gewohnt. Der Witz, den der Chef erzählt, ist immer der lustigste.
Wenn wir gefragt werden, wie wir unsere öde Arbeit finden, sagen wir „spannend“.
Masken. Maulkörbe.
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